Auszeichnung für Neurogenese-Forschung

Carl Zeiss Lecture

Die Deutsche Gesellschaft für Zellbiologie (DGZ) und Zeiss haben Professor Magdalena Götz am 24. März 2015 in Köln mit der Carl Zeiss Lecture geehrt. Diese Auszeichnung würdigt international herausragende Leistungen in der Zellbiologie sowie Mikroskopiemethoden, die für die Erforschung zellbiologischer Fragestellungen richtungsweisend sind.

Dr. Herbert Schaden (Zeiss), Prof. Ralph Graeph (Präsident der DGZ), Prof. Magdalena Götz (Preisträgerin der Carl Zeiss Lecture), Dr. Richard Ankerhold (Zeiss), Prof. Carien Niessen (Vizepräsidentin und lokale Organisation der DGZ).

Götz ist Direktorin des Instituts für Stammzellforschung am Helmholtz-Zentrum München und Inhaberin des Lehrstuhls für Physiologische Genomik an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Sie forscht an der Entstehung und Entwicklung von Nervenzellen, der sogenannten Neurogenese, sowie zu Reparaturmechanismen im Gehirn. Moderne mikroskopische Methoden zur Lebendzellbeobachtung spielen bei ihren Arbeiten eine zentrale Rolle. Die Wissenschaftlerin wurde 2007 mit dem Leibniz-Preis, dem höchstdotierten deutschen Forschungspreis, geehrt und erhielt 2010 das Bundesverdienstkreuz.

Dr. Richard Ankerhold, verantwortlich für die globale Vertriebsunterstützung im Unternehmensbereich Microscopy bei Zeiss, war selbst am Auswahlprozess beteiligt und bekräftigt die Entscheidung: „Mit Professor Magdalena Götz haben wir eine Forscherin gewürdigt, deren Arbeiten Lehrbuchwissen in Frage gestellt und zu wegweisenden Erkenntnissen geführt haben. Damit hat sie unsere heutige Sicht auf die Entwicklung des Gehirns, die Reaktionen auf Verletzungen und mögliche Behandlungsansätze maßgeblich beeinflusst. Sie ist eine Hoffnungsträgerin für Alzheimer- und Parkinsonpatienten, aber auch für Querschnittsgelähmte oder Schlaganfall-Geschädigte.“

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Nervenzellen im menschlichen Gehirn sterben beispielsweise nach einer Verletzung oder auch im Alter ab. Dies kann dramatische Folgen für die Betroffenen haben. Bisher ging die Wissenschaft davon aus, dass sich das Gehirn nach Verletzungen nicht regenerieren kann - im Gegensatz beispielsweise zur Reaktion nach Hautverletzungen. Götz widerlegte diese Ansicht mit ihren Forschungen an sogenannten Gliazellen, die bis zu 90 Prozent der Gehirnmasse ausmachen. Einige dieser Zellen besitzen die Fähigkeit, neue Nervenzellen zu bilden.

Die Carl Zeiss Lecture wurde 1990 von Zeiss gestiftet, um die DGZ dabei zu unterstützen, international anerkannte Wissenschaftler zu ihren Jahrestagungen einzuladen. 1993 vereinbarten Zeiss und die DGZ gemeinsam, die Carl Zeiss Lecture in einen Preis umzuwandeln. Die Vorlesung und Preisvergabe finden jährlich während der Eröffnungsveranstaltung der Jahrestagung der DGZ statt.

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