Neue Chancen in internationalen Wachstumsmärkten

Chemielogistik

Die chemische Industrie gehört zu den umsatzstärksten Wirtschaftsbereichen in Deutschland. Auch im Ausland eröffnen sich der Branche neue Marktchancen, beispielsweise durch das hohe Wachstum in den BRIC-Staaten und Osteuropa. Eine optimierte Vernetzung der weltweiten Chemiestandorte ist folglich für die Logistik eine bedeutende Aufgabe, um mit wachsenden Anforderungen an Flexibilität, Transparenz und auch Sicherheit Schritt halten zu können. Ein Branchenschwerpunkt beim 29. Deutschen Logistik-Kongress der Bundesvereinigung Logistik in Berlin stellte diese Themen in den Mittelpunkt der Vorträge und Diskussionen.

Um den steigenden Anforderungen an Flexibilität, Kosteneffizienz und Transparenz gerecht zu werden, müssen globale Produktionsstandorte in der Chemielogistik optimal vernetzt sein. Das Outsourcing des Logistik-Managements ist eine Möglichkeit, flexibel auf notwenige Veränderungen im Prozessmanagement zu reagieren und Optimierungen in der Lieferkette vorzunehmen. Vor diesem Hintergrund berichtete Mathias Dollak ,Director Supply Chain Europe bei Sun Chemicals Europe, von den Erfahrungen des Unternehmens mit der Auslagerung der Distributionslogistik. Der weltweit größte Hersteller von Druckfarben und Pigmenten übergab das Logistikmanagement für seine europäischen Standorte an einen Lead-Logistics- Provider. Neben der so erzielten Zentralisierung der Transportplanung und Frachtkostenabrechnung wurde ein detailliertes KPI-Modell eingeführt, mit dem das Unternehmen die Performance seiner Carrier jederzeit überprüfen kann. Zusätzlich zum strategischen Frachtleistungseinkauf hat das Unternehmen auch die kontinuierlichen Verbesserungsprojekte an seinen 4PL-Dienstleister ausgelagert.

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Der Markt für Industriedienstleistungen in der Prozessindustrie befindet sich im Wandel. Die Trennung von Chemiegeschäft und Infrastrukturleistungen hat sich vielerorts durchgesetzt. Logistische Prozesse, die vorher Randtätigkeiten waren, sind so zum Kerngeschäft geworden. Auch die Evonik Industries AG entschied sich dazu, Infrastrukturleistungen in einer Site-Service-Einheit zusammenzuführen, wie Dr. Franz Merath, Senior Vice President, Evonik Industries AG, erläuterte. Die Leistungen der Site-Service-Einheit reichen dabei von Prozessstandardisierungen in der Standortlogistik über die Zollabwicklung für europäische Im- und Exporte bis hin zu Transportrisikoanalysen.

Auch die chemische Industrie und Chemielogistik in den mittel- und osteuropäischen Ländern gewinnt für Deutschland an Bedeutung. In vielen Staaten besteht jedoch noch großes Entwicklungs- und Nachholpotenzial, besonders in den Bereichen der Sicherheit, Transparenz und Nachhaltigkeit der Transportketten. Aus diesem Grund wurde das europäische ChemLog-Projekt ins Leben gerufen. Ziel ist, ein leistungsfähiges mittel- und osteuropäisches Netzwerk für die Logistik aufzubauen und durch einheitliche Standards die Nachhaltigkeit der gesamten Supply Chain abzusichern.

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