In einem Umweltlabor wurde Funktionalität mit Effizienz verbunden

Laborstruktur an Arbeitsabläufen ausrichten

Im Umweltlabor der Stadtentwässerung Schweinfurt zeigt sich, wie durchdachte Architektur, funktionale Einrichtung und robuste Materialien zu messbar besseren Arbeitsbedingungen führen. Wo täglich Proben aus Trink- und Abwasser untersucht, industrielle Einleitungen überprüft und mikrobiologische Analysen durchgeführt werden, profitieren nämlich seit dem Bezug des Neubaus die vierzehn Mitarbeitenden von kurzen Wegen, stabilen Umgebungsbedingungen und einer Ausstattung, die speziell auf ihre Anforderungen abgestimmt wurde.
Im vorderen Gebäude befindet sich das Umweltlabor Stadtentwässerung Schweinfurt. © Köttermann

Laboratorien, in denen Wasseranalysen durchgeführt werden, liefern Erkenntnisse, die über die Qualität und Sicherheit einer der wichtigsten Ressourcen entscheiden. Gleichzeitig zählen sie zu den äußerst energie- und ressourcenintensiven Arbeitsumgebungen – umso wichtiger sind Konzepte, die Effizienz, Sicherheit und Nachhaltigkeit vereinen. Nachhaltigkeit entsteht nicht allein durch energieeffiziente Geräte, sondern durch das Zusammenspiel von Raum, Material und raumlufttechnische Anlagen. Ein modernes Umweltlabor ist ein Zusammenspiel aus Planung, Architektur und Einrichtung. Hier entstehen Effizienz, Sicherheit und Präzision aus einem Guss. Das Umweltlabor in Schweinfurt wurde auf dem komplett sanierten Gelände der Kläranlage errichtet – eingebettet in eine grüne Umgebung mit einem See, der als Rückhalte- und Erholungsfläche dient. Hier wird nicht nur Abwasser gereinigt, sondern im Rahmen eines Forschungsprojekts mit der Technischen Universität München auch an Konzepten zur Aufbereitung von Nutzwasser gearbeitet. Ziel ist es, Wasser nach der Reinigung erneut für Grünflächen und landwirtschaftliche Bewässerung nutzbar zu machen.

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© Köttermann

Um solche sensiblen Aufgaben zuverlässig durchzuführen, braucht es Labore mit klaren Strukturen und optimalen Arbeitsbedingungen. Die neue Anlage erfüllt beides: Sie ist lichtdurchflutet, ergonomisch gestaltet und mit langlebigem Mobiliar aus pulverbeschichtetem Stahl ausgestattet. Das Material ist nicht brennbar, resistent gegen Feuchtigkeit und Chemikalien.

Wesentlich: die Planung

Bereits die architektonische Planung entscheidet darüber, wie effizient Energie und Ressourcen genutzt werden. Wichtig ist eine durchdachte Raumaufteilung, bei der einzelne Arbeitsbereiche berücksichtigt werden und auch Tageslicht sinnvoll einbezogen wird. Die Planung des Umweltlabors der Stadtentwässerung Schweinfurt erfolgte mit einem ganzheitlichen Ansatz: Die Einrichtung wird auf den jeweiligen Prozess abgestimmt, um Arbeitsabläufe zu optimieren und ungenutzte Flächen zu vermeiden. So entstehen Laborumgebungen, die gleichermaßen ergonomisch, energieeffizient und sicher sind. Die Visualisierung der Planung in 3D ermöglicht es, frühzeitig Raumlösungen zu optimieren – von der Medienversorgung bis zur Belüftung.

Die technische Ausstattung im Schweinfurter Umweltlabor dient Analysen von Trink-, Ab- und Nutzwasser sowie regelmäßige Kontrollen industrieller Einleitungen. "Wir führen sowohl mikrobiologische als auch chemische Untersuchungen durch – von Routineparametern bis zu speziellen Projekten", erläutert Bereichsleiterin Abwasser Birgit Sauer. Die Abteilung übernimmt auch Schlammanalysen und Rohwasserprüfungen, die zur Trinkwassergewinnung beitragen.

Raum-Strukturierung nach Analysebereichen

Die Planung des Umweltlabors erfolgte in enger Abstimmung zwischen dem Köttermann-Partnerunternehmen Th. Geyer aus Renningen und dem Laborteam vor Ort. Bereits in der Konzeptphase wurde darauf geachtet, Laufwege zu optimieren und Analyseprozesse räumlich sinnvoll zu gliedern. "Heute können wir Proben schneller bearbeiten und gleichzeitig Querkontaminationen vermeiden", beschreibt Birgit Sauer die Vorteile der neuen Struktur.

Labore sollten mit Blick auf die jeweiligen Tätigkeiten so geplant werden, dass Platz optimal genutzt wird und auch kurze Wege zwischen einzelnen Arbeitsstationen entstehen. © Köttermann

Jeder Analysebereich ist klar abgegrenzt: Separate Räume für mikrobiologische, chemische und physikalische Untersuchungen gewährleisten stabile Messbedingungen und verhindern Fremdeinflüsse. Ein S2-Labor wurde für die mikrobiologischen Trinkwasseruntersuchungen eingerichtet. Auch die Probenführung ist durchdacht – von der Annahme bis zur Auswertung sind die Wege kurz, logisch und hygienisch sicher.

Einrichtungselemente wurden zudem individuell angepasst, um alle Nutzerwünsche zu berücksichtigen. "Breite und schmale Schubladen, offene und geschlossene Abstellflächen – alles wurde so konzipiert, dass wir optimal arbeiten können", so Sauer. Auch durch die zentrale Anordnung der Technik mit den Arbeitstischen in der Raummitte können Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen diesen Bereich besser erreichen. Die integrierte Spüle mit Spritzschutz sei "nicht nur praktisch, sondern auch optisch ansprechend".

Und einen wesentlichen Beitrag zur Arbeitssicherheit leisten die installierten Tischabzüge, in denen eine präzise Luftführung für eine gleichmäßige Absaugung sorgt. Sie schützen das Laborpersonal vor flüchtigen Substanzen und Stäuben.

Tageslicht als Gestaltungselement

Tageslicht schafft eine angenehme Laboratmosphäre. © Köttermann

Die Planung des Neubaus stellte Tageslichtnutzung in den Mittelpunkt: Zahlreiche bodentiefe Fenster lassen das Licht tief in die Räume fluten und schaffen eine helle, offene Arbeitsatmosphäre. Die Einrichtungselemente aus Arbeitsplätzen, Medienzellen und Laborabzügen sollten offen und harmonisch gestaltet werden. Glaseinsätze in den Medienzellen unterstreichen die Transparenz des Raumkonzepts und sollen den Teamgedanken fördern. Maßgeschneiderte Arbeitsflächenbereiche bieten genügend Raum für Proben, Analyse- und Messgeräte. Der Wechsel zwischen Büro- und Laborbereichen erfolgt barrierefrei, wodurch Arbeitsabläufe deutlich erleichtert werden. Praktischer Stauraum entsteht durch Laborhoch- und Gefahrstoffschränke entlang der Wandbereiche.

Funktional und nachhaltig

Das Umweltlabor der Stadtentwässerung Schweinfurt zeigt, dass Effizienz und Umweltbewusstsein kein Widerspruch sind. Durchdachte Raumkonzepte, modulare Stahleinrichtung und energieeffiziente Technik schaffen eine Infrastruktur, die langfristig Bestand hat. Der nachhaltige Ansatz zeigt sich hier nicht nur im Material, sondern auch im Arbeitsalltag – durch stabile Prozesse, ergonomische Gestaltung und die Minimierung von Energie- und Ressourcenverbrauch.

AUTORIN
Manuela Sterns
Köttermann GmbH, Uetze
Tel.: 05147/976-0
[email protected]
www.koettermann.com

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