Chemieindustrie in Kauflaune

Mehr Mega-Deals

Die weltweiten Fusions- und Übernahmeaktivitäten der Chemiefirmen befinden sich weiterhin im Aufwärtstrend. Dies zeigt eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung A.T. Kearney, die Führungskräfte von Chemieunternehmen und Investmentbanken befragt hat. Mehr als die Hälfte erwartet, dass die M&A-Aktivitäten 2014 zunehmen werden - nur 3 % der Befragten gehen von einem Rückgang aus.

Angefacht wird das Wachstum laut A.T. Kearney-Studie durch die hohe Liquidität vieler Chemieunternehmen und das Wiederaufleben der US-amerikanischen Chemieindustrie dank ihres Zugangs zu kostengünstigen Rohstoffen. Auch die Expansionspläne asiatischer Firmen, die durch Übernahmen in westlichen Ländern wachsen wollen, sowie das Streben westlicher Firmen nach Zugang zu Wachstumsmärkten, vor allem in Asien, dürften sich positiv auswirken.

Dr. Joachim von Hoyningen-Huene, Partner in der Chemie und Öl Practice von A.T. Kearney und Leiter der Studie: "Die Deal-Pipeline für 2014 ist bereits heute gut gefüllt, vor allem auch, weil einige führende Chemieunternehmen signifikante Umstrukturierungen ihres Geschäftsportfolios angekündigt haben. Der Druck aktiver Investoren beflügelt die M&A-Aktivitäten zusätzlich." Firmen wie Dow Chemical, DuPont und Ashland hätten bereits Anpassungen ihres Geschäftsportfolios angekündigt.

Finanzinvestoren immer aktiver
Bereits 2013 hatten die weltweiten M&A-Aktivitäten gegenüber dem vergleichsweise schwachen Vorjahr leicht zugelegt. Insgesamt wurden 2013 weltweit 72 Mrd. Dollar in Fusionen und Übernahmen investiert. 8 % davon entfielen auf Zielunternehmen in Deutschland.

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Angefacht wurde die weltweite M&A-Aktivität im Wesentlichen durch die Finanzkraft der strategischen Investoren, die Verfügbarkeit beträchtlicher Finanzmittel auf Seiten der Private-Equity-Firmen und günstige Finanzierungskonditionen.

Während sich die Anzahl der Transaktionen weltweit um 8 % erhöht  hat, ist das gesamte wertmäßige Deal-Volumen gegenüber 2012 um 47 % angestiegen. Ursächlich war vor allem eine Zunahme großer Transaktionen mit Beteiligung von Private-Equity-Firmen. Zahlenmäßig ist der Anteil der Transaktionen, die von Private-Equity-Firmen ausgingen, mit rund 20 % stabil geblieben. Wertmäßig hat er jedoch von 22 % (2012) auf 32 % (2013) zugelegt.

Spezial- und Feinchemie im Fokus
Die beliebtesten Akquisitionsziele waren Hersteller von Spezial- und Feinchemikalien. Zwischen 2001 und 2013 ist die zahlenmäßige Verteilung der Transaktionen auf die verschiedenen Segmente der Chemieindustrie vergleichsweise konstant geblieben. Wertmäßig jedoch ist das Deal-Volumen im Bereich der Spezial- und Feinchemikalien seit 2001 um über 7 Mrd. US-Dollar angestiegen. Das entspricht einer jährlichen Wachstumsrate von 8 % .

Thomas Rings, Partner bei A.T. Kearney und Co-Autor der Studie, hierzu: "Der starke wertmäßige Zuwachs bei den Transaktionen im Bereich Spezial- und Feinchemikalien spiegelt das wachsende Interesse westlicher und asiatischer Firmen an diesen Produkten wider. Die Firmen wollen zum einen von höheren Margen und einer geringeren Zyklizität profitieren, die für Spezialchemikalien charakteristisch sind. Zum anderen versuchen sie, in verschiedenen Spezialitätensegmenten Größenvorteile aufzubauen. Der zunehmende Wettbewerb um Akquisitionsziele im Spezialitätenbereich hat unweigerlich höhere Unternehmensbewertungen zur Folge."

Hinsichtlich der regionalen Verteilung sind asiatische Käufer - vor allem chinesische - aktiver geworden. Zum einen haben sie die Aktivitäten auf ihren Heimatmärkten verstärkt, maßgeblich angetrieben durch eine zunehmende Konsolidierung. Zum anderen engagieren sie sich auch stärker in ausländischen Märkten mit dem Ziel, Know-how im Bereich Spezialchemikalien zuzukaufen, die eigene weltweite Präsenz durch den Zukauf ausländischer Basischemieanlagen zu erhöhen oder Zugang zu kostengünstigen Rohstoffen und den damit verbundenen Technologien zu erlangen.

2014 voraussichtlich in Asien und USA stark
Vor allem in Asien, insbesondere in China, werden die M&A-Aktivitäten laut Studie weiter zulegen, denn das Käuferinteresse ist nach wie vor hoch. Zudem hat sich die Zahl potenzieller Akquisitionsziele erhöht.

Auch in den USA soll das Transaktionsniveau steigen, maßgeblich getrieben durch das Streben vieler Firmen nach Zugang zu kostengünstigen Rohstoffen. Weitere Bewegung werden große Unternehmen in den Markt bringen, die ihre Portfolios neu ausrichten und beträchtliche Anlagen zur Disposition stellen.

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