Mikrowellensynthese

Symposium on Microwave Accelerated Synthesis

An der Heinrich-Heine-Universität zu Düsseldorf fand im September die erste internationale Konferenz zur mikrowellenbeschleunigten chemischen Synthese (M.A.S.) in Deutschland statt. Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) und die Gruppe um Prof. Dr. Helmut Ritter (Lehrstuhl für organische Chemie) sorgten mit einen ausgezeichneten Rahmenprogramm um die wissenschaftlichen Vorträge für eine rundum gelungene Veranstaltung. Zahlreiche intensive Diskussionen in den Pausen, während der Postersession und am Bankettabend zeugen von dem enormen Interesse an dieser neuen Technologie.

131 Teilnehmer aus Industrie und Hochschulen diskutierten über die vielfältigen Möglichkeiten des Einsatzes von Mikrowellengeräten als Ersatz für die klassische konvektive Energieübertragung mit Ölbädern und sonstigen konventionellen Heizquellen. Der internationale Charakter dieser Tagung wird durch die Teilnehmer aus den verschiedensten Ländern dokumentiert. Aus Neuseeland, Russland, Kuwait, Iran, Bulgarien, USA, Frankreich, Schweiz, Belgien, Niederlande, Spanien, Finnland, Schweden, Dänemark, England, Österreich und Deutschland kamen die Forscher zusammen.

In 22 Fachvorträgen und 32 Postern wurden die unterschiedlichsten Anwendungsgebiete der Mikrowellen-­Synthese beleuchtet. Beispielsweise berichtete Prof. C. Richert, Karlsruhe, über die miniaturisierten Synthesen (< 50 µl) von modifizierten Oligonucleotiden im Mikrowellenfeld. Prof. H.G. Frank, Baesweiler, stellt den zeitsparenden und selektiven Einfluss der Mikrowellenaktivierung auf die Peptidsynthese dar. Dem immer interessanter werdenden Aspekt der Maßstabsvergrößerung (Scale up) zur Darstellung größerer Quantitäten trug Prof. B. Maes, Antwerpen, in seinem Vortrag Rechnung. Prof. R. Schobert, Bayreuth, lenkte in seinem Vortrag über bioaktive Hererocyclen das Augenmerk auf einen wichtigen Punkt: Neben den oft genannten Zeitvorteilen und Ausbeutesteigerungen in der Mikrowellen-Synthese zeigte er eine Reaktion, die unter Mikrowelleneinwirkung zu anderen Produkten führte als auf klassischem Reaktionswege. Dieser Aspekt warf wieder die Frage nach dem sogenannten „Mikrowelleneffekt“ auf. Allerdings wären erst mit einer theoretischen Deutung des Mikrowelleneffektes neue Reaktionswege vorhersagbar.

Anzeige

Die unterschiedlichen Potenziale der Mikrowellenaktivierung in der Polymerchemie wurde in Vorträgen, beispielsweise durch Prof. A. Greiner, Marburg, sowie durch Posterbeiträge, insbesondere aus Düsseldorf und Eindhoven, hervorgehoben.

Eine neue Einsatzmöglichkeit eröffnet die Mikrowellenbestrahlung bei Reaktionen in der Kälte. So berichten B. Rodriguez und Prof. C. Bolm, Aachen, über erfolgreiche asymmetrische Reaktionen unter starker Kühlung im Mikrowellensystem.

Zum Abschluss der Veranstaltung wurden die Posterpreise, gestiftet vom Springer-Verlag, für die besten Poster überreicht. Den ersten Platz belegte R. Hoogenboom, Eindhoven, gefolgt von B. Rodriguez, Aachen und den dritten Preis erhielt C. Jagusch, Bayreuth.

Der sichtbare Erfolg dieser Tagung führte zu dem Beschluss, dass ein weiteres Mikrowellen-Symposium (M.A.S.-07) in 2 Jahren wiederum in Düsseldorf stattfinden wird. Ein Schwerpunkt wird dann auf „theoretische Aspekte des Mikrowelleneffektes“ gelegt.Helmut Riter (Düsseldorf) und Ulf Sengutta (Kamp-Linfort)

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

Dialog auf Augenhöhe

6. TOC-Anwendertreffen, März 2014

Mit den TOC-Anwendertreffen gibt Shimadzu seit 2004 Fachleuten der TOC-Analytik ein regelmäßiges Forum. Es fördert den Austausch von Erfahrungen und Applikationen. Die TOC-Methodik kommt zumeist in der Umweltanalytik und in der pharmazeutischen...

mehr...
Anzeige

Alternativer Laborbau

WALDNER Fachsymposium

Alternativer Laborbau Seit Jahrhunderten werden Labore in analoger Struktur gebaut: Abzug, Doppeltisch, Wandtisch und Spüle sehen heute sicher eleganter aus und sind mittels fortgeschrittener (Haus-)Technik auch funktionaler gestaltet.

mehr...