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Neue Labore für Gen- und Zelltherapien

Melanie Steinbeck,

Bau des "Berlin Center for Gene and Cell Therapies" gestartet

Mit einem feierlichen Spatenstich haben am 16. September 2025 die Bauarbeiten für das Berlin Center for Gene and Cell Therapies (BC GCT) in Berlin-Mitte begonnen. Das Gemeinschaftsprojekt von Bayer AG und der Charité – Universitätsmedizin Berlin, das erst im Juni 2024 vorgestellt wurde, wird seit heute offiziell um das Berlin Institute of Health in der Charité (BIH) erweitert.

Vertreter*innen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft beim Spatenstich zum BC GCT. © Bayer & Charité | Norbert Ittermann

Bei der Zeremonie waren unter anderem Bundesfinanzminister Lars Klingbeil, Bundesforschungsministerin Dorothee Bär und Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner anwesend.

Ziel: Translation beschleunigen

Das neue Zentrum soll die sogenannte „Translation“ im Bereich Gen- und Zelltherapien fördern, also den Transfer von Erkenntnissen aus der Grundlagenforschung in konkrete Behandlungsmöglichkeiten. Gen- und Zelltherapien gelten als Hoffnungsträger für Patient:innen, für die bisher keine wirksamen Therapien existieren.

Geplant ist ein Biotech-Ökosystem, das insbesondere Start-ups unterstützt, ihre Ansätze für neuartige Therapeutika in die klinische Entwicklung zu bringen. Das Projekt wird maßgeblich vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) und dem Land Berlin gefördert.

Bauprojekt am Berliner Nordhafen

Das zentrale Gebäude entsteht am Berliner Nordhafen. Der zehnstöckige Bau mit rund 20.000 m² Gesamtfläche wird nicht nur das BC GCT beherbergen, sondern auch weitere Mietparteien.

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Dazu zählt das Bayer Co.Lab Berlin, ein Start-up-Inkubator, der seit 2024 junge Biopharma-Unternehmen unterstützt. Mit dem geplanten Umzug im Jahr 2028 bringt das Co.Lab seine Expertise und Netzwerke in das Projekt ein.

Das BC GCT selbst gliedert sich in:

  • einen Inkubator mit Labor- und Büroflächen für 15 bis 20 Start-ups,
  • sowie eine GMP-zertifizierte Produktionsstätte für Gen- und Zelltherapeutika bis zur klinischen Phase II.

Die Generalplanung verantwortet das Architekturbüro Henn. Den Inkubator betreibt die eigens gegründete Gene and Cell Therapies Incubator Berlin GmbH (Charité und Bayer). Für den Betrieb der GMP-Anlage wurde die Berliner ProBioGen AG beauftragt.

Die Eröffnung ist für 2028 geplant.

Stimmen zum Spatenstich

Lars Klingbeil, Bundesminister der Finanzen:
„Wir investieren in Wachstum und Innovation. Dabei setzen wir gezielt auf Zukunftsbranchen wie Biotech. Das Berlin Center for Gene and Cell Therapies fördert Start-ups dabei, innovative Behandlungen direkt zu den Patientinnen und Patienten zu bringen – und schafft gute, zukunftssichere Arbeitsplätze in Deutschland.“

Dorothee Bär, Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt:
„Der heutige Spatenstich für das Berlin Center for Gene and Cell Therapies zeigt eine gelungene öffentlich-private Kooperation zwischen der Charité, dem Berlin Institute of Health, der Bayer AG und der ProBioGen AG und steht beispielhaft für die Hightech Agenda Deutschland. [...] Das bedeutet nicht nur neuen Schwung für die Biotechbranche in Deutschland, sondern auch Hoffnung für eine große Zahl von Patientinnen und Patienten und Betroffenen von schweren und seltenen Krankheiten.“

Kai Wegner, Regierender Bürgermeister von Berlin:
„Unser Ziel ist klar definiert: Wir wollen ein ,Boston an der Spree‘ schaffen – und hier in Berlin in einem Zentrum für Biotech neue und zukunftsweisende Therapien für die Patientinnen und Patienten entwickeln.“

Franziska Giffey, Bürgermeisterin und Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe des Landes Berlin:
„Dieser Spatenstich ist ein Meilenstein für ein Leuchtturmprojekt, das weit über Berlin hinausstrahlt. Mein Dank gilt allen, die unermüdlich für den Erfolg dieses Projektes arbeiten – gemeinsam sichern wir Berlins Platz als führende Innovationsmetropole Europas.“

Dr. Henry Marx, Staatssekretär für Wissenschaft und Forschung des Landes Berlin:
„Mit dem neuen Berlin Center for Gene and Cell Therapies bauen wir Berlins Position als einen der bedeutendsten Wissenschaftsstandorte Europas weiter aus.“

Prof. Heyo K. Kroemer, Vorstandsvorsitzender der Charité:
„Mit Gen- und Zelltherapien verschieben wir die Grenzen des medizinisch Möglichen. Indem das Berlin Center for Gene and Cell Therapies sowohl die Erforschung als auch die Produktion dieser hochinnovativen Medikamente unter einem Dach vereint, verkürzt es den Weg vom Versuchsstadium zur Anwendung.“

Prof. Christopher Baum, Vorsitzender des BIH-Direktoriums:
„Im BC GCT wird die Nationale Strategie für gen- und zellbasierte Therapien gebaute Realität: Mit Hilfe der Förderung des Bundesforschungsministeriums, die für die kommenden 10 Jahre 76,5 Millionen Euro umfasst, bauen wir eine hochmoderne GMP-Anlage zur Herstellung von Gen- und Zelltherapeutika auf.“

Stefan Oelrich, Vorstand der Bayer AG, Division Pharmaceuticals:
„Der Spatenstich des neuen Gebäudes für das Berlin Center for Gene and Cell Therapies und den Bayer Co.Lab ist ein Signal, dass der Innovations- und Industriestandort Deutschland bei den Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts ganz vorne mitspielen will.“

Hintergrund: Gen- und Zelltherapien

Gen- und Zelltherapien (Advanced Therapy Medicinal Products, ATMPs) gehören zu den bedeutendsten Neuerungen im Gesundheitswesen. Sie basieren auf Genen, Geweben oder Zellen und enthalten häufig lebende Bestandteile – daher werden sie auch „lebende Medikamente“ genannt.

Sie bieten insbesondere für schwere und seltene Erkrankungen, die bisher kaum behandelbar waren, neue Chancen. Während weltweit zahlreiche klinische Studien laufen, sind bislang nur wenige Produkte in Europa zugelassen. Diese Translationslücke soll das Berlin Center for Gene and Cell Therapies schließen.

Über die Partner

Berlin Center for Gene and Cell Therapies (BC GCT): Öffentlich-privates Gemeinschaftsprojekt von Charité, Bayer und BIH mit Inkubator und GMP-Anlage.

Charité – Universitätsmedizin Berlin: Eines der größten Universitätskliniken Europas mit rund 24.300 Beschäftigten.

Berlin Institute of Health (BIH): Forschungseinrichtung mit Schwerpunkt Translation und rund 750 Mitarbeitenden.

Bayer AG: Globales Life-Science-Unternehmen mit den Schwerpunkten Gesundheit und Ernährung, 2024 mit 93.000 Beschäftigten und einem Umsatz von 46,6 Milliarden Euro.

Quelle: Berlin Institute of Health in der Charité (BIH)

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