Eppendorf Award 2015 geht an Thomas Wollert

Autophagozytose erforscht

Eine unabhängige Jury unter Vorsitz von Prof. Reinhard Jahn erkor Dr. Thomas Wollert, Forschungsgruppenleiter am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried, zum Gewinner des Eppendorf Award for Young European Investigators 2015.

Eppendorf Award Preisträger 2015: Dr. Thomas Wollert (Forschungsgruppenleiter am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried).

Thomas Wollert, Jahrgang 1979, erhielt die mit 20000 Euro dotierte Auszeichnung für seine bahnbrechende Rekonstitution komplexer intrazellulärer Prozesse im Reagenzglas unter Verwendung künstlicher Membranen und aufgereinigter Komponenten. Seine Experimente ermöglichen ein besseres Verständnis von Schlüsselschritten der Autophagozytose, eines zentralen Prozesses der Entsorgung von beschädigten zellulären Bestandteilen eukaryotischer Zellen. Diese Erkenntnisse, so die Jury, bergen zudem das Potenzial zur Entwicklung von Medikamenten, da Störungen der Autophagozytose entscheidend an der Entstehung verschiedener Krankheiten beteiligt sind.

Die Preisverleihung fand am 25. Juni 2015 im EMBL Advanced Training Centre in Heidelberg statt. In seiner Laudatio würdigte der Juryvorsitzende Prof. Reinhard Jahn die Arbeit von Thomas Wollert.

Alzheimer und Krebs im Blick
Thomas Wollert erläuterte in seinem Vortrag das Prinzip der Autophagozytose und welche Ansätze er und seine Forschungsgruppe Molecular Membrane and Organelle Biology verfolgen, um aufzudecken, wie Zellen geschädigte oder überflüssige Bestandteile entsorgen. Thomas Wollert: „Ziel unserer Forschung ist es, diesen komplexen Stoffwechselweg auf molekularer Ebene zu verstehen. Dazu stellen wir die einzelnen Komponenten der Maschinerie, welche die Autophagozytose antreibt, im Labor her. Anschließend setzen wir diese Einzelteile an künstlichen Membranen zusammen, um so ihre Funktionsweise aufzuklären. Letztendlich wollen wir die Autophagozytose im Reagenzglas nachbauen, um zu verstehen, warum Störungen dieses Stoffwechselweges zur Entstehung von schweren Krankheiten wie Alzheimer oder Krebs führen.“

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Mit dem 1995 initiierten Eppendorf Young Investigator Award würdigt die Firma Eppendorf herausragende Forschungsarbeiten auf dem biomedizinischen Sektor und fördert damit junge Wissenschaftler in Europa bis zum Alter von 35 Jahren. Der Eppendorf Award wird in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftsmagazin Nature verliehen. Über die Vergabe entscheidet eine unabhängige Jury, bestehend aus Prof. Reinhard Jahn (Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie, Göttingen), Prof. Dieter Häussinger (Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie, Düsseldorf), Prof. Maria Leptin (EMBO, Heidelberg) und Prof. Martin J. Lohse (Institut für Pharmakologie und Toxikologie, Universität Würzburg).

Informationen zu Bewerbungsmodalitäten, Auswahlkriterien und bisherigen Preisträgern unter www.eppendorf.com/award.

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