Editorial

Wachstum trotz Krise


Weihnachten steht vor der Tür, liebe Leserin, lieber Leser, und vor Ihnen liegt die letzte Ausgabe der LABO in diesem Jahr. Anlass genug, um das Zurückliegende im Hinblick auf die wirtschaftliche Entwicklung der Chemiebranche Revue passieren zu lassen. Und die kann sich wirklich sehen lassen: Die Produktion legte gegenüber 2010 um 4 % zu, der Umsatz stieg um stolze 9 % auf 186,5 Mrd. Euro und liegt damit so hoch wie noch nie. Von diesem Aufwärtstrend profitierte auch die Beschäftigtenzahl: Sie stieg auf 425000 Mitarbeiter und damit um 2,5 %. Von einem Rekordjahr 2011 spricht daher auch der Verband der Chemischen Industrie (VCI). Die Zuwächse bei Umsatz und Produktion, hieß es Anfang des Monats auf einer VCI-Pressekonferenz, seien deutlich höher ausgefallen, als man noch vor einem Jahr erwartet habe. „Bei einigen Chemikalien war die Nachfrage zeitweilig so groß, dass die Produktionskapazitäten nicht immer ausreichten, um den Bedarf der Kunden zu bedienen“, erläuterte VCI-Präsident Dr. Klaus Engel die Situation.

Ob dies so bleibt? Wohl kaum angesichts der Krise um Euro und Staatsschulden, deren Auswirkung auf die Branche allerdings nur schwer abzuschätzen ist. „Eine treffsichere Vorhersage für die nächsten 12 Monate zu machen ist schwierig“, sagte Engel. „Der Nebel ist in jüngster Zeit dichter, die Sichtweite geringer geworden.“ Dennoch geht der Verband der Chemischen Industrie auch für 2012 von weiterem, wenn auch geringem Wachstum aus. So soll die Produktion um 1 % zulegen und der Umsatz um 2 %. Als Begründung für den anhaltenden Aufwärtstrend führt der VCI folgende Faktoren ins Feld: die aktuell geringen Lagerbestände der Industriekunden, die prognostizierte Stabilität bei den Chemierohstoff-Preisen, kontinuierlich steigende Exporte in Länder außerhalb der EU und ein von Wirtschaftsforschungsinstituten vorausgesagtes weiter steigendes Bruttosozialprodukt in Europa.

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Nun, im Dezember 2012 wissen wir mehr. Hoffen wir zumindest, dass die Politik die Krise bis dahin einigermaßen in den Griff bekommt und der VCI mit seiner Prognose richtig, ja vielleicht sogar zu niedrig liegt.

Bleibt mir nur noch, Ihnen im Namen des gesamten LABO-Teams ein gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr zu wünschen.

Jürgen Wagner

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