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Fachbeitrag, 09-2009

BioRegion Niedersachsen

Bild 2: Dem menschlichen Gehirn nachempfunden sind die architektonisch...
Trotz Wirtschaftsrezession wächst die Biotech-Branche

Richard E. Schneider*)

  1. Freier Wissenschaftsjournalist, Brunnenstr. 16, 72074 Tübingen.


Seit 2002 fungiert die BioRegioN GmbH, Hannover, als Rechtsnachfolgerin der BioRegion Niedersachsen und damit als zentrale Anlaufstelle für Life Science-Unternehmen. Derzeit haben sich über 260 Life Science-Unternehmen zwischen Nordsee und Mittelgebirge angesiedelt, davon 170 ausschließlich mit Biotechnologie beschäftigte Firmen.

Auch im Krisen-Jahr 2008 wuchsen die Biotech-Firmen in Deutschland weiter, wie die Frühjahrs-Umfrage des BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung) ergab. Es werden kleinere Zuwachsraten bei Umsatz (plus 9 % auf ca. 2,2 Mrd. Euro) und Beschäftigten (plus 90 auf 14450) vermeldet. Insgesamt lag die Zahl der Beschäftigten in der Biobranche ( = Firmen mit weiteren Unternehmensbereichen wie Chemie, Pharmazie, etc.) Ende 2008 bei knapp unter 30000 (plus 2 %). Nur rund 5 % der Biotech-Firmen sind der grünen oder Agro-Biotechnologie zuzurechnen, die in Niedersachsen eine starke Basis mit mehreren Forschungszentren besitzt. Die Umfrage auf Basis von 270 der insgesamt 501 dezidierten Biotech-Unternehmen ergab weiter, dass 47 % der Firmen mit Forschungsinstitutionen und 24 % mit Industrieunternehmen eng kooperieren. Im Jahr 2008 erhielten insgesamt sechs neue Medikamente von Unternehmen der „roten Biotechnologie“ ihre Erstzulassung. Aufgrund des Scheiterns seines Krebsmedikaments Reniale (nicht-metastasierender Nierenzellkrebs) im „Tumorassay,“ d.h. auf den letzten Metern der Zulassungsphase, musste allerdings das Unternehmen LipoNova AG, Hannover, am 28.7.2008 Insolvenz anmelden.

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Den schwerpunktmäßig in der „Grünen Gentechnik“ engagierten Unternehmen dürfte infolge des Verbots von Monsanto 810 durch Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner Gegenwind ins Haus stehen. In der BioRegion Niedersachsen sind namhafte Firmen wie die seit 150 Jahren in der Landwirtschaft aktive KWS Saat AG, Einbeck, oder Planta GmbH, Einbeck, ansässig. Mit dem von Bundeswissenschaftsministerin Anette Schavan angeregten „Runden Tisch“ von Politik und Wissenschaft können möglicherweise Missverständnisse ausgeräumt werden. Biopatente auf Tiere, deren Verbot Aigner ebenfalls fordert, scheinen aus ethischer Sicht einen deutlich höheren Stellenwert zu besitzen. Essen – , das wissen diejenigen, die in ihrem Leben längere Zeit hungern mussten (z.B. in den ersten Nachkriegsjahren in Deutschland) – kann man vieles, auch ansonsten Ungenießbares. Doch ist Gras, selbst naturbelassen und nicht gentechnisch verändert, sicher kein geeignetes Nahrungsmittel für Menschen. Es bleibt demnach zu hinterfragen, welche politisch-wirtschaftliche Bedeutung der weltweiten Bekämpfung des Hungers durch „Grüne Gentechnik“ allgemein zugestanden wird.

Hochschul-Pools und Kompetenzzentren

Weitgehend vernetzt ist Niedersachsen durch die Verwaltungseinheit Life Science Niedersachsen – BioRegioN, die Wirtschaft, Wissenschaft und Politik miteinander verbindet. In dem Bundesland gibt es inzwischen 26 Universitäten und Fachhochschulen, davon 18 im Bereich Life Science. Die Vernetzung der Forschungsaktivitäten der einzelnen Hochschulen ist bereits auf gutem Weg. Zu den bedeutendsten außeruniversitären Einrichtungen zählen sechs Max-Planck-Institute (MPIs), davon zwei in Göttingen. Sowohl das 1947 hier gegründete MPI für biophysikalische Chemie als auch das MPI für experimentelle Medizin (Gründungsjahr 1971) befassen sich mit medizinischen Fragestellungen. Sie gründeten vor über zehn Jahren in Niedersachsen die ersten biomedizinischen Unternehmen als spin-offs. Nobelpreisträger Erwin Neher war eine der treibenden Kräfte.

Die Forscher der Leibniz-Uni Hannover (LUH), der MHH (Med. Hochschule Hannover), der Tierärztlichen Hochschule (TiHo) sowie des Laser Zentrums Hannover (LZH) bündeln ihre Aktivitäten im Projekt-Verbund BiomeTi. Hier sollen zielgerichtet Innovationen der Biomedizintechnik in Produkte, Verfahren und Dienstleistungen umgesetzt werden. Das neue biomedizinische Forschungszentrum TWINCORE wurde von der MHH und dem HZI (Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung), Braunschweig, gegründet. TWINCORE nahm am 24.8.2008 seine Arbeit im Medical Park Hannover auf. Wissenschaftliche Mitarbeiter für den als erstes angegangenen Forschungsschwerpunkt Hepatitis B werden noch gesucht. Hier sollen neue Ergebnisse der Grundlagenforschung in Impfstoffe, Diagnostica und Therapien rasch eingebracht und umgesetzt werden. Am TWINCORE sollen auch andere Infektionserkrankungen mithilfe neuer Strategien zu Prophylaxe, Diagnose und Therapie auf der Basis von breit angelegten Laborstudien erforscht werden.

Ende 2008 gründeten mit Unterstützung des niedersächsischen Wissenschaftsministeriums die vier Unis MHH , LUH, TiHo Hannover, die TU Braunschweig sowie die beiden extrauniversitären Einrichtungen Fraunhofer Institut für Toxikologie und experimentelle Medizin (ITEM) und HZI den neuen biomedizinischen Forschungsverbund TRAIN (Translationsallianz Niedersachsen). Spezialistenwissen aus Mathematik, Biologie, Chemie sowie Human- und Tiermedizin treffen hier zusammen. Ein gemeinsames Wirkstoffzentrum für die chemische Biologie und die medizinische Chemie in Hannover und Braunschweig sowie die Erschließung der am HZI vorhandenen Naturstoffsammlung schlagen als sofortiges Plus zu Buche. In der Praxis werden die neuen Erkenntnisse aus Grundlagen- und präklinischer Forschung am noch aufzubauenden Hannover Center for Translational Medicine (HCTM) in frühen klinischen Studien nachgeprüft werden können.

Keineswegs in Konkurrenz dazu steht das von den beiden Max-Planck-Forschern Erwin Neher (Nobelpreis für Medizin 1991 zur Aufklärung der Ionenkanäle) und Prof. Walter Stühmer sowie von Uni-Prof. Diethelm Richter in Göttingen im Jahr 2000 gegründete ENI (European Neuroscience Institute). Die gebündelten Aktivitäten der beiden Göttinger Max-Planck-Institute mit dem Uniklinikum Göttingen fokussieren auf neurologische Schwerpunkte wie Schizophrenie, Parkinson und Alzheimer. Auch Nachwuchsgruppen sollen die molekularen Mechanismen des gesunden und kranken Gehirns aufklären helfen. Das ENI-G wurde Ende August 2008 als „Ort der Idee“ im Rahmen des von Bundespräsident Köhler initiierten Wettbewerbs „Deutschland – Land der Ideen“ ausgezeichnet.

In der BioRegion Niedersachsen zählt man inzwischen zehn Kompetenzzentren und -netze, z.B. „Funktionelle Genomanalyse“ und „Functional Food für Niedersachsen“ in Hannover und „MBM Science Bridge GmbH“ in Göttingen, eine Patentverwertungsagentur für Hochschulen und Forschungsinstitute. Das weithin bekannte Genomik-Netzwerk der Uni Göttingen befasst sich mit dem Einsatz von Mikroorganismen zur Steigerung der Industrie- und Agrarproduktion. NieKE (Niedersächsisches Kompetenzzentrum für Ernährungswirtschaft) in Vechta ist agrarorientiert, auf Forstwirtschaft dagegen das Kompetenzzentrum Holz in Göttingen, das interdisziplinär anwendungsnahe Forschungsprojekte im Bereich Holz und Holzwirtschaft unterstützt. Hier werden gegenwärtig Buche und Küstentanne auf ihre Verwendung als zukunftssichere Produkte und Werkstoffe untersucht und enzymatische Verfahren zur Herstellung bindemittelfreier Holzwerkstoffe erprobt. Schließlich bietet das Bioinformatik-Kompetenzzentrum „Intergenomics“, Braunschweig, mit seinen Partnern HZI (früher: GBF-Gesellschaft für biotechnologische Forschung), Braunschweig, TU Braunschweig, Fachhochschule Wolfenbüttel und der Biobase GmbH, Wolfenbüttel, Hilfestellung in Forschungsbereichen wie Molekulargenetik, Biochemie, Pflanzengenetik, Bioinformatik etc. Der Industriepartner Biobase GmbH bietet seit 1986 Biodatenbanken, Wissenstransfers sowie Software für die Life Science-Industrie an. Die erste Biobase-Datenbank TRANSFAC wurde zum Goldstandard der Genregulierung. Weitere Datenbanken bietet Biobase unter TRANSPATH (Signalübertragungswege), ExPlain (Analysensystem für Säugetier- und Pflanzenzellen) sowie als Biobase Knowledge Library (BKL) für Pflanzen an. Sie enthalten Informationen über einzelne Genfunktionen in Pflanzen bis hin zu integralen Pflanzengenomen.

Topographisch diversifizierte neue Gründerzentren

Bei der Schaffung seiner Gründerzentren musste sich das größte nördliche Flächenland, das auch z.T. den Stadtstaat Hamburg einbindet, regional diversifizieren. So entstanden in Hannover der Medical Park, in Braunschweig das BioTec-Biotechnologie-Gründerzentrum, in Göttingen der Science Park sowie in Wilhelmshaven der Biotechnologiepark Nordwest. Besonders stolz ist man auf den unweit der MHH (Medizinische Hochschule Hannover) neu errichteten Medical Park. Hier befinden sich zahlreiche neue Laborgebäude. Leicht zu Fuß von hier erreichbar ist das Fraunhofer-Institut ITEM sowie das nagelneue INI (International Neuroscience Institute) im Park. Dessen neuzeitliche Glas- und Beton-Architektur wurde dem menschlichen Gehirn nachempfunden (siehe Foto). Seine neurologische Klinik verfügt über 100 Betten und weist einen hohen, hotelähnlichen Komfort auf. Modernste Neurochirurgie, Neuro-Strahlentherapie sowie Neuro-Radiologie stehen für Diagnose und therapeutische Behandlungen zur Verfügung.

Braunschweigs Stadtväter schufen mit der Errichtung eines Technologieparks, einem Beratungszentrum für Existenzgründer auf dem traditionsreichen Firmengelände der Rollei sowie der Gründung eines BioTec-Parks im Süden der Stadt ideale Voraussetzungen für die Niederlassung neuer Biotech-Unternehmen. Der BioTec-Park Braunschweig bietet von fachgerechter Beratung bei Unternehmensgründungen bis zur Hilfestellung bei der Beschaffung preiswerter Labor- und Produktionsstätten einen Rund-um-Service. Weitere preiswerte Büro- und Produktionsstätten bietet die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Braunschweig Zukunft GmbH an. Als Standort von 14 Forschungsreinrichtungen ist Braunschweig mit überdurchschnittlich hohem Anteil an Fachhoch- und Uni-Absolventen besonders gut aufgestellt. Unter dem Stadtbild des Braunschweiger Löwen haben sich Weltunternehmen wie Siemens niedergelassen, das hier das in China bereits installierte neue Verkehrsmittel Transrapid-Schnellbahn entwickelte. Ebenso liegen der Großkonzern Büssing/MAN und der Automobil-Hersteller VW im benachbarten Wolfsburg in Reichweite. Insgesamt 20 Wachstumsprojekte und regionale Forschungskooperationen wurden von der Projekt Braunschweig GmbH initiiert, darunter das Zentrum für Mikroproduktion, das am 13./14.10.2008 in Clausthal einen Workshop „Funktionalisierte Polymersystem in der Mikrosystemtechnik“ veranstaltete. Seit 2007 bildet das ZeMPRO in 36 Monaten Mikrotechnologen aus in Messtechnik, Reinraum-Technologie (Partikelmessungen), Materialkunde, Fotolithografie, Schichtenstrukturierung, CVD-Verfahren sowie Lasermaterialbearbeitung.

Am Braunschweiger HZI entwickelten kürzlich deutsche Wissenschaftler in einem Kooperationsprojekt mit indischen Forschern ein kostengünstiges Verfahren zur Herstellung größerer Mengen von Hepatitis-B-Impfstoffen. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die HZI-Wissenschaftler in einem „open-acces-Journal“ und verzichteten auf Patentrechte. Da der bisher übliche rekombinante Hepatitis-B-Impfstoff zu teuer und seine Herstellung durch Patente geschützt war, nutzten die Wissenschaftler neu den gentechnisch veränderten Hefepilz Pichia pastoris, mit dessen Hilfe Partikel der Virushülle in einer Kultur gewonnen werden können. „Mit einem Liter Hefekultur können nun 300  000 Impfdosen für indische Kinder hergestellt werden“, erläuterte Projektleiterin Ursula Rinas die Bedeutung der Entdeckung.

Der Science Park Göttingen geht ebenfalls auf eine Initiative der Stadtväter (GWG = Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Göttingen mbH) zurück und besitzt inzwischen eine zweite Adresse. Neben 7000 m2 Labor- und Büroflächen verfügen die beiden Standorte Science Park I /II und Science Park III über insgesamt 120  000 m2 erschlossene Gewerbeflächen. Über 20 hochspezialisierte Unternehmen der Biotech-Branche haben sich hier niedergelassen. Mit dem Bau des Instituts für Bioanalytik im Jahr 1993 wurde hier der Bedeutung der Biotechnologie frühzeitig Rechnung getragen. Eines der ersten deutschen Biotech-Unternehmen ist das 1997 in Göttingen vom gegenwärtigen Max-Planck-Präsidenten Prof. Peter Gruss, dem Entwicklungsbiologen Prof. Herbert Jäckle, dem Freiburger Prof. Wolfgang Driever sowie dem Wirtschaftsexperten Dr. Herbert Stadler gegründete Unternehmen DeveloGen AG. DeveloGen entwickelte einen neuen, oral verfügbaren Insulin-Sensitizer, der sich gegenwärtig in der praktischen Erprobung befindet. Das Kompetenzzentrum „Measurement Valley“ wurde vor zehn Jahren gegründet und reichte am 25.4.2009 seine Bewerbungsunterlagen ein für den Clusterwettbewerb des BMBF in Berlin. Fördermittel von 40 Mio. Euro sind ausgeschrieben. Mit Unterstützung des Gasriesen EON AG, Düsseldorf, entsteht gegenwärtig im Gewerbepark der Gemeinde Hevensen in Südniedersachsen eine neue Biogasanlage mit einer Kapazität von jährlich ca. 45 Mio. KW/h. Ende 2007 produzierten die rund 650 Biogas-Anlagen Niedersachsens rund 350 MW elektrische Energie.

Der seit 2008 im Bau befindliche und voraussichtlich 2012 fertiggestellte neue Tiefwasser-Hafen JadeweserPort in Wilhelmshaven sowie die geplante Küstenautobahn A22 mit Weserunterquerung nach Hamburg werden der strukturschwachen Randregion Niedersachsens neue Impulse bringen. Ebenso wird Wilhelmshavens neuer Biotechnologie-Park der maritimen Wirtschaft und Technologie neue Impulse verleihen, sagt Dr. Monica Michaelsen von der Biophere AG, die das Biozentrum verwaltet. Rund zwei Dutzend Kooperationspartner aus Wirtschaft und Wissenschaft kann Biophere AG bereits vorweisen, darunter das Deutsche Institut für Lebensmitteltechnik, das Deutsche Zentrum für marine Biodiversitätsforschung (Ableger des Senkenberg-Museums Frankfurt/Main), das Niedersächsische Kompetenzzentrum Ernährungswirtschaft, die Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg, das einen Studiengang „Entrepreneurship“ geschaffen hat, sowie die Uni Bremen mit ihrem Zentrum für Umweltforschung und nachhaltige Technologien. Das Biozentrum Wilhelmshaven hält Büro- und Laborräume bereit, hilft bei Initiierung und Management von Projekten und bietet Workshops sowie start-up-Beratungen an.

Mit neuen Markt-Ansätzen

Für Life Science-Unternehmen in Niedersachsen zählt die BioRegioN insgesamt 195 Partner auf. Dazu zählt auch der Beitrag, den z.B. die „Akademie Göttingen Private Berufsfachschulen“ leisten kann. Wesentlich für den Erfolg am Markt sind fortschrittliche Technologien, die Biotech-Unternehmen mit gut ausgebildeten Mitarbeitern entwickeln können. Immer mehr kommen auch transnationale Kooperationen in Frage, da hier meist marktfertige Produkte oder Know how zur Disposition stehen. So diversifizierte das Biotech-Unternehmen AMINO GmbH, Frellstedt b. Helmstedt, das 1958 mit dem Ziel der Gewinnung von Aminosäuren aus nachwachsenden Rohstoffen wie Zuckerrüben gegründet wurde, im Jahr 2003 mit dem südafrikanischen Partner SA Bioproducts, Durban. Jetzt stellt es als bedeutender Aminosäuren-Produzent neue Produkte für konkrete Marktsegmente her: Für die Pharmaindustrie pyrogen-freie Aminosäuren, die für Infusionen und Injektionen benötigt werden, weiter Aminosäuren als Intermediates für pharmakologische Wirkstoffe, als Nahrungsergänzungsmittel, zur Herstellung von Diätetika oder für neue Sporternährungsprodukte.

Die Regierung des Bundeslands Niedersachsen hat sich der internationalen Diversifizierung seiner Biotech-Branche verschrieben. Gegenwärtig wird die einheimische Biotechnologie durch verstärkte Wirtschaftsbeziehungen mit Indien und dem Programm „Life Science Niedersachsen goes India“ vorangetrieben. Das hier involvierte, mit 17 Jahren bereits „alte“ Biotech-Unternehmen IBA GmbH, Göttingen, ein Spezialist für synthetische Nukleinsäuren und die Aufreinigung rekombinanter Proteine, sucht Partner, um seine erprobte StarGate-Klone-Technologie an anderen biotechnologischen Produkten anzuwenden.

Doch auch die Kooperation mit einheimischen Partnern wird nicht vernachlässigt. So erwarb am 11.5.2009 die an der Frankfurter Börse notierte Analytik Jena AG das 1985 gegründete Göttinger Biotech-Unternehmen Biometra GmbH zu 100 %. Die Portfolios der beiden Unternehmen mit PCR-Verfahren und bioanalytischen Systemen ergänzen sich hevorragend. Am 13. Mai 2009 verkündeten der Pharma-Hersteller Boehringer Ingelheim und DeveloGen AG, Göttingen, eine vertiefte Kooperation im Bereich Diabetes, Fettleibigkeit, Metabolisches Syndrom sowie weiteren Insulinresistenz-bedingten Krankheiten. DeveloGen AG erhält eine Sofortzahlung von 7 Mio. Euro sowie nach Erreichung bestimmter Meilensteine bis zu 237 Mio. Euro. Ebenso wird das Göttinger Biotech-Unternehmen von Boehringer Ingelheim Zahlungen für die Entwicklung neuer Substanzen und weiteren Forschungszielen im Bereich Diabetes und damit assoziierter Erkrankungen erhalten. Schließlich erhielt Pharma Hameln, der auf die Herstellung steriler Pharmaka spezialisierte pharmazeutische Lohnhersteller in der Rattenfängerstadt für seine neue Sterilfabrik den diesjährigen FOYA-Award (Facility of the Year). Nach vier deutschen Pharmaunternehmen, die den FOYA-Award 2008 erhielten, wurde erneut ein deutscher Teilnehmer als Sieger nominiert. Der BioRegioN Niedersachsen braucht vor der Zukunft nicht bange zu sein.

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