Konjunkturdaten 1. Halbjahr 2013

Chemie stagniert

Die erste Hälfte dieses Jahres war für die chemische Industrie in Deutschland durchwachsen: Das schwächere Geschäft im Inland wurde zwar durch eine Zunahme der Exporte ausgeglichen. Vor allem die Ausfuhren nach Europa entwickelten sich erfreulich. Insgesamt aber stagnierten Produktion und Umsatz von Deutschlands drittgrößter Branche auf dem Vorjahresniveau, wie der Verband der Chemischen Industrie (VCI) mitteilte "Gemessen an unseren Konkurrenten in Europa schneidet die deutsche Chemie noch relativ gut ab", bewertete VCI-Präsident Karl-Ludwig Kley das Ergebnis der Branche. Er wies jedoch darauf hin, dass die Chemieproduktion in Deutschland derzeit immer noch 3 % unter dem Vorkrisenniveau von 2007 liegt, ohne Pharma sind es sogar 6 %. "Insofern können wir nicht zufrieden sein2, sagte Kley.

Dass die deutsche Wirtschaft in eine Rezession abgleitet, erwartet die Branche indes nicht. Für das Gesamtjahr 2013 geht der VCI weiterhin von einem Zuwachs der Chemie-Produktion um 1,5 % aus. Als maßgebliche Faktoren sieht der VCI ein leicht wachsendes Inlandsgeschäft, steigende Ausfuhren in die europäischen Nachbarländer und anziehende Exporte nach Übersee.

Bei stagnierenden Produktionsmengen und stabilen Preisen konnte die Chemie mit 90,8 Mrd. Euro den Gesamtumsatz gegenüber dem Vorjahr nicht ausweiten. Während das Geschäft im Inland um 1 % auf 35 Mrd. Euro zurückging, stieg der Auslandsumsatz um 0,5 % und erreichte ein Volumen von 55,8 Mrd. Euro. Vor dem Hintergrund der schwächeren Weltkonjunktur und einer Ausweitung der Förderung gaben die Preise für Rohstoffe und Energie etwas nach. Der bisherige Preisauftrieb bei chemischen Erzeugnissen setzte sich dadurch nicht fort. Die Exporte, die neben den Auslandsumsätzen der Chemieunternehmen auch Re-Exporte sowie Exporte von Chemikalien aus anderen Wirtschaftszweigen ins Ausland enthalten, legten im ersten Halbjahr um 4 % auf 82,2 Mrd. Euro zu. Die Exporte nach Nordamerika gingen um 2 % zurück. Dies war jedoch allein Sonderfaktoren aus dem Pharmageschäft geschuldet. Die Exporte der übrigen Chemiesparten in die NAFTA-Region verzeichneten ein Plus von 4 %. Erfreulich entwickelten sich im ersten Halbjahr die Chemie-Ausfuhren nach Europa mit einem Plus von 6 %.

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Die Zahl der Arbeitsplätze in den deutschen Chemieunternehmen blieb auf Vorjahresniveau.

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