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Artikel und Hintergründe zum Thema

Standard für mobile Luftreinigung

Melanie Steinbeck,

Einheitliches Prüfverfahren für Luftreiniger

Die Frage, wie sich die Virenlast in Innenräumen wirksam reduzieren lässt, ist nicht erst seit der COVID-19-Pandemie ein zentrales Thema – hat aber seither deutlich an Relevanz gewonnen. Neben klassischer Fensterlüftung und raumlufttechnischen Anlagen (RLTA) kommen inzwischen vermehrt mobile Luftreiniger zum Einsatz, etwa in Schulen, Büros oder anderen gemeinschaftlich genutzten Innenräumen.

© ratcha/stock.adobe.com, KI-generiert

Ein interdisziplinäres Forschungsteam hat nun ein standardisiertes Verfahren entwickelt, mit dem sich die Wirksamkeit dieser mobilen Luftreiniger verlässlich prüfen lässt – unabhängig von der eingesetzten Technologie zur Reduktion der Erregerlast. Ziel ist es, unterschiedliche Geräte vergleichbar zu machen und klare Kriterien für ihre Bewertung zu schaffen.

Kooperationsprojekt mit breitem Ansatz

Entwickelt wurde die neue Prüfmethodik am Fraunhofer-Institut für Holzforschung WKI im Fachbereich Materialanalytik und Innenluftchemie in Braunschweig. Projektpartner war das Institut für Tierhygiene, Tierschutz und Nutztierethologie der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover. Gefördert wurde die Studie von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), dem Spitzenverband der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen.

Der Ansatz des Projekts ist breit: Neben der reinen Reinigungsleistung wurden auch mögliche unerwünschte Nebenprodukte wie Ozon oder Stickoxide sowie arbeitsschutzrelevante Aspekte wie Lautstärke, Zugluft oder UV-Strahlung berücksichtigt. Damit liefert das Verfahren eine fundierte Grundlage zur Bewertung der Geräte in verschiedenen Einsatzszenarien.

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Infektionsschutz durch Raumlufttechnik

Hintergrund des Projekts ist die Übertragungsweise atemwegsassoziierter Krankheitserreger wie SARS-CoV-2 oder Influenza. Diese gelangen durch Sprechen, Husten oder Niesen in die Raumluft, wo sie sich mit der Umgebungsluft vermischen. Während die Verdünnung unter freiem Himmel in der Regel ausreicht, um das Infektionsrisiko zu senken, ist dies in geschlossenen Räumen schwieriger. Hier können RLTA und mobile Luftreiniger einen wichtigen Beitrag zum Infektionsschutz leisten.

Welche Technologie sich dabei am besten eignet, hängt von vielen Faktoren ab – etwa von der Raumgeometrie oder dem Lüftungskonzept. Doch bislang fehlte es an einheitlichen und praxisnahen Prüfverfahren, die eine vergleichende Bewertung ermöglichen. Zwar existieren internationale Normen zur Bewertung von Luftreinigern, doch diese unterscheiden sich stark im technischen Ansatz und konzentrieren sich meist nur auf einzelne Schadstoffe. Eine ganzheitliche Prüfung zur Reduktion der Erregerlast in Innenräumen war bislang nicht geregelt.

Lücke geschlossen

Mit dem nun vorgelegten Verfahren wird diese Lücke geschlossen. Es ermöglicht nicht nur die Überprüfung der Effizienz bei der Viren- und Partikelentfernung, sondern berücksichtigt auch mögliche Nebenwirkungen sowie Anforderungen an den Arbeitsschutz. Damit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag für die sichere und wirksame Anwendung mobiler Luftreiniger – sowohl in Schulen als auch an Arbeitsplätzen und anderen Innenräumen.

Originalpublikation:
Clauß, A., Wientzek, S., & Schulz, J. (2024). Ein einheitlicher Prüfstandard für die Wirksamkeit von Luftreinigern/A uniform test standard for the effectiveness of air purifiers. Gefahrstoffe – Reinhaltung der Luft, 84(3–4), 81–88. DOI/10.37544/0949-8036-2024-03-04-19

Quelle: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV)

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