Batterieforschungszentrum mit Reinraumlaboren und Technikum

Gebäudekonzept in Modulbauweise

Das Forschungs- und Laborgebäude des MEET-Batterieforschungszentrums wurde in Modulbauweise geplant und errichtet.

Im MEET (Münster Electrochemical Energy Technology)-Batterieforschungszentrum arbeiten rund 140 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen: Im Mittelpunkt der Forschung stehen Batteriematerialien, Batteriezellen sowie Elektrochemie. Das Forschungs- und Laborgebäude auf dem Campus der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster wurde innerhalb von zehn Monaten bezugsfertig errichtet. Aufgrund des kurzfristigen Bedarfs des Bauherrn wurde die Entscheidung getroffen, das Projekt in Modulbauweise zu errichten.

© Cadolto Modulbau

Das dreigeschossige Forschungszentrum erstreckt sich über eine Bruttogrundfläche von 4 368 m² mit einer Nutzfläche von 2 500 m². In den MEET-Arkaden sind chemisch-analytische und chemisch-präparative Labore untergebracht. Neben den Laborräumen befinden sich dort auch die dazugehörigen Büros für 70 Dauerarbeitsplätze sowie Seminar- und Verwaltungsräume. Die Lüftungstechnik und ein Großteil der Regelanlagen sind in die Klimazelle auf dem Dach integriert. Das Kernstück des Forschungsgebäudes ist das Technikum, eine ca. 1 000 m² große, zweigeschossige Versuchshalle mit eigener Batterieproduktion unter Reinraumbedingungen. Der Seminarbereich mit der eingegliederten Meeting-Hall in auskragender Modulkonstruktion verleiht dem Gebäude seinen Arkadencharakter.

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Anforderungen bestimmen die Laborausstattung

Das Gebäude wurde nach den Standards für modernste Labor- und Forschungsarbeiten ausgestattet. Eine entscheidende Rolle bei der Batterieforschung spielen die eingesetzten Materialien und somit der sichere Umgang mit diesen. Dem wurde bei der Ausstattung der Laborarbeitsplätze Rechnung getragen. Die Arbeitsplätze wurden mit Steinzeug-Arbeitsplatten sowie Melamin-Sichtrückwänden installiert, die für höchste chemische und mechanische Beanspruchung eingesetzt werden. Darüber hinaus wurden in dem Modulgebäude Arbeitsplätze mit Rasterelektronenmikroskopen installiert, die extreme Anforderungen an die Schwingungsarmut der Bodenkonstruktion und an geringstmögliche Luftbewegungen stellt.

Die MEET-Arkaden mit auskragendem Seminarbereich, der „Meeting-Hall“. © Cadolto Modulbau

Zudem werden in Spezialräumen neben Reinraumbedingungen besondere klimatische Bedingungen wie zum Beispiel eine niedrige Raumluftfeuchte mit einem Taupunkt bei –50 °C gefordert, was die Entstehung von Tauwasser erst ab dieser Temperatur bedeutet. Um solche klimatischen Bedingungen in diesen Räumen zu realisieren, wurde eine aufwendige Kälte- und Raumlufttechnik eingebaut.

Architektonische Gestaltung der Nutzungsbereiche

Das Gebäude wurde im Norden des Campus errichtet. Städtebaulich bildet das Forschungsgebäude einen Abschluss des Universitätsgeländes und stellt einen neuen Fixpunkt an der weitläufigen Kreuzung dar, an welcher der Neubau errichtet wurde.

Blick in den Ofenraum im Technikum des Forschungszentrums. © Cadolto Modulbau

Architektonisch unterteilt sich das Gebäude in drei Abschnitte: das Technikum, die Labore und die Büroräumlichkeiten. Bei den Seminarräumen handelt es sich um den publikumsintensivsten Bereich. Dieser befindet sich im zweiten Obergeschoss der auskragenden Meeting-Hall. Die Labor- und Bürobereiche erhielten eine Fassade aus vorbewitterten Zink-Kassetten, die Fassade des Technikums hingegen wurde mit Sichtbeton-Elementen verkleidet. Auch im Inneren wird die organisatorische Struktur des Gebäudes mit einem auf die verschiedenen Nutzungsbereiche abgestimmten Material- und Farbkonzept dargestellt, das die Orientierung erleichtert.

Vorgefertigte Module

Im Laborbau werden häufig schnelle Bauzeiten gefordert, so auch in der Realisierung der MEET-Arkaden. Daher wurden die 56 Module für das Gebäude mit einem größtmöglichem Vorfertigungsgrad witterungsunabhängig und parallel zu den Fundamentarbeiten in den Werkshallen produziert  − inklusive Wand-, Boden- und Deckenbelägen, TGA-Installationen einschließlich der technischen Gase in Reinheitsklasse 5.0, Deckenbeleuchtung, und der nötigen Labor-Grundausstattung wie Arbeitstische, Abzüge und Sicherheitsschränke sowie Medienentnahmestellen. Im direkten Anschluss wurden die hoch installierten Module mit Schwerlasttransportern an den Baustellenort in Münster transportiert und innerhalb von zwei Wochen auf dem Fundament errichtet.

Projektablauf

Cadolto wurde mit der Generalunternehmerleistung beauftragt, das Gebäude zu planen und zu realisieren. Das Gebäude wurde in Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro „Bergstermann + Dutczak Architekten Ingenieure“ geplant, das drei Phasen der Objektplanung abwickelte. Cadolto führte dabei die komplette TGA-Planung (TGA = Technische Gebäudeausrüstung) mit dem eigenen Planungsteam durch. Darüber hinaus wurde die komplette weitere Ausführungsplanung und die anschließende Errichtung des Gebäudes von Cadolto übernommen.

Für die Herausforderung durch immer kürzer werdende Nutzungszyklen und der damit einhergehenden Anforderung an flexible Gebäudekonzepte bietet sich für Laborgebäude eine Modulbauweise an. Zudem wirkt sich die Vorfertigung der Module parallel zu Bauprozessen auf dem Baugelände positiv auf die Bauzeit aus.

AUTORIN
Laura Tyrach
Cadolto Modulbau GmbH, Cadolzburg
Tel.: 09103/502-970
[email protected]
http://www.cadolto.com

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