Management

Studie: Erfolgsfaktor Innovationskultur

Untersuchung der 26 innovativsten Unternehmen zeigt: Nicht das Innovationsmanagement, sondern die Innovationskultur ist erfolgsentscheidend.

Um im internationalen Innovationswettbewerb erfolgreich zu sein, brauchen Unternehmen dringend neue Managementkonzepte. Nicht das Innovationsmanagement - also die Organisation eines Prozesses - ist entscheidend für den Erfolg von Ideen, sondern die Innovationskultur, die sie unterstützt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der 26 innovativsten Unternehmen weltweit - darunter die Konzerne Apple, Intel, Nike, Research in Motion (Blackberry), Samsung und Virgin sowie der indische Tata Konzern. Die Studie wurde von der Unternehmensberatung Die Ideeologen, Baden-Baden, in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für strategisches Management der Handelshochschule Leipzig (HHL) erstellt.

"Die in der Studie analysierten Unternehmen haben spannende neue Managementansätze, die die bestehenden Führungskonzepte zum Teil radikal auf den Kopf stellen", berichtet Jens-Uwe Meyer, Geschäftsführer der Ideeologen, der die Studie durchführte. So ermutigen die Innovationsführer ihre Mitarbeiter zum Teil zum Scheitern. Außerdem suchen sich diese ihre Aufgaben selbst. Und "ihre Kreativteams handeln wie Guerillakämpfer". Vor allem, so Meyer, seien diese Firmen und ihre Manager risikofreudiger. "In den meisten klassisch strukturierten Unternehmen wird viel Energie auf Risikominimierung verwendet. Dadurch vergeben diese Unternehmen viele Chancen. Die von uns untersuchten Unternehmen sehen im Risiko eine Herausforderung, kein Hindernis." Die weltweit innovativsten Unternehmen betrachten ihre Innovationskultur als großen Wettbewerbsvorteil. So sagt beispielweise Jong-Yong Yun, der Vorstandsvorsitzende von Samsung, es sei nicht die Unternehmensstrategie, die Samsung erfolgreich mache, sondern die Kultur, die diese Strategie umsetze.

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Die Studie zeigt laut Meyer, dass einer der größten Denkfehler des klassischen Managements das Prozess- und Strukturdenken der meisten Manager ist. "Prozesse sind gut und wichtig, wenn es darum geht, das operative Geschäft voran zu treiben. Mit den gleichen Methoden lassen sich aber keine neuen Ideen entwickeln." Ein Problem, das in der wissenschaftlichen Forschung schon länger diskutiert wird. So schreibt US-Professorin Teresa Amabile von der Harvard Universität: "Kreativität wird viel häufiger getötet als gefördert. Um ihre geschäftlichen Ziele zu erreichen, entwickeln sie Organisationen, die systematisch Kreativität zerstören.¿ Diese Aussage wird durch zahlreiche Studien aus den USA gestützt: Seit Mitte der neunziger Jahren zeigen sie, dass sich Unternehmen drastisch wandeln müssen, wenn sie kreativer werden wollen.

"Das war auch der Grund, warum wir 2007 das noch junge Lehrgebiet Corporate Creativity in unser MBA-Curriculum aufgenommen haben", betont Prof. Dr. Torsten Wulf vom Lehrstuhl für strategisches Management der HHL. "Wir sehen enorme Herausforderungen auf Unternehmen zukommen. Künftige MBA-Absolventen werden viel unternehmerischer denken müssen als die Managergenerationen vor ihnen."

Der größte Vorteil einer lebendigen Innovationskultur besteht in ihrer Einzigartigkeit. "Innovationsprozesse lassen sich von heute auf morgen kopieren, die dahinterstehende Innovationskultur nicht", erläutert Jens-Uwe Meyer. "Zudem sind kreative Unternehmen flexibler. Wenn neue Herausforderungen kommen, sind klassisch strukturierte und geführte Unternehmen wie Dinosaurier. Sie haben die neue Situation noch nicht einmal richtig registriert, da sind kreative Unternehmen bereits vollkommen neu ausgerichtet."

Interessierte können die Studie von der Webseite www.corporate-creativity.de herunter laden.

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