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Düstere Prognosen schon eingetreten

Mehr als die Hälfte aller Deutschen hat sich vorgenommen, während der Fastenzeit auf etwas zu verzichten. Doch in vielen Fällen bleibt es bei den guten Vorsätzen. Eine Fastenkur wirtschaftlicher Art verschrieb der Horber Roland Riese den Deutschen schon 2008 in seinem viel beachteten Buch "Schlankheitskur für Deutschland". Vier Jahre später fällt seine Bilanz jedoch mehr als ernüchternd aus: "Meine düsteren Prognosen haben sich leider zum größten Teil längst erfüllt. Wir haben keine Zeit mehr!"

Ernüchternde Bilanz nach vier Jahren: Deutschland hilft nur noch eine Fastenkur, ist Buchautor Roland Riese überzeugt.

Die Katastrophe bahne sich sogar schneller an als erwartet, sagt der Unternehmer, denn mit der Finanzkrise in Europa habe Deutschland weitere Verpflichtungen übernehmen müssen. "Das hat unsere Verbindlichkeiten zusätzlich in die Höhe getrieben." Deutschland habe über Jahre mehr Ausgaben als Einnahmen verbucht, "wodurch sich die Schulden ständig erhöhten und die Zinsbelastung steigt." Was haben wir daraus gelernt?

"Bis heute hat man zwar versucht, die jährlich steigenden Verluste zu stoppen, doch zur Rückführung der Schulden hat es nicht gereicht."¿ Von vielen Seiten sei ihm zwar ausdrücklich bestätigt worden: Sein Fachbuch sei überfällig gewesen. Doch niemand habe seine Thesen wirklich ernst genommen, frei nach dem Motto: "Für mich reicht's noch!" Dabei sei es unverantwortlich, die Bürde nachfolgenden Generationen aufzuladen. Zumal die Voraussetzungen für Veränderungen in der Weltwirtschaft bereits zementiert seien. An die 50 Schwellenländer würden intensiv am Ausbau ihrer Industrie arbeiten. "Sie haben die Rohstoffe, mit denen wir nicht aufwarten können." Dabei wäre die Rohstoff-Sicherung eigentlich vordringlichste Aufgabe für unser Land, sagt Roland Riese. Das aber könne nur über Partnerschaften gelingen: Maschinen und technische Hilfe als Gegenleistung.

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Stattdessen überlassen die Deutschen anderen das Feld: "Heute profitieren die Chinesen von unserer Förderung der Solartechnik, obwohl wir vor vier Jahren Weltmeister waren!" Dafür "fördern wir die einseitige Erzeugung von Strom, den wir ohne Leitungsnetze und Energiespeicher gar nicht nutzen können". Riese fordert Transparenz, um diese "gigantische Geldverbrennungsanlage endlich herunter zu regeln".

Nur mit genügend Wertschöpfung könne Deutschland den Schuldenberg abtragen. Doch ohne gut ausgebildete Fachkräfte werde das nicht gelingen. "Bei den Ingenieuren gehen mehr in Pension als von den Hochschulen nachrücken", so Riese, "und anderswo schließen 60 Prozent mehr ihr Studium mit einem Diplom ab." Daraus schließt der Unternehmer: "Die Jugend im Ausland hat den größeren Bildungshunger." Die Ignoranz seiner Thesen gehe sogar so weit, berichtet der Autor, dass er von Gewerkschaftsseite wegen seiner Idee, schwachen Schülern in den Ferien Nachhilfe zu erteilen, angefeindet worden sei. "Richtig ist doch, dass wir die Menschen so ausbilden müssen, dass sie eine hochwertige Arbeit erbringen können, mit der man ein gutes Einkommen erzielt", betont Riese. Bis zu 80000 Schulabgänger ohne Abschluss pro Jahr würden die Staatskasse unnötig belasten und beweisen: "Unsere Schulen müssen ihr Angebot ändern." Rieses Forderung: "Kein Schüler verlässt die Schule ohne Abschluss! Wir brauchen die Jugendlichen als hervorragend geschulte Fachkräfte." Der Unternehmer fordert mehr logisches Denken und bessere Bildungschancen ein. Damit ließe sich schon eine Billion Euro einsparen.

Die Steigerung der Wertschöpfung gelinge nur über "hervorragend geschulte Mitarbeiter, die für ihre hohe Qualifikation gut bezahlt werden." Das liege im Interesse des ganzen Landes, weil dann der Staat mehr Geld einnehme. Außerdem "dürfen wir nicht vergessen, dass die Maschinen, die wir heute in der ganzen Welt gut verkaufen, auch in Produktion gehen. Dann werden uns viele preiswerte Wettbewerber zusätzlich Konkurrenz machen." Ergo gibt es in Rieses Augen "keine Alternative zur Schlankheitskur für Deutschland."

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