Neurologie
Prof. Dr. Uta Meyding-Lamadé erhält das Bundesverdienstkreuz
Prof. Dr. Uta Meyding-Lamadé erhält das Bundesverdienstkreuz. Die Neurologin steht für Spitzenmedizin, Digitalisierung und internationale Zusammenarbeit und für die Frage, wie sich scheinbar Unmögliches möglich machen lässt.
Manche Sätze begleiten einen ein Berufsleben lang. Bei Prof. Dr. Uta Meyding-Lamadé war es ein Satz des Widerstands: „Das geht doch nicht.“ Sie hat ihn oft gehört: in der Medizin, in der Wissenschaft, in der Entwicklung neuer Versorgungsstrukturen. Irgendwann, erzählt sie, habe sie beschlossen, ihn nicht mehr als Warnung zu verstehen, sondern als Einladung. Die entscheidende Frage sei nicht, warum etwas nicht möglich sei, sondern: „Wie können wir es möglich machen?“
Für diesen Gestaltungswillen ist die Frankfurter Neurologin nun ausgezeichnet worden. Prof. Meyding-Lamadé erhielt am 13. Juli 2026 in Wiesbaden das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Geehrt wird damit eine Ärztin, die klinische Exzellenz, wissenschaftliche Neugier und gesellschaftliche Verantwortung über Jahrzehnte miteinander verbunden hat.
Als Chefärztin der Klinik für Neurologie am Krankenhaus Nordwest in Frankfurt am Main gehört Meyding-Lamadé zu den prägenden Persönlichkeiten der deutschen Neurologie. Die international anerkannte Neuroinfektiologin hat nicht nur die Entwicklung ihres Fachgebiets mitgestaltet, sondern auch die Arbeit der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) über viele Jahre in führenden Funktionen geprägt.
Ihr medizinisches Wirken endet nicht an den Grenzen des eigenen Gesundheitssystems. Seit Jahrzehnten verbindet Meyding-Lamadé Spitzenmedizin mit wissenschaftspolitischem Engagement, Digitalisierung und dem Aufbau neurologischer Versorgungsstrukturen in Afrika und Südostasien. Dabei geht es ihr nicht darum, Wissen aus Deutschland in andere Länder zu exportieren. Internationale Kooperation versteht sie vielmehr als Austausch, bei dem beide Seiten voneinander lernen können.
Gerade dort, wo Ressourcen knapp seien, entstünden häufig besonders kreative und pragmatische Lösungen, etwa in der Telemedizin oder der digitalen Patientenversorgung. „Wir sollten aufhören zu glauben, wir hätten auf jede Frage bereits die beste Antwort“, sagt Meyding-Lamadé.
Auch in Deutschland zählt sie seit vielen Jahren zu den Wegbereiterinnen digitaler Versorgungskonzepte in der Neurologie. Früh setzte sie sich für Telemedizin ein und war daran beteiligt, entsprechende Strukturen in der neurologischen Versorgung aufzubauen. Heute beschäftigt sie sich intensiv mit den Möglichkeiten Künstlicher Intelligenz in der Medizin.
Dabei geht es ihr nicht darum, ärztliche Entscheidungen durch Technik zu ersetzen. Vielmehr sieht sie in der KI eine Möglichkeit, Ärztinnen und Ärzte von Bürokratie und wiederkehrenden Aufgaben zu entlasten. „Ich glaube, die größte Chance der Künstlichen Intelligenz besteht darin, dass Ärztinnen und Ärzte endlich wieder Ärztinnen und Ärzte sein können“, betont sie.
Als Neuroinfektiologin beschäftigt sich Meyding-Lamadé seit vielen Jahren mit globalen Gesundheitsfragen. Klimawandel, internationale Mobilität und neue Infektionskrankheiten zeigen aus ihrer Sicht, dass Gesundheitspolitik nicht mehr ausschließlich national gedacht werden kann. Gesundheit sei längst eine globale Aufgabe und internationale Zusammenarbeit deshalb nicht nur eine Frage der Solidarität, sondern auch der vorausschauenden Vorsorge.
Ein weiterer Schwerpunkt ihres Engagements liegt in der Förderung des medizinischen Nachwuchses. Besonders die Unterstützung von Frauen auf dem Weg in Führungspositionen ist ihr wichtig. Führung bedeutet für sie vor allem, Verantwortung zu übernehmen, Menschen zu fördern und neue Wege zu eröffnen. Junge Kolleginnen und Kollegen ermutigt sie, neugierig zu bleiben, internationale Erfahrungen zu sammeln und Netzwerke aufzubauen.
Mit dem Bundesverdienstkreuz wird eine Medizinerin ausgezeichnet, deren Arbeit weit über die Grenzen einer Klinik hinauswirkt. Prof. Meyding-Lamadé verbindet Forschung und Versorgung, Digitalisierung und ärztliche Verantwortung, nationale Expertise und internationale Zusammenarbeit. Ihr Leitmotiv bleibt dabei eine Haltung, die ihren beruflichen Weg geprägt hat: Wo andere Grenzen sehen, sucht sie nach Lösungen.
Quelle: Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V.










