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Erstmals werden magnetische Materialstrukturen in 3D sichtbar
Erstmals können magnetische Materialstrukturen dreidimensional dargestellt werden. Eingehende Kenntnisse über diese Strukturen - auch Domänen genannt - haben eine enorme Bedeutung für die Entwicklung von Speichermedien. Wählt man die Eigenschaften der Domänen so, dass möglichst wenig Strom an den Domänenwänden verloren geht, werden die Speichermedien leistungsfähiger.
In fast jedem magnetischen Material sind sie verborgen: magnetische Domänen. Es sind mikroskopisch kleine, magnetisierte Bereiche. Diese Bereiche werden in der Wissenschaft als "Weiss'sche Bezirke" bezeichnet, benannt nach dem Physiker Pierre-Ernest Weiss. Er sagte deren Existenz bereits 1907 theoretisch voraus.
Wissenschaftler der BAM-Arbeitsgruppe "Röntgentopographie" haben zusammen mit Kollegen des HZB Helmholtz Zentrum Berlin die wenige Mikro- bis Millimeter großen Weiss'schen Bezirke durch Kombination einer neuartigen Messtechnik mit einem neuartigen Algorithmus zerstörungsfrei sichtbar gemacht. Dazu entwickelten sie eine invertierte Talbot-Lau-Neutronentomographie, die die magnetischen Domänenwände zerstörungsfrei kontrastreich abbildet.
Die so ermittelten Messdaten waren jedoch erst mit einem von der BAM patentierten tomographischen Rekonstruktions-Algorithmus hinreichend präzise zu 3D-Abbildungen verarbeitbar. Axel Lange, Physiker in der Arbeitsgruppe, hat hier als Erfinder der Rekonstruktionsmethode "DIRECTT" Pionierarbeit geleistet. Die Domänen werden vollständig in ihrer räumlichen Anordnung dargestellt und vermessbar, ein jahrzehntelang ungelöstes Problem der Materialforschung.
Kontakt:
Dipl.-Phys. Axel Lange
Fachgruppe VIII.5 "Mikro-ZfP"
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Fax: +49 30/8104-1837










