Campuserweiterung der Empa und der Eawag fertiggestellt
Forschungscampus bietet Platz für neue Ideen
Der gemeinsame Campus der Empa und der Eawag in Dübendorf/Schweiz ist von 2021 bis 2024 um drei moderne Gebäude angewachsen. Diese sollen nicht nur mehr Komfort, Attraktivität und Sicherheit bieten, sondern deutlich mehr Raum für Forschung und Innovation. Beim Bau sind auch Innovationen aus den Laboren der Empa und der Eawag realisiert worden, etwa im Bereich Energiegewinnung und -speicherung sowie in der Abwasseraufbereitung und -verwertung.
„The Place where Innovation starts“: Um dem Motto der Empa gerecht zu werden sei eine moderne Infrastruktur und eine produktive Umgebung eine Grundvoraussetzung, und die Weiterentwicklung des Campus in Dübendorf war nach Empa-Angaben wichtig, um in der Forschung vorne mit dabei zu bleiben. Der neue Forschungscampus von Empa und Eawag trägt den Namen „co-operate“. Er ist mit der Eröffnung im Juli 2024 vorerst abgeschlossen.
Die neuen Gebäude
Entstanden sind ein neues, topmodernes Laborgebäude sowie ein Multifunktionsgebäude und ein Parkhaus. Nun kann das bestehende Laborgebäude aus Anfang der 1960er-Jahre Schritt für Schritt saniert werden, große Unterbrüche im «Tagesgeschäft» werden so vermieden. Das neue Laborgebäude beherbergt rund 30 neue Labore und ebenso viele Büros in einem kompakten Bau mit hohen baudynamischen Anforderungen. Das Gebäudevolumen beträgt inklusive der Multifunktionsflächen im Erdgeschoss knapp 40‘000 Kubikmeter.
Gleich bei der Einfahrt zum Campus steht das neue Parkhaus mit mehr als 260 Parkplätzen für Mitarbeitende und Gäste. Damit wird der Autoverkehr auf dem gesamten Gelände deutlich verringert, was das «Campus-Feeling» fördere. Im Parkhaus ist auch die Fahrzeugflotte von Empa und Eawag untergebracht. Gleich dahinter steht das Multifunktionsgebäude, das rund 1000 Quadratmeter Bürofläche beherbergt. Im Erdgeschoss befindet sich ein Bistro mit einer zum Campus-Platz gewandten Loggia. Das Volumen von Multifunktionsgebäude und Parkhaus beträgt knapp 60‘000 Kubikmeter. Alle Neubauten sind Minergie-P-Eco-zertifiziert.
Campus mit mehr Grün
Um den Forschungscampus nahezu autofrei zu machen, wurden die auf dem ganzen Gelände verteilten Parkplätze nach und nach aufgehoben und ins neue Parkhaus verlegt. Insgesamt stehen so im Vergleich zu vorher rund 100 zusätzliche Parkplätze zur Verfügung.
Das ganze Campusgelände wurde außerdem vermehrt begrünt, etwa durch einen «Grüngürtel», der die beiden Forschungsinstitute Empa und Eawag wie ein grünes Band miteinander verbindet. Dadurch wird der Forschungscampus gerade für Fußgängerinnen und Fußgänger einladender und sicherer. Um das NEST bietet nun ein Campusplatz für Mitarbeitende und Gäste einen attraktiven Aufenthaltsort im Freien.
Energieeffizienz - Innovationen aus den Empa-Labors am Neubau eingesetzt
Im neuen Campus wurden auch Entwicklungen und Innovationen aus den Empa-Labors realisiert, vor allem im Energie- und Gebäudebereich. Von nun an wird also nicht nur in, sondern auch an und mit den neuen Gebäuden geforscht. So speichert etwa ein Feld mit 144 Erdsonden, die bis 100 Meter in die Tiefe reichen, die Abwärme der Gebäude. Im Winter wird diese Wärme dem Erdreich wieder entzogen und über eine Wärmepumpe angehoben, um sie zum Heizen zu nutzen.
Und anstelle eines «konventionellen» Niedertemperatur-Erdsondenfelds ist ein neuartiger, experimenteller Hochtemperatur-Erdsondenspeicher gebaut worden. Die Abwärme der Kältemaschinen wird im Sommer über die Erdsonden ins Erdreich geleitet. Der saisonale Erdwärmespeicher wird so «geladen». Im Winter wird die Energie dem Erdreich zum Heizen wieder entzogen; der saisonale Erdwärmespeicher wird «entladen». Dieser saisonale Zyklus wiederholt sich dann immer wieder. Im Rahmen eines Forschungsprojektes wird diese Innovation in den nächsten Jahren nun eingehend untersucht, um zu erfahren, wie sie die Energieversorgung des Campus, den Betrieb und die Versorgungssicherheit beeinflusst.
Aus Urin wird Dünger
Die Eawag untersucht außerdem, wie sich der Einsatz von Hochtemperatur-Erdsonden-Wärmespeichern auf das umliegende Erdreich, das Grundwasser und die darin lebenden Mikroorganismen auswirkt. Die Schweiz verfügt heute schon über die höchste Dichte an Erdwärmesonden in ganz Europa, daher stößt das Projekt bei Bund und Kantonen auf reges Interesse. Zudem wird im neuen Laborgebäude dank spezieller Trenntoiletten der Urin gesammelt und zum «Water Hub» der Eawag im NEST geleitet. Im dortigen Labor wird er zu Pflanzendünger verarbeitet.
Quelle: Empa















