Für neue Einblicke in Batteriezellen

Barbara Schick,

Infrastruktur am MEET erweitert

Am Batterieforschungszentrum MEET in Münster wurden mit zwei hochmodernen Geräten weitere Analysemöglichkeiten von Batteriezellen geschaffen (MEET steht für Münster Electrochemical Energy Technology). Neu an diesem Forschungszentrum der Universität Münster sind das induktiv gekoppelte Plasma-Flugzeit-Massenspektrometer (ICP-TOF-MS) und das Orbitrap-Massenspektrometer mit der Option für Flüssigchromatographie (LC) und Matrix-unterstützte Laser-Desorption/Ionisation (MALDI). Ziel ist es, chemische Prozesse innerhalb von Batterien noch genauer zu untersuchen und besser zu verstehen. Die Geräte sind Teil des Projekts "AUForPro – Analytik zur Unterstützung der Lithium-Ionen-Batterie-Forschung, -Produktion und des Recyclings". Das Vorhaben wird mit mehreren Millionen Euro aus dem Förderprogramm "Forschungsinfrastrukturen.NRW" gefördert.
Mit dem Plasma-Flugzeit-Massenspektrometer können einzelne Partikel von Batteriematerialien gezielt untersucht werden. © MEET/Bartling

"Die neuen Geräte erweitern nicht nur unsere Analysemöglichkeiten, sondern stehen auch für die Innovationskraft unseres Instituts. In der Batterieforschung kommen sie bislang kaum zum Einsatz", so Dr. Sascha Nowak, Leiter des Forschungsbereichs Analytik & Umwelt am MEET Batterieforschungszentrum. "Damit können wir unsere Forschung auf internationalem Spitzenniveau weiter ausbauen."

Die neuen Technologien ermöglichen es, sowohl gewünschte als auch unerwünschte Prozesse in Batteriezellen detailliert zu untersuchen. Dazu zählt etwa die Bildung der sogenannten Solid Electrolyte Interphase (SEI) – einer schützenden Grenzschicht zwischen dem flüssigen Elektrolyten und der festen Elektrode, die für die Leistungsfähigkeit von Batterien entscheidend ist. Gleichzeitig lassen sich Alterungsprozesse präziser analysieren, um ihre Auswirkungen zu verringern oder künftig ganz zu vermeiden.

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Seit kurzem kann am MEET-Batterieforschungszentrum mit dem neuen Orbitrap-Massenspektrometer ein weiteres Forschungsgerät genutzt werden. Bild: MEET/Bartling © MEET/Bartling

Spezielle Materialuntersuchungen

Mit Hilfe des Plasma-Massenspektrometers können einzelne Partikel von Batteriematerialien gezielt zu untersucht werden. Alterungseffekte können dadurch nicht mehr nur im Durchschnitt betrachtet werden, sondern für jedes Partikel separat. Solche Untersuchungen helfen dabei, das Batterierecycling weiterzuentwickeln. Das Orbitrap-Massenspektrometer nutzen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, um die Struktur komplexer Moleküle zu entschlüsseln. Ein besonderer Vorteil ist die MALDI-Option: Sie macht sichtbar, wie Moleküle auf Oberflächen – etwa von Elektroden – verteilt sind. So lassen sich Rückschlüsse auf Zusammensetzung und Gleichmäßigkeit wichtiger Grenzschichten ziehen. "Die Analyseergebnisse helfen uns langfristig dabei, leistungsfähigere, langlebigere und stabilere Batterien zu entwickeln und die Zellproduktion weiter zu verbessern", betont Dr. Simon Wiemers-Meyer, stellvertretender Leiter des Forschungsbereichs Analytik & Umwelt am MEET.

Kooperationen mit der Industrie

Auch Unternehmen können von den neuen Analysemöglichkeiten profitieren. Insbesondere kleine und mittelständische Betriebe ohne eigene Analytik können in Kooperation mit dem MEET Batterieforschungszentrum Forschungs- und Entwicklungsprojekte gemeinsam angehen.

Quelle: Universität Münster

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