Speziallabore geplant

Modernes Laborgebäude für kriminaltechnische Untersuchungen

Das Landeskriminalamt Schleswig-Holstein verfügt bald über ein neues kriminaltechnisches Laborgebäude für erkennungsdienstliche und kriminaltechnische Untersuchungen – mit Speziallaboren auf vier Ebenen.

Hier entsteht ein Gebäude für kriminaltechnische Untersuchungen mit Speziallaboren auf vier Ebenen. © Ulrich Hoppe

Das Land Schleswig-Holstein investiert rund 29 Millionen Euro in den Neubau auf dem Gelände des Polizeizentrums Eichhof in Kiel – überwiegend aus dem Infrastrukturprogramm „Impuls“. Die Fertigstellung des Gebäudes, das unter der Leitung der Gebäudemanagement Schleswig-Holstein AöR (GMSH) entsteht, ist für Frühjahr 2021 geplant. „Ich freue mich auf den Umzug in das neue KT-Laborgebäude. Er sichert langfristig die hohe Qualität unserer Dienstleistungen für Polizei und Justiz. Hinzu kommen kompetente und hochmotivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – ein gelungenes Gesamtpaket“, sagte KTI-Leiter Dr. Attila Kuczmann.

Digitales 3D-Datenmodell

Einige Gebäudeteile hat das Planungsbüro in einem digitalen 3D-Datenmodell geplant. Bei der als Building Information Modeling (BIM) bekannten Methode werden Gebäude virtuell am Computer gebaut, bevor die Handwerker auf der Baustelle tätig werden. In das hochkomplexe Datenmodell werden alle Entwicklungen und Veränderungen eingepflegt, so dass alle Gewerke immer den jeweiligen Planungsstand kennen und Störungen des Bauablaufs vermieden werden können. Friedemann Jung vom Architektur- und Ingenieurbüro pbr Planungsbüro Rohling AG aus Osnabrück zur Planungsmethode BIM: „Die Arbeitsweise ermöglicht unterschiedlichen Gewerken, gemeinsam an einem 3D-Model zu arbeiten. Das vereinfacht insbesondere die Planung der zahlreichen und unterschiedlichen Laborbereiche.“

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Speziallabore auf vier Ebenen

Das Kriminaltechnische Laborgebäude verfügt über 4 200 Quadratmeter Nutzfläche und hat vier Geschosse, die durch ein Staffelgeschoss auf dem Dach und ein Untergeschoss für die Gebäudetechnik ergänzt werden. Rund 160 Labor-, Funktions- und Büroräume entstehen in dem Neubau. Im Erdgeschoss werden Verwaltungsbüros und die Schusswaffenanalyse eingerichtet, im ersten Obergeschoss die Schriftanalyse und die Materialanalytik. Im zweiten Obergeschoss liegen die Räume für DNA-Analyse, Daktyloskopie und Spurensicherung und im dritten Obergeschoss die Toxikologie, Textilspuren, Brand- und Explosionsanalyse. Das Asservatenlager erhält eine eigene LKW-Einfahrt.

Der Neubau ist erforderlich, weil es immer mehr Untersuchungsaufträge für Beweisgegenstände gibt, für die auch mehr Personal und mehr Analysegeräte notwendig sind. Die verfeinerten Untersuchungsmethoden sind langfristig mit der Lüftungstechnik im Altbau nicht mehr realisierbar. Für eine eindeutige Identifizierung müssen jedoch Kreuzkontaminationen vermieden werden, um eine strikte Trennung von Täter- und Opferspuren sicherzustellen. Dafür muss das Raumklima konstant sein, die Luft frei von Partikeln und die Lichtverhältnisse optimal. Für die Untersuchung von Waffen sind schusssichere Elemente notwendig. Diese polizeispezifischen Anforderungen wird der Neubau erfüllen.

Das Kriminaltechnische Institut (KTI) ist zentraler forensischer Dienstleister der Landespolizei Schleswig-Holstein. Es ist zuständig für kriminalwissenschaftliche und -technische Untersuchungen von Beweismitteln in Strafverfahren. Hauptauftraggeber sind Ermittlungsdienststellen der Polizei und die Staatsanwaltschaft. Pro Jahr erledigen die rund 110 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des KTI ca. 14 000 Untersuchungsaufträge an bis zu 40 000 Untersuchungsgegenständen. Das Untersuchungsspektrum umfasst dabei z. B. DNA-Analysen, daktyloskopische Untersuchungen, Schusswaffen- und Urkundenprüfungen, Untersuchungen an Fasern aller Art, Analysen von Betäubungsmitteln und Explosivstoffen. Das und vieles mehr geschieht mit modernsten Methoden, Geräten und wissenschaftlichem Know-how in Speziallaboren.

Quelle: Gebäudemanagement Schleswig-Holstein AöR (GMSH),
LKA Schleswig-Holstein

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