Software „Cuttlefish“

Der Tintenfisch als Schlüssel für den 3D-Druck

Seit 30 Jahren wird dreidimensional gedruckt. Die Forscher am Fraunhofer IGD in Darmstadt haben nun eine Software entwickelt, mit der ein Schritt auf dem Weg zur 3D-Kopie gelungen ist. Zusammen mit dem House of IT bietet das Fraunhofer IGD durch das FabLab Darmstadt einen Einstieg in diese Produktionsverfahren.

Echter Mann oder 3D-Farbdruck? „Cuttlefish“ erstellt 3D-Drucke, die vom Original nur schwer zu unterscheiden sind. (Bild: Fraunhofer IGD)

Seit Jahrtausenden sind die Menschen von der Natur und ihren Phänomenen begeistert und versuchen diese Beobachtungen technisch nachzuahmen. So auch beim Tintenfisch, der sich optisch an seine Umgebung anpasst, um von Feinden nicht erkannt zu werden. Unter der Haut trägt das Tier Säckchen mit Farbstoffen, die verschiedene Töne annehmen, die Oberfläche uneben aussehen lassen und die Umgebung reflektieren können.

„Cuttlefish“ - ein Tier als Inspiration für den 3D-Druck
Das natürliche Verhalten des Tintenfischs ist für die Forscher des Fraunhofer IGD der Ansporn, die Druckergebnisse der 3D-Drucker zu verbessern. Fehler, die durch die begrenzten Möglichkeiten der Drucker entstehen, sollen dem Betrachter künftig nicht mehr auffallen. Probleme bereiten den aktuell auf dem Markt erhältlichen Geräten der Glanz und die Lichtdurchlässigkeit des verwendeten Materials. Um dem entgegenzuwirken, haben die Forscher am Fraunhofer IGD die Software „Cuttlefish“ (auf Deutsch: Tintenfisch) entwickelt.

Mit der neuen webbasierten Drucker-Software „Cuttlefish“ ist es möglich, mit mehreren Materialstärken gleichzeitig zu arbeiten, die Oberflächenstruktur genauer anzupassen, die Farben des Originals besser wiederzugeben und auf den Druckvorgang durch Vorab-Simulation Einfluss zu nehmen. „Unsere Vision ist es, dass der 3D-Druck vom Original nicht mehr mit bloßem Auge zu unterscheiden ist“, sagt Dr. Philipp Urban, Abteilungsleiter „3D-Druck-Technologie“ am Fraunhofer IGD. „Der „Cuttlefish“ ist ein wichtiger Schritt auf diesem Weg“.

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Das FabLab macht 3D-Drucker zugänglich
Die Kombination von automatischem Scan und 3D-Druck bietet gerade für die industrielle Fertigung großes Potenzial. „Prototypen lassen sich kostengünstig, schnell und nach individuellen Wünschen erstellen“, erklärt Prof. Peter Buxmann, Vorstandsmitglied des House of IT. „Unser FabLab zeigt bereits heute, was für Möglichkeiten 3D-Drucktechniken gerade Startups und jungen Gründern bieten.“ Das FabLab (kurz für fabrication laboratory; Fabrikations-Labor) im Fraunhofer IGD bietet Interessierten die Möglichkeit, neue Technologien der digitalen Fertigung auszuprobieren und mit ihnen zu experimentieren. 3D-Drucker, 3D-Scanner und andere rare Werkzeuge stehen dort öffentlich und unentgeltlich zur Verfügung.

Weitere Informationen:
https://www.cuttlefish.de/

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