Chemische Industrie im Aufwärtstrend

VCI hebt Prognose für Gesamtjahr 2017 an

Der Umsatz der chemisch-pharmazeutischen Industrie erhöhte sich in den ersten sechs Monaten des Jahres um rund 5 % auf 96,9 Mrd. Euro. Die Produktion legte insgesamt um 1,5 % zu. Mit Ausnahme der petrochemischen Grundstoffe (- 3,5 %) verzeichneten alle Sparten einen Mengenzuwachs, wie der Verband der Chemischen Industrie (VCI) in seiner Halbjahresbilanz bekannt gab.

Kernindikatoren der chemischen Industrie in Deutschland im 1. Halbjahr 2017 (Quelle: VCI).

 VCI-Präsident Kurt Bock sagte zur wirtschaftlichen Entwicklung der Branche: „Die aktuelle Lage ist positiv. Wir erwarten auch für die zweite Jahreshälfte anhaltend gute Geschäfte im In- und Ausland.“ In allen für die deutsche Chemie wichtigen Auslandsmärkten rechneten die Unternehmen bis ins kommende Jahr hinein mit einem stabilen Wirtschaftswachstum. „Das gilt nicht nur für Europa, sondern auch für unseren wichtigsten Handelspartner, die USA“, erklärte Bock.

Vor dem Hintergrund des Aufwärtstrends in der Branche erhöht der VCI seine Prognose für das Gesamtjahr 2017: Der Chemieverband geht nun von einem Produktionswachstum von 1,5 % (bisher 1 %) aus. Der Umsatz wird sich voraussichtlich um 5 % auf 194 Mrd. Euro erhöhen.

Investitionen auf Rekordwert

Die Zuversicht der Branche spiegelt sich in den Plänen für Sachinvestitionen in Deutschland wider: Die Unternehmen wollen in diesem Jahr mit rund 7,5 Mrd. Euro mehr als jemals zuvor in Produktionsanlagen und Maschinen investieren. Dieser Rekordwert entspricht einem Anstieg von 6,7 % oder rund 470 Millionen Euro gegenüber 2016. Aber auch die Auslandsinvestitionen sollen sich auf 8,4 Mrd. Euro (+ 5,8 %) erhöhen.

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Der VCI-Präsident appellierte mit Blick auf die bevorstehende Bundestagswahl an alle Parteien, den Standort Deutschland durch gute Industriepolitik zu stärken. In dieser Legislaturperiode seien zwar mit den Branchendialogen des Bundeswirtschaftsministeriums und dem „Bündnis Zukunft der Industrie“ ermutigende Ansätze entstanden. Davon abgesehen seien aber in den letzten vier Jahren kaum konkrete Fortschritte für mehr Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit des Standorts erzielt worden. Lobreden auf die Bedeutung der Industrie und Versprechungen in Wahlprogrammen müssten jetzt auch Taten folgen. Bock: „Wir brauchen mehr Substanz in der Industriepolitik mit dem Ziel, den Standort Deutschland tatsächlich zu stärken.“

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