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Digitale Technik schafft Flexibilität

Fruchtiges in der Qualitätskontrolle

Die Süßmosterei Matthias Stöger GmbH hat Vorgänge in ihrer Qualitätskontrolle umgestellt: Titrationen, die vorher per Hand durchgeführt wurden, erfolgen jetzt mit Hilfe eines Titrationssystems.
© Matthias Stöger GmbH

Fruchtsäfte zählen zu den beliebtesten Getränken der Deutschen: Durchschnittlich 31,5 Liter konsumierten die Bundesbürger pro Kopf im Jahr 2018 (Quelle: Verband der deutschen Fruchtsaft-Industrie e.V. VdF). Für eine gleichbleibend hohe Qualität kommt es nicht nur auf die sorgfältige Auswahl der zu verarbeitenden Rohstoffe an. Für die Gewährleistung durchgängig hoher Qualitätsstandards in allen Phasen des Fertigungsprozesses sind regelmäßige lebensmittelanalytische Kontrollen auf dem Weg der Frucht in die Flasche unerlässlich.

Digitale Lösung statt Titrieren per Hand

Matthias Stöger jun. ist als studierter Brau- und Getränke­technologe im Betrieb für Produktionsleitung und Quali­tätsmanagement zuständig. © Matthias Stöger GmbH

Die Süßmosterei Matthias Stöger GmbH, ein in dritter Generation geführter Familienbetrieb mit Sitz in Übersee am Chiemsee, ist auf die Herstellung von Fruchtsäften, Nektaren und Sirupen spezialisiert. Bereits bei der Ankunft der Rohstoffe in der Süßmosterei gilt es, die Konzentration bestimmter chemischer Parameter zu bestimmen. „Sowohl bei der Wareneingangskontrolle als auch später beim Ausmischen von Produkten kontrollieren wir Größen wie pH-Wert, Gesamtsäure und Zitronensäure. Erst wenn die Messwerte unseren Vorgaben entsprechen, werden die hergestellten Getränke zur Abfüllung freigegeben“, erzählt Produktionsleiter Matthias Stöger. „Die Titrationen zur Messung der Werte hat bislang einer unserer Mitarbeiter mit einer herkömmlichen Bürette, einem Rührtisch und einem pH-Meter per Hand vorgenommen. Diese Technik war in unseren Augen nicht mehr zeitgemäß. Wir waren auf der Suche nach einer sicheren digitalen Lösung, um Ablese- oder Bedienungsfehler, die dem Menschen hin und wieder unterlaufen, für die Zukunft auszuschließen. Außerdem sollten diese Messungen von mehr als einer Person durchgeführt werden können, die den zuständigen Kollegen bei Bedarf vertreten“, so der studierte Brau- und Getränketechnologe weiter. Stöger nutzt bereits seit Längerem digitale Refraktometer von Hanna Instruments zur Ermittlung des Zuckergehalts. Im Internet wurde Matthias Stöger auf dessen potentiometrische Titrationssysteme aufmerksam. Er ließ sich mehrere Geräte vorführen und entschied sich schnell für das neue HI931. Ein Außendienstmitarbeiter von Hanna Instruments erteilte Stöger eine kurze Einweisung und programmierte die passenden Messprotokolle ein, so dass das Gerät sofort betriebsbereit war.

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Das potentiometrische Titrationssystem HI931 benötigt nur wenig Platz auf dem ­Labortisch. Rechts: Auf dem interaktiven Farb-Display lässt sich die gewählte Titrationsmethode zusammen mit Ergebnissen, Einheiten, Titrationsvolumen, Temperatur­ und mV- oder pH-Werten klar ablesen. © Hanna Instruments

Der Ablauf

Zur Kontrolle der mit dem HI931-System zu bestimmenden Parameter entnimmt der zuständige Techniker während des Herstellungsprozesses wie gewohnt eine Probe und bringt diese ins Labor. Falls das Titrationssystem einige Tage lang nicht im Einsatz war, startet der Techniker zunächst die Spülung der integrierten Bürette und bereitet währenddessen die Probenmenge zur Messung vor. Nach der Auswahl des passenden Programms betätigt er die Start-Taste und kann sich während des Messvorgangs, der einige Minuten beansprucht, anderen Aufgaben widmen. Abhängig von den ermittelten Werten kann er das Produkt dann entweder zur Weiterverarbeitung bzw. Fertigstellung freigeben oder es entsprechend verbessern. „Mit dem HI931 ist es möglich, die verwendeten Reagenzien auch einmal über längere Zeit stehenzulassen, ohne dass sie sich verflüchtigen. Das war bei den Handbüretten, die wir zuvor verwendet haben, nicht der Fall: Sie mussten jeden Tag gewechselt und gereinigt werden. Die Titrationslauge ging dabei stets verloren“, erzählt Stöger. „Die digitale Technik erlaubt es uns nun zudem, jede Messung genau nachzuvollziehen: Die Daten lassen sich speichern und auslesen. Da alle Mitarbeiter dieselben Messungen auf dieselbe Weise ausführen, können wir sie miteinander vergleichen und dadurch standardisierte Messreihen generieren. Damit stellen wir sicher, dass unsere Produkte stets dieselben Qualitätsparameter aufweisen. Außerdem erinnert uns das Gerät, falls wir einmal vergessen sollten, eine Kalibrierung vorzunehmen.“ Neben Bedienkomfort und Genauigkeit der Messungen überzeugte Stöger die Funktionsvielfalt des HI931: Unterschiedlichste Titrationen auch kleiner Volumina lassen sich damit durchführen.

In-House-Kontrolle der Laugenkonzentration in Planung

Dank der einfachen Bedienbarkeit des HI931-Geräts obliegt die lebensmittelanalytische Kontrolle der Produktion nicht mehr nur einem einzigen Spezialisten: Die Süßmosterei Stöger kann heute auf drei Mitarbeiter zurückgreifen, die die Messungen ausführen können. Sie haben die neue Technologie von Anfang an akzeptiert: „Gerade für die jüngeren Kollegen ist der Umgang mit digitaler Technik eine Selbstverständlichkeit. Und für die älteren ist die Arbeit dadurch interessanter geworden“, erläutert Stöger und betont, dass die Digitalisierung der Messungen Mitarbeitern Raum für die Übernahme anderer Tätigkeiten schaffe. Aufgrund der durchweg positiven Erfahrungen mit dem Potentiometrischen Titrationssystem plant er, es mit einer zusätzlichen Bürette auch für andere Zwecke einzusetzen. „Unsere Flaschen werden in einer Waschmaschine gereinigt. Sie verfügt über eine integrierte Inline-Messung mit automatischer Laugendosierung. Wir möchten die von der Anlagen-Messstation ermittelten Werte der Laugenkonzentration künftig selbst nachprüfen können – bisher übernimmt das ein externer Dienstleister für uns. Eine In-House-Lösung spart uns auf Dauer bares Geld.“ Matthias Stöger ist offen für weitere technische Innovationen: „Wir behalten die Neuentwicklungen von Hanna Instruments stets im Auge.“

AUTORIN
Dr. Katharina Fejfar
Anwendungsberaterin
Hanna Instruments Deutschland GmbH

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