Symposium zum Thema Sanierung im Labor

Nachdenken spart teures Umbauen!

Sanierung bedeutet immer, sich mit bereits vorgefundenen Strukturen auseinandersetzen zu müssen. Daraus resultieren Fragen über Fragen. Die Referenten auf dem diesjährigen Waldner-Symposium in Isny lieferten Antworten – viele davon überaus anschaulich und praxistauglich.

Rund 130 Teilnehmer kamen im Oktober nach Isny zum Symposium der Firma Waldner Laboreinrichtungen. „Sanieren – oder besser gleich neu gemacht?“ war das Thema des Symposiums, das dieses Jahr bereits zum 19. Mal stattfand.

Wer davon ausgeht, dass Sanierung nur den Ersatz bzw. nur die Einbringung neuer Haustechnik und neuer Laboreinrichtungen bedeutet, hat zu kurz gedacht. Bevor saniert wird, muss erst einmal über die Sanierungsfähigkeit entschieden werden: Macht es überhaupt Sinn zu Sanieren oder kommt man seinen Zielen mit einem Neubau näher? Diese Frage muss – vor allem mit dem Blick auf die Zukunft – sinnvoll beantwortet werden können. Es spielen vor allem die künftigen Anforderungen an das Gebäude, an das Labor, aber auch die vielen neuen Sicherheitsaspekte eine Rolle. Oft ist im Budget nicht bedacht worden, dass in den „schönen neuen Räumen“ jemand für die Zukunft sicher und optimal arbeiten soll.

Sanierung oder Neubau?
Darf sich die Technik und die Einrichtung im Gebäude neue Bahnen brechen? Ganz klar „ja“. Da Sanierung oftmals gleich teuer, wenn nicht sogar teurer ist als ein Neubau, muss hier die Technik und die Ausstattung gewählt werden, um das Projekt für die Zukunft einzurichten. Schade wäre es, wenn man hier am falschen Ende sparen würde. Um diese Maxime einzuhalten, kann es sein, dass Räume „geopfert“, neue Flächen erschlossen, Bestandsgebäude abgerissen oder umgenutzt werden. Budgets könnten verlagert oder komplett anders eingesetzt werden.

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Wie kann man sich vor Überraschungen im Verlauf der Sanierung schützen? In jedem Sanierungsprojekt wird mit großer Wahrscheinlichkeit etwas Unvorhergesehenes auftauchen – ein Überbleibsel aus der Vergangenheit, bei dem das Denkmalamt einschreitet, oder im schlimmsten Fall z.B. Schadstoffe beseitigt werden müssen. Was tun? Wichtig wäre in so einem Fall, dass zeitlicher Puffer für solche Überraschungen eingeplant ist. Ein hehres Ziel, das sich aber auf jeden Fall bezahlt macht.

Labor und Lüftung: Abstimmung erforderlich
Die Rede war bis jetzt immer von Räumen oder Gebäuden. Was aber ist mit der Lüftung im Labor? Auch hier zahlt sich aus, wenn in der Vergangenheit an die Zukunft gedacht wurde und die Lüftungsanlage noch nicht an ihre Grenzen gestoßen ist. Es muss im Vorfeld alles exakt durchgerechnet werden – wenn das Projekt erst realisiert ist, kann keine Luft mehr herbei gezaubert werden.

Eine denkbare Lösung wäre z.B. die Abzüge durch solche zu ersetzen, die weniger Luft benötigen. Solche Szenarien machen deutlich, dass sich Labor- und Lüftungsplaner sehr eng abstimmen müssen, um diese Punkte bereits in der Vorphase des Projekts abzuklären. Auch die viel diskutierten Gleichzeitigkeitsfaktoren müssen bereits in der Planung eindeutig und realistisch festgelegt und vor allem im Nachhinein eingehalten werden.

Und dann wäre da ja noch der Nutzer. Wohin mit ihm in der Sanierungsphase? Ausweichflächen ist das geflügelte Wort. Aber woher zaubern? Glücklich kann sich schätzen, wer Schichten oder Studienpläne so gestalten kann, dass sich die Sanierung bei laufendem Betrieb realisieren lässt. Ansonsten müssen Ausweichflächen geschaffen werden. Mit vorgefertigten Einheiten (Modulbauweise) kann hier zumindest für den Übergang ein attraktives Ersatz-Arbeitsfeld geschaffen werden.

Fazit
Das Symposium verdeutlichte, dass wirklich sehr viele Kriterien bei der Entscheidung eine Rolle spielen, ob und in welchem Ausmaß saniert wird. Gerade deshalb darf hier im Vorfeld der Gedanke an einen Neubau ruhig gedacht werden!

Birgit Burger

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