Fachbeitrag

Wieviel LIMS erträgt ein Forscher?

Es war einmal ein Forscher mit prächtigem LIMS, der stand kurz vor einem Sprung über die Fenstergesims. Fall 2 handelt von einer Serviceanalytikerin mit elektronischem Laborjournal, die fühlte sich andauernd wie am Marterpfahl. Warum nur sind die Beiden im weissen Kleid nicht zu beneiden, um Ihr unsagbares Leid?

Bild 1: Die wechselwirkenden Laborprozesse F&E und Analytik können mit getrennten LIMS und ELN nicht bedarfsgerecht abgebildet werden. Eine Software mit integrierter LIMS- uns ELN-Funktionalität schafft den Spagat.

Es gibt eine bis dato unwiderlegte Hypothese, die besagt, dass Software immer dann als ¿gut¿ empfunden wird, wenn sie in der Lage ist, die für sie relevanten Arbeitsprozesse abzubilden. Die Unzufriedenheit unseres Forschers und der Serviceanalytikerin in den einleitenden Zeilen rührt daher, dass beide je mit dem falschen Softwaretyp arbeiten müssen. Warum ist ein LIMS nicht geeignet für eine F&E-Abteilung und ein elektronisches Laborjournal (ELN) nicht für eine Serviceanalytikabteilung? Die Antwort finden wir, wenn wir uns überlegen, wozu die LIMSe und ELNs entwickelt wurden. Ab 1980 tauchten die ersten LIMS auf, die vor allem zur Überwachung von Produktionsprozessen eingesetzt wurden. Später weitete sich das Anwendungsgebiet auch auf Dienstleistungslabors aus. In beiden Fällen werden Untersuchungen mit normierten Methoden durchgeführt. Für jede Information, die gespeichert werden muss,ist im LIMS quasi ein Feld vorhanden. Diese klare Strukturierung der Information ermöglicht es, die Daten gezielt auszuwerten. Die Auswertungsmöglichkeit der Daten und die Fragestellungen sind quasi durch die Art der Informationsspeicherung vorgegeben. Solche Vorgaben sind für ein F&E-Labor völlig auszuschließen. Der Ausgang eines Experimentes kann nicht durch die Software bestimmt sein. Deshalb muss die Information auch viel flexibler gespeichert werden können. Für dieses Bedürfnis kamen deshalb ab Mitte der 90er Jahre die ersten elektronischen Laborbücher auf den Markt. Allein diese Verzögerung zeigt, dass die Forscher sich mit den bereits vorhandenen LIM-Systemen nicht anfreunden konnten.

Anzeige

Meistens existiert in den Unternehmen neben der F&E-Abteilung auch eine Analytikabteilung. Da die Unternehmen produktiv sein wollen, kaufen sie für die Abteilungen, die sich mit Chemie befassen, eine Software. Stammt der Projektleiter aus der F&E-Abteilung, wird er ein ELN kaufen, stammt er aus der Analytikabteilung, wird er ein LIMS kaufen. In beiden Fällen wird eine Abteilung unzufrieden sein mit der Wahl, da ihre Prozesse nicht passend abgebildet werden können. Die Unzufriedenheit wird von den Unternehmen zunehmend festgestellt und deshalb beginnen sie, beide Softwaretypen zu kaufen, jeweils für die entsprechende Abteilung (Bild 1). Leider ist das Problem damit nicht gelöst, eher noch schlimmer geworden. Warum?

Typischerweise gibt es viele Interaktionen zwischen F&E und Analytik. Wenn aber die Information in getrennten EDV-Systemen gespeichert ist, geht der Kontext der Information verloren. Damit verliert der Wert der Information massiv an Bedeutung. Betrachten wir ein Beispiel aus der Galenik. Die Entwicklungsabteilung erarbeitet eine geeignete Formulierung durch Variation der Zusammensetzung. Jede Formulierung geht direkt in die Analytik, um z.B. Wirkstoffgehalt, Zerfallszeit u.a. bestimmen zu lassen. Zusätzlich wird von jeder Formulierung eine Stabilitätsprüfung gemacht. Die Formulierungsentwicklungen werden im ELN dokumentiert, die Analytikresultate im LIMS. Für eine übersichtliche Kandidatenbeurteilung muss die Information aus dem ELN und dem LIMS aufwändig zusammengesucht und -kopiert werden. Meistens wird der Ergebnisbericht dann noch in einem Dokumentenmanagementsystem abgelegt, wodurch ein weiterer Softwaretyp involviert wird.

Die Neuentwicklung Limsophy, von dem Schweizer Softwareunternehmen AAC Infotray AG, ermöglicht die durchgehende Abbildung der Arbeitsprozesse von F&E und Analytik in einer Software (integrierte LIMS/ELN-Lösung) (Bild 2). Es lassen sich bei jeder Probe die Informationen des zugehörigen Experimentes anzeigen oder bei jedem Experiment die Informationen der zugehörigen Proben. Diese strukturelle Beziehung ermöglicht einen Experimentreport auf Knopfdruck zu erzeugen, der nebst der Dokumentation des Experimentes die zugehörigen Probenresultate in gewünschter Form enthält. Gerne zeigen wir Ihnen mehr dazu, z.B. auf der ILMAC 2007 in Basel, Halle 1.1/A02.

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige

Newsletter bestellen

Immer auf dem Laufenden mit dem LABO Newsletter

Aktuelle Unternehmensnachrichten, Produktnews und Innovationen kostenfrei in Ihrer Mailbox.

AGB und Datenschutz gelesen und bestätigt.
Zur Startseite