Editorial

Back to the Roots

Zur Stromversorgung mobiler Geräte wie Handys, Kameras und Laptops dienen heutzutage in erster Linie Lithium-Ionen-Akkus. Denn gegenüber den vor wenigen Jahren noch verwendeten Nickel-Cadmium- und Nickel-Metallhydrid-Batterien zeichnen sie sich durch höhere Effizienz, Fehlen des sogenannten Memory-Effektes beim Aufladen sowie eine hohe Energiedichte aus. Dank dieser Eigenschaften lassen sich kleine, leichte und schnell aufladbare Batterien realisieren, die allerdings noch relativ teuer sind und im Betrieb nicht ganz so robust wie ihre Vorgängerinnen.

In ein bis zwei Jahren dürften weiter verbesserte Lithium-Ionen-Akkus auch bei wesentlich größeren „Geräten“ für Mobilität sorgen. Die Rede ist hier vom Automobil, genauer gesagt vom Elektromobil. Japanische Hersteller bieten ja bereits heute Hybridfahrzeuge an, in denen eine Kombination aus Elektro- und Verbrennungsmotor für Vortrieb sorgt. Der Elektromotor wirkt hier jedoch in erster Linie unterstützend beim Beschleunigen und seine Batterien werden während der Fahrt mit dem Verbrennungsmotor aufgeladen. Im Gegensatz dazu sind die angekündigten Fahrzeuge mit Lithium-Ionen-Akku – Vorreiter dürfte auch hier Japan sein – echte Elektroautos, zumindest im Kurzstreckenbetrieb im Bereich von 50...100 km.

Der Verband der Elektrotechnik (VDE) hat im Dezember die Ergebnisse einer Studie zu Energiespeichern in Stromversorgungssystemen vorgestellt. Darin wurde auch der Themenkomplex Lithium-Ionen-Batterien/Auto analysiert und vorhergesagt, dass Elektrofahrzeuge das traditionelle Automobil sukzessive ersetzen werden. Im Hinblick auf eine importunabhängige, umweltfreundliche und schnell umsetzbare Lösung favorisiert die Studie sogenannte Plug-in-Hybridfahrzeuge, die über einen Elektromotor für den Stadt- und Kurzstreckenverkehr und einen Verbrennungsmotor für Überlandfahrten verfügen, wobei die Batterien des Elektroantriebs an einer herkömmlichen Steckdose (Plug-in!) aufgeladen werden können. Ökologisch Sinn macht das natürlich nur, wenn der Ladestrom überwiegend CO2-frei oder zumindest CO2-neutral erzeugt wurde.

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Auch deutsche Automobilhersteller scheinen batteriebetriebene Motoren endlich ernst zu nehmen. So gab Daimler kurz vor Weihnachten die Bildung einer Allianz mit Evonik Industries bekannt, deren Ziel die Entwicklung und Produktion von Lithium-Ionen-Batterien für Kfz-Antriebe ist. Die Serienproduktion entsprechender Fahrzeuge ist für 2012 geplant.

Übrigens: Die Kombination aus Fahrzeug, Elektromotor und Batterien ist gar nicht so neu. Bereits 1881 stellte der Franzose Gustave Trouvé auf der Internationalen Elektrizitätsausstellung ein dreirädriges Automobil vor. Als Antrieb diente ein von Bleiakkus gespeister Elektromotor. Die „Benzinkutschen“ von Benz und Daimler hingegen rollten erst 1886 aus der Werkstatt!

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