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Forschungsgebäude plus Anwendungszentrum

Neubauten für nachhaltige Forschung für Energie und Umwelt

Beim Zentrum für Energie und Umweltchemie der Universität Jena wurden ein zweites Forschungsgebäude sowie ein Anwendungszentrum eröffnet.

© Jens Meyer/Uni Jena

Die Erweiterungsbauten des Zentrums für Energie und Umweltchemie (CEEC Jena) der Universität Jena unterstützen die Forschungsarbeiten nicht nur durch mehr Raum. "Bereits die funktionale Architektur des neuen Zentrums mit seinen Speziallaboren hat uns dabei geholfen, erfolgreich koordinierte Programme bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft sowie das neue Helmholtz-Institut HIPOLE Jena einzuwerben", erläutert Prof. Dr. Ulrich S. Schubert. Der Jenaer Chemiker und Materialwissenschaftler denkt dabei u. a. an die erfolgreiche Verlängerung des DFG-Schwerpunktprogrammes "Polymer-basierte Batterien" und die Einwerbungen der neuen DFG-Forschungsgruppe "FuncHeal" sowie des Thüringer Wasser-Innovationsclusters ThWIC. Alle diese und weitere Projekte finden nun Platz im CEEC Jena II und dem Anwendungszentrum CEEC Jena (AWZ CEEC Jena), die am 12. April 2024 offiziell eröffnet wurden. Neben Vertretern der Universität und der Stadt nahmen unter anderem Ministerpräsident Bodo Ramelow, Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee und die Baustaatssekretärin Prof. Dr. Barbara Schönig teil.

"Diese Neubauten zeigen, dass die Friedrich-Schiller-Universität nicht nur Spitzenforschung betreibt, sondern auch sehr gut bauen kann. Denn bei diesen Gebäuden waren wir erstmals selber Bauherr, und dass wir trotz Corona fast im Zeitplan und seit 2021 im Kostenrahmen geblieben sind, zeigt, dass das Vertrauen, das das Land in uns gelegt hat, gerechtfertigt war", sagte der amtierende Leiter der Universität Jena, Prof. Dr. Georg Pohnert, und dankte allen am Bau Beteiligten sowie den Förderern.

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Die beiden Gebäudeteile, die sich unter einem Dach aufteilen, kosteten 53 Mio. Euro, die von Bund und Land mit Unterstützung der Carl-Zeiss- und der Ernst-Abbe-Stiftung sowie mit EFRE-Förderung der EU und Eigenmitteln der Universität finanziert wurden. Zusätzlich förderte das Land mit fast 10 Mio. Euro die Ausstattung mit Geräten, darunter beispielsweise ein Transmissionselektronenmikroskop für Polymermaterialien im Wert von 5,5 Mio. Euro.

Für die Energie der Zukunft forschen

Die Arbeit in den Laboren des Neubaus des Zentrums für Energie und Umweltchemie der Universität Jena sind bereits angelaufen. Hier forschen die Doktorandin Lada Elbinger und der Doktorand Ivan Volodin an Aktivmaterialien für Redox-Flow-Batterien. © Jens Meyer/Uni Jena

All diese Investitionen dienen dazu, dass sich die Jenaer Wissenschaft mit wichtigen (Klima-)relevanten Fragen befassen kann: etwa der Batterie- bzw. Energieforschung, aber auch zahlreichen weiteren Forschungsthemen aus Chemie, Material- und Geowissenschaften. Hier werden metallfreie elektrochemische Energiespeicher (Batterien, Superkondensatoren), Photovoltaik und intelligente Fassaden sowie innovative Wassertechnologien entwickelt. Neue Materialien sollen hier erfunden, synthetisiert, verarbeitet und angewendet werden. Die Forschenden der Bereiche Polymer- wie die Glaschemie bis zur Mineralogie finden in den Neubauten beste Arbeitsbedingungen vor. Insgesamt zwölf Arbeitsgruppen der Universität und des neuen "Helmholtz-Instituts für Polymere in Energieanwendungen Jena" (HIPOLE Jena) ziehen hier ein.

Passend dazu präsentiert sich die äußere Form des Gebäudes, das das Münchener Architekturbüro Telluride (früher: HDR) entworfen hat: Beispielsweise impliziert Kupfer das Material von Folien für Batterieelektroden bzw. Stromkabel. Außerdem passt die kupferne Farbe des Dachriegels zur denkmalgeschützten Klinik aus der Gründerzeit nebenan. Und das Dach voller Solarzellen zur grünen Energieversorgung und mit Versuchsflächen für eigene Solarteststände oder Fassadenbauteile zeigt, dass hier nachhaltig für mehr Nachhaltigkeit in der Zukunft geforscht wird.

Der Neubau mit den beiden Gebäudeteilen umfasst zusammen 4 000 m2 Hauptnutzfläche und beherbergt mehr als 40 Büroräume und 60 Labore. Im Anwendungszentrum wurde ein Technikum für Upscaling und Großgeräte eingerichtet. Hier ist es jetzt möglich, Forschungsergebnisse eng an eine mögliche spätere Produktion heranzuführen und bereits vor Ort größere Mengen der erwünschten Materialien herzustellen und zu verarbeiten.

"Nun wurden innerhalb von zehn Jahren 85 Millionen Euro plus 20 Millionen Euro Investments in den Landgrafen-Campus gemacht, in vier über Brücken miteinander verbundene Gebäude. Dies ermöglicht der Universität Jena die 2010 begonnenen Forschungsinitiativen in den Feldern Polymer- und Materialforschung für Energie-, Umwelt- und Pharma-Anwendungen in einer komplett neuen Qualität durchzuführen", sagte Professor Schubert. "Wir alle hier werden jetzt daran gehen, diese Investitionen zu rechtfertigen, indem wir Forschung auf Spitzenniveau betreiben und diese in Produkte überführen, die wiederum zu neuen Arbeitsplätzen in Thüringen führen."

Quelle: Friedrich-Schiller-Universität Jena

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