281 Forschende europaweit erhalten Förderung

Melanie Steinbeck,

ERC fördert Spitzenforschung mit 721 Millionen Euro

Der Europäische Forschungsrat (ERC) hat am 17. Juni 2025 die Gewinner seines jüngsten Advanced Grant-Wettbewerbs bekannt gegeben. Insgesamt stehen 721 Millionen Euro zur Verfügung, die an 281 führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in ganz Europa vergeben werden. Die Advanced Grants gehören zu den renommiertesten und wettbewerbsintensivsten Förderprogrammen der Europäischen Union. Sie ermöglichen es etablierten Forschenden, ambitionierte und erkenntnisgeleitete Projekte zu verfolgen – mit Potenzial für wegweisende wissenschaftliche Durchbrüche. Die neuen Förderungen sind Teil des EU-Forschungsprogramms „Horizont Europa“.

ERC Advanced Grants: Geförderte nach Land der Gasteinrichtung und Fachgebiet © Europäischer Forschungsrat (ERC)

„Europa zum Zentrum für exzellente Forschung machen“

Ekaterina Zaharieva, EU-Kommissarin für Startups, Forschung und Innovation, erklärt: „Mit diesen ERC-Finanzhilfen setzen wir uns dafür ein, Europa zum weltweiten Zentrum für exzellente Forschung zu machen. Durch die Unterstützung von Projekten, die das Potenzial haben, ganze Felder neu zu definieren, investieren wir nicht nur in die Wissenschaft, sondern in den zukünftigen Wohlstand und die Widerstandsfähigkeit unseres Kontinents. In den nächsten Wettbewerbsrunden werden Wissenschaftler, die nach Europa ziehen, noch mehr Unterstützung beim Aufbau ihrer Labore und Forschungsteams erhalten. Dies ist Teil unserer Initiative ‚Europa für die Wissenschaft auswählen‘, die darauf abzielt, die weltweit führenden Wissenschaftler anzuziehen und zu halten.“

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Auch die Präsidentin des Europäischen Forschungsrats, Prof. Maria Leptin, gratulierte: „Herzlichen Glückwunsch an die neuen Stipendiaten! Ein Großteil dieser bahnbrechenden Forschung wird dazu beitragen, einige der drängendsten Herausforderungen zu lösen, mit denen wir konfrontiert sind – soziale, wirtschaftliche und ökologische, etc. Wieder einmal wurden viele Wissenschaftler – um 260 – mit bahnbrechenden Ideen als ausgezeichnet bewertet, blieben aber aufgrund fehlender Mittel am ERC nicht finanziert. Wir hoffen, dass in Zukunft mehr Mittel zur Verfügung stehen, um noch mehr kreative Forscher bei der Verfolgung ihrer wissenschaftlichen Neugier zu unterstützen.“

Vielfältige Forschungsprojekte im Fokus

Die Bandbreite der geförderten Projekte ist groß:
Sie reicht von der Entwicklung eines präventiven Impfstoffs gegen erblichen Brustkrebs über die Untersuchung der Auswirkungen von Ernährung und Bewegung auf Gehirnzellen im Zusammenhang mit dem Altern bis hin zur Schaffung digitaler KI-Zwillinge, die das menschliche Denken und die sozialen Fähigkeiten widerspiegeln und verbessern – sowie zur Erforschung der verborgenen Ozeane auf Jupiters und Saturns Monden.

Weitere Forschungsbeispiele finden sich auf der Website des ERC.

Zahlen und Hintergründe

Die 281 geförderten Forschenden sind an Universitäten und Forschungszentren in 23 EU-Mitgliedstaaten sowie assoziierten Ländern tätig. Die meisten Stipendien gehen an Einrichtungen im Vereinigten Königreich (56), gefolgt von Deutschland (35), Italien (25), den Niederlanden (24) und Frankreich (23). Unter den Geförderten finden sich 45 Deutsche, 37 Italiener, 26 Briten und 22 Franzosen – darüber hinaus kommen die Forschenden aus insgesamt 28 Nationen.

Insgesamt wurden 2.534 Anträge eingereicht, die von international renommierten Fachgremien begutachtet wurden. Etwa 11 Prozent der Vorschläge wurden schließlich ausgewählt. Mit den neuen Fördermitteln entstehen schätzungsweise rund 2.700 Arbeitsplätze in den Forschungsgruppen der Stipendiatinnen und Stipendiaten.

Eine vollständige Liste der Gewinner und weitere Statistiken stellt der ERC online zur Verfügung.

Neue Bewerbungsrunde läuft

Die nächste Bewerbungsrunde für ERC Advanced Grants ist bereits geöffnet. Interessierte können sich bis zum 28. August 2025 bewerben. Neu ist, dass Forschende, die für ihre Projekte innerhalb Europas umziehen, eine verdoppelte Aufbauhilfe beantragen können – statt bislang bis zu 1 Mio. Euro nun bis zu 2 Mio. Euro. Diese zusätzlichen Mittel sollen den Start in einem neuen Forschungsumfeld erleichtern und die Attraktivität Europas als Wissenschaftsstandort weiter steigern (siehe aktualisiertes Arbeitsprogramm, Seite 18).

Perspektiven für Forschende in der Schweiz

Die Verhandlungen über die Assoziierung der Schweiz an Horizont Europa wurden zwischen der Europäischen Kommission und der Schweizer Regierung abgeschlossen. Die Unterzeichnung des Abkommens wird für 2025 erwartet. Da der Geltungsbereich des Abkommens jedoch nicht auf den Haushaltsplan 2024 ausgeweitet wird, konnten Schweizer Bewerber in der aktuellen Runde keine ERC Advanced Grants erhalten.

Über den ERC

Der Europäische Forschungsrat fördert mit seinen Programmen – Starting Grants, Consolidator Grants, Advanced Grants und Synergy Grants – Pionierforschung in ganz Europa. Darüber hinaus bietet das zusätzliche Proof of Concept Grant Unterstützung beim Übergang von Grundlagenforschung zur Anwendung. Der ERC wird vom unabhängigen Scientific Council geleitet. Seit November 2021 ist Prof. Maria Leptin Präsidentin des ERC. Von 2021 bis 2027 stehen dem ERC im Rahmen des Programms „Horizont Europa“ über 16 Milliarden Euro zur Verfügung – unter der Verantwortung von EU-Kommissarin Ekaterina Zaharieva.

Quelle: Europäischer Forschungsrat (ERC)

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