Forschungsplattform Berlin Battery Lab

Barbara Schick,

BAM, HZB und HU Berlin forschen gemeinsam an Natrium-Batterien

Die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), das Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) und die Humboldt-Universität zu Berlin (HU) haben im März das Berlin Battery Lab (BBL) offiziell eingeweiht. In der neuen Forschungsplattform entwickeln und testen Forschende der BAM, des HZB und der Universität rohstoffschonende Batterietechnologien mit einem Fokus auf Natrium-Akkus. Gemeinsam sollen neue Materialien konzipiert, Arten der Zellchemie erforscht und Batterieprototypen gefertigt werden. Die Forschungsinfrastruktur des Berlin Battery Lab steht auch externen Partnern und Partnerinnen aus Wissenschaft und Industrie offen und soll den Weg von der Forschung in die Anwendung verkürzen.
V. l. n. r.: Prof. Dr. Bernd Rech, Prof. Dr. Julia von Blumenthal, Dr. Ina Czyborra, Prof. Dr. Philipp Adelhelm, Prof. Dr. Ulrich Panne, Saskia Vormfelde, Dr. Tim Fellinger, Prof. Dr. Yan Lu. © BAM

Im Berlin Battery Lab werden komplementäre Kompetenzen der beteiligten Einrichtungen strategisch zusammengeführt: Die BAM verfügt über Expertise in der Batteriesicherheit und der Erforschung innovativer Energiematerialien. Die Humboldt-Universität zu Berlin zählt zu den führenden akademischen Forschungseinrichtungen im Bereich von Natrium-Ionen-Batterien. Und das Helmholtz-Zentrum Berlin bringt langjährige Erfahrung in der Forschung zu Lithium-Schwefel-Akkus ein. Und das HZB verfügt mit BESSY II über eine der weltweit leistungsfähigsten Röntgenquellen zur Untersuchung batteriechemischer Prozesse. So wird in der Hauptstadt eine Forschungsumgebung geschaffen, die Grundlagenforschung, Materialentwicklung, Zellfertigung und Sicherheitstests an einem Standort systematisch zusammenführt.

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Insbesondere Start-ups und technologieorientierte Unternehmen sollen profitieren: Das Labor ist offen für Kooperationen und soll die Entwicklung lokal produzierter, nachhaltiger Batterietechnologien maßgeblich unterstützen. Das Land Berlin stellt für das Berlin Battery Lab in den Jahren von 2026 bis 2028 rund 2,4 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) zusätzlich zur Verfügung, so die Wissenschaftssenatorin Dr. Ina Czyborra zur Einweihung.

Prof. Dr. Ulrich Panne, Präsident der BAM: "Viele neue Batterietechnologien werden maßgeblich in Deutschland erforscht, finden aber nicht schnell genug den Weg in die Anwendung. Genau hier setzt das Berlin Battery Lab an: Wir bringen in Berlin Forschung, Entwicklung und Zellbau zusammen, berücksichtigen dabei Sicherheitsaspekte und Regelsetzung, um nachhaltige Innovationen in die Praxis zu bringen."

Prof. Dr. Julia von Blumenthal, Präsidentin der HU: "Das Berlin Battery Lab wird die gesamte Forschungskette abdecken, die Zusammenarbeit mit Unternehmen erleichtern und die Prozesse bis hin zur praktischen Anwendung beschleunigen. Das Berlin Battery Lab schafft Innovationen und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Lösung einer der zentralen Herausforderungen unserer Zeit."

Prof. Dr. Bernd Rech, Wissenschaftlicher Geschäftsführer des HZB: "Im Berlin Battery Lab bringen wir unsere unterschiedlichen Kompetenzen zusammen, um die Entwicklung und den Technologietransfer in die Industrie zu beschleunigen. Am HZB bauen wir dafür ein neues Pouch-Zellen-Labor für Natrium-Ionen-Batterien auf und stellen neueste Charakterisierungsmethoden an BESSY II zur Verfügung."

Auszeichnung

Im Rahmen der Einweihung wurde Prof. Dr. Philipp Adelhelm (HU) mit einem Wilhelm‑Ostwald‑Fellowship der BAM ausgezeichnet. Die nach dem Nobelpreisträger Wilhelm Ostwald benannte Auszeichnung würdigt Adelhelms Beiträge zur physikalischen Chemie der Batterien, insbesondere im Bereich der Natrium‑Ionen‑Technologie. Professor Adelhelm ist neben Dr. Tim-Patrick Fellinger (BAM) und Prof. Dr. Yan Lu (HZB) einer der drei wissenschaftlichen Leiter des Berlin Battery Lab.

Quelle: BAM

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