EditorialGetrübte Stimmung

Produktionseinschränkungen, Kurzarbeit, drohende Entlassungen – was mit einer Immobilien- und Finanzmarktkrise in den USA begann, schlägt nun voll auf die hiesige Wirtschaft durch. Bemerkbar macht sich dies insbesondere in der Automobilindustrie, die ihrerseits wieder andere Branchen mit in die Abwärtsspirale zieht. Betroffen sind zunächst einmal die Zulieferer und damit die Maschinenbau- und Elektroindustrie, aber selbstverständlich auch die Chemie. Bauwirtschaft und Konsumgüterhersteller – nicht nur die von Autos – dürften die Krise ebenfalls zu spüren bekommen. Und auch die sind Kunden der chemischen Industrie.

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Editorial: Getrübte Stimmung

Kurz vor Drucklegung dieser LABO-Ausgabe hat uns noch der aktuelle Quartalsbericht des Chemie-Branchenverbandes VCI erreicht, den ich Ihnen hier kurz vorstellen möchte: Aufgrund geringerer Nachfrage mussten die deutschen Chemieunternehmen im dritten Quartal die Produktion gegenüber der in den Monaten April bis Juni um 1 % zurückfahren. Auch der Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum ergibt ein Minus von 1 %. Mit durchschnittlich 84 % waren die Produktionskapazitäten aber immer noch ganz gut ausgelastet.

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Der Umsatz der Branche verringerte sich im dritten Quartal ebenfalls geringfügig, obwohl die Erzeugerpreise wegen der zwischenzeitlich hohen Energie- und Rohstoffkosten deutlich anzogen: Saisonbereinigt lagen die Verkäufe mit 42,5 Mrd. Euro um 1 % niedriger als in den vorangegangenen drei Monaten. Dabei entfällt auf das Inlandsgeschäft ein Minus von 1,5 %; die Exporte gingen um 0,5 % zurück.

Auch wenn die neuen wirtschaftlichen Eckdaten keineswegs dramatisch schlecht ausfallen, so zeigen sie doch eines: Die Konjunkturabschwächung hat jetzt auch die chemische Industrie erreicht. Wie stark sie indes ausfällt, werden die nächsten Monate zeigen. Laut einer Befragung des Instituts für Wirtschaftsforschung (ifo) ist die Branche mit der aktuellen Lage zwar zufrieden, schätzt die weitere Entwicklung allerdings pessimistisch ein. Die meisten Unternehmen gehen davon aus, dass sich die Chemiekonjunktur weiter abschwächt. Keine guten Aussichten für 2009 also.

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