Halbjahresergebnis der Deutschen Chemischen Industrie

Durchwachsene Bilanz

Die Bilanz der chemischen Industrie in Deutschland fällt für das erste Halbjahr durchwachsen aus. Die Produktion konnte zwar zulegen, aber der Umsatz entwickelte sich wegen sinkender Preise nur schleppend.

Entwicklung der Chemie- und Pharmaproduktion in Deutschland (Quellen: Statistisches Bundesamt, VCI).

Während die Abwertung des Euro die Exporte nach Übersee beflügelte, blieb die Nachfrage nach chemischen Erzeugnissen im Inland verhalten. Insgesamt stieg die Produktion in Deutschlands drittgrößter Branche in den ersten sechs Monaten um 1 %. „Der Aufwärtstrend ist zwar zu erkennen. Er wirkt aber kraftlos. Es fehlen nachhaltige Impulse von der Weltwirtschaft“, sagte Marijn Dekkers, Präsident des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI).

Der VCI rechnet trotz der voranschreitenden wirtschaftlichen Erholung in Europa nicht damit, dass sich die Geschäftslage der chemisch-pharmazeutischen Industrie in der zweiten Jahreshälfte signifikant verbessert. Profitieren sollte die Branche weiterhin vom schwachen Euro bei den Exporten und vom billigen Öl, das vor allem Nachteile bei den Produktionskosten von Basis-Chemikalien gegenüber der Konkurrenz aus den USA oder dem Nahen Osten abmildert. Für das Gesamtjahr 2015 geht der VCI unverändert von einem Zuwachs der Chemie-Produktion um 1,5 % aus. Der Gesamtumsatz sollte um 0,5 % auf 191,8 Mrd. Euro steigen, wozu vor allem das Auslandsgeschäft mit einem Plus von 2 % beiträgt.

Bei rückläufigen Preisen von minus 3 % konnte die Chemie ihren Gesamtumsatz trotz gestiegener Produktionsmenge nur um 0,5 % auf 96,5 Mrd. Euro ausweiten. Im Inland sank der Umsatz wegen des Preiseffektes um 1,5 % auf 37,4 Mrd. Euro. Die Euro-Abwertung beflügelte das Exportgeschäft. Es stieg im ersten Halbjahr 2015 um 2,5 % auf 59,1 Mrd. Euro. Während die Verkäufe nach Westeuropa (EU15) um 0,5 % sanken, stiegen die Verkäufe nach Übersee deutlich: Der Auslandsumsatz mit den NAFTA-Staaten konnte kräftig ausgeweitet werden (+12,0 %). Vor allem das Geschäft mit Pharmazeutika lieferte hier positive Impulse. Ebenfalls deutlich im Plus waren die Verkäufe nach Lateinamerika (+15,5 %) und Asien (+10 %). Wechselkurseffekte sind maßgeblich für den Zuwachs verantwortlich.

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Die Chemieunternehmen haben im Jahresverlauf weiter Beschäftigung aufgebaut. Die Zahl der Arbeitsplätze in der Branche stieg gegenüber dem Vorjahr um 1 % auf aktuell 447 000 Mitarbeiter.

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