Neuer Direktor am Institut für nachhaltige Wasserstoffwirtschaft

Barbara Schick,

Hans-Georg Steinrück leitet den Bereich Katalytische Grenzflächen

Am 1. Dezember wird Prof. Dr. Hans-Georg Steinrück Direktor des Bereichs Katalytische Grenzflächen (INW-1) am Institut für nachhaltige Wasserstoffwirtschaft (INW). Der Physiker wechselt vom Chemiedepartment der Universität Paderborn nach Jülich und wird den Institutsbereich neu aufbauen. Mit Steinrück sind zwei Jahre nach Gründung des INW drei der vier Institutsbereiche mit Direktoren und Direktorinnen besetzt.

„Der Aufbau unseres neuen Instituts INW schreitet stetig voran. Ich freue mich daher sehr, dass wir mit Prof. Hans-Georg Steinrück einen weiteren international renommierten jungen Wissenschaftler für den Aufbau unseres neuen Institutsbereichs gewinnen konnten und damit einen weiteren Vordenker einer nachhaltigen Wasserstoffwirtschaft in Jülich begrüßen dürfen“, sagt Dr. Peter Jansens, Mitglied des Vorstands am Forschungszentrums Jülich. „Ich hoffe, dass das Team aus erstklassigen Direktorinnen und Direktoren viele weitere talentierte Forschende motiviert, sich dem INW anzuschließen.“

Steinrück hat in Physik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg promoviert und danach fünf Jahre in der Abteilung Materialwissenschaften des SLAC National Accelerator Laboratory der renommierten US-Universität Stanford geforscht. Seit 2020 ist er Juniorprofessor für "Grenzflächenbestimmte Prozesse in der Reaktionstechnik" an der Universität Paderborn. Nach dem sogenannten Jülicher Modell erhält Hans-Georg Steinrück einen Ruf als Professor an die RWTH Aachen und gehört ab Dezember dem Aachener Institut für Physikalische Chemie an.

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Prof. Dr. Hans-Georg Steinrück. © Forschungszentrum Jülich / Guido Jansen

„Mich reizen die Herausforderung und die Chance, den Aufbau eines neuen Instituts mitzugestalten“, sagt Hans-Georg Steinrück. „Außerdem habe ich am INW die innovative Möglichkeit, skalenübergreifend zu arbeiten. Eine solche Struktur, die im Resultat dazu führt, dass Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung schneller in die Anwendung kommen, halte ich für sehr spannend und fortschrittlich.“

Die Institutsbereiche am INW bauen inhaltlich aufeinander auf. Hans-Georg Steinrück wird auf der kleinsten Skala arbeiten, weil er die Rolle und Wechselwirkungen der Atome und Moleküle in Prozessen wie der Katalyse und anderen Reaktionen untersucht. „Die Frage, wie wir ein Molekül auf einer Katalysator-Oberfläche anordnen, bestimmt später maßgeblich die Antwort auf die Frage, wie langlebig und effizient der Reaktor in der Anwendung ist“, erklärt Steinrück, wie sein Forschungsbereich die der anderen INW-Institutsbereiche beeinflusst.

Unter anderem will der neue Direktor präzise in-operando-Messmethoden entwickeln und weiter verfeinern, mit denen sein Team und er die Eigenschaften von Atomen und Molekülen besser bewerten können. „Wir setzen beispielsweise oberflächensensitive Röntgenmethoden wie Röntgenreflektometrie ein und können somit beobachten, wie sich die Eigenschaften von Katalysatoroberflächen während des Betriebs verändern und entwickeln.“

In der ersten Phase seiner Arbeit am INW baut Steinrück sein eigenes Team auf. Gesucht werden Chemiker/-innen, Physiker/-innen und Ingenieure und Ingenieurinnen, Postdocs und Promovierende sowie Techniker/-innen. Ein Teil der Stellen ist bereits ausgeschrieben.

Im Fokus der Forschung am INW stehen Technologien zur chemischen Wasserstoffspeicherung mit flüssigen oder leicht verflüssigbaren Wasserstoffträgern, die sich ähnlich wie konventionelle, fossile Brennstoffe handhaben lassen. Das INW bildet den Kern des Helmholtz-Clusters Wasserstoff (HC-H2).

Quelle: Forschungszentrum Jülich

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