Bayer erfolgreich ins neue Geschäftsjahr gestartet

Zwischenbericht zum 1. Quartal 2016

Der Bayer-Konzern ist erfolgreich ins neue Geschäftsjahr gestartet. „Alle Segmente konnten ihre operative Performance steigern", betonte Vorstandsvorsitzender Dr. Marijn Dekkers am 26.04. bei der Vorlage des Zwischenberichts.

Bei Pharmaceuticals profitierte Bayer erneut von der sehr guten Entwicklung der neueren Produkte. Auch das Consumer-Health-Geschäft entwickelte sich positiv. Crop Science konnte das Vorjahresquartal - trotz eines schwachen Marktumfelds - übertreffen. Animal Health verzeichnete deutliche Zuwächse. Damit entwickelten sich die Life-Science-Bereiche erfreulich. Bei Covestro ging der Umsatz erwartungsgemäß zurück, während das Ergebnis deutlich gesteigert werden konnte. Für das Gesamtjahr ist Dekkers weiter zuversichtlich: „Den Ausblick für 2016 bestätigen wir."

Der Konzernumsatz stieg im 1. Quartal 2016 um 0,5 % auf 11,941 (Vorjahr: 11,879) Mrd. Euro. Währungs- und portfoliobereinigt (wpb.) entspricht das einem Zuwachs von 3,2 %. Das EBITDA vor Sondereinflüssen erhöhte sich deutlich um 15,7 % auf 3,404 (2,941) Mrd. Euro, obwohl höhere Aufwendungen für Forschung und Entwicklung bei Pharmaceuticals und Crop Science sowie negative Währungseffekte von etwa 60 Mio. Euro anfielen. Das EBIT stieg kräftig um 20,1 % auf 2,335 (1,944) Mrd. Euro. Darin enthalten sind Sonderaufwendungen in Höhe von 272 (244) Mio. Euro. Diese entfielen im Wesentlichen auf außerplanmäßige Abschreibungen immaterieller Vermögenswerte, Kosten für die Integration erworbener Geschäfte sowie Aufwendungen für Effizienzsteigerungsmaßnahmen. Das Konzernergebnis legte um 13,3 % auf 1,511 (1,334) Mrd. Euro zu. Das bereinigte Konzernergebnis je Aktie aus fortzuführendem Geschäft stieg um 13,9 % auf 2,37 (2,08) Euro.

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Der Brutto-Cashflow im fortzuführenden Geschäft erhöhte sich vor allem geschäftsbedingt um 28,1 % auf 2,576 (2,011) Mrd. Euro. Der Netto-Cashflow (gesamt) wurde durch eine erhöhte Mittelbindung im Working Capital belastet, stieg aber vor allem durch den Zufluss aus dem Verkauf des Diabetes-Care-Geschäfts um 82,6 % auf 1,322 (0,724) Mrd. Euro. Die Nettofinanzverschuldung verringerte sich im Vergleich zum 31. Dezember 2015 um 1,1 Mrd. Euro auf 16,3 Mrd. Euro am 31. März 2016.

Division Pharmaceuticals steigert Umsatz und Ergebnis deutlich
Der Umsatz des Geschäfts mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln (Pharmaceuticals) erhöhte sich im 1. Quartal wpb. sehr erfreulich um 12,2 % auf 3,889 Mrd. Euro. „Dies ist im Wesentlichen auf die weiterhin starke Entwicklung der neueren Produkte zurückzuführen", sagte Dekkers. Der Blutgerinnungshemmer Xarelto™, das Augenmedikament Eylea™, die Krebsmittel Stivarga™ und Xofigo™ sowie Adempas™ gegen Lungenhochdruck erzielten einen Umsatz von insgesamt 1,187 (0,898) Mrd. Euro. Maßgeblich für die erfreulichen Zuwächse bei Xarelto™ von währungsbereinigt (wb.) plus 31,5 % waren Mengenausweitungen in Europa und Japan. In den USA, wo Xarelto™ von einer Tochtergesellschaft von Johnson & Johnson vermarktet wird, entwickelte sich das Geschäft ebenfalls positiv. Das Augenmedikament Eylea™ (wb. plus 48,9 %) verzeichnete deutliche Umsatzsteigerungen in allen Regionen, vor allem in Europa, Kanada und Japan.

Bei den etablierten Produkten erzielte das Blutgerinnungsmittel Kogenate™ im Vergleich zum schwachen Vorjahresquartal eine deutliche Umsatzsteigerung. Zudem startete im 1. Quartal 2016 in Europa und den USA die Vermarktung des neuen Hämophilie-Medikaments Kovaltry™. Der Umsatz der Produktfamilie Kogenate™/Kovaltry™ stieg wb. um 13,7 %. Das Geschäft mit den Hormonspiralen der Mirena™-Produktfamilie profitierte vor allem von Mengenausweitungen in den USA und legte insgesamt um wb. 7,2 % zu. Das Krebsmedikament Nexavar™ erzielte ein Plus von wb. 10,8 %, insbesondere dank deutlicher Umsatzzuwächse in den USA. Das Geschäft mit dem Multiple-Sklerose-Präparat Betaferon™/Betaseron™ war insgesamt um wb. 7,9 % rückläufig, unter anderem aufgrund zeitlicher Umsatzverschiebungen bei Tendergeschäften in Lateinamerika. Der Umsatz in den USA legte hingegen zu. Insgesamt konnte Bayer das Pharmaceuticals-Geschäft wb. in allen Regionen deutlich ausbauen.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen der Division stieg um 16,2 % auf 1,261 Mrd. Euro. Der deutliche Ergebniszuwachs ist im Wesentlichen auf die sehr gute Geschäftsentwicklung zurückzuführen. Höhere Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie negative Währungseinflüsse in Höhe von etwa 30 Mio. Euro wurden damit mehr als ausgeglichen.

Positive Geschäftsentwicklung bei Consumer Health
„Auch unser Geschäft mit rezeptfreien Gesundheitsprodukten entwickelte sich positiv", sagte Dekkers. In der Division Consumer Health erhöhte sich der Umsatz wpb. um 2,2 % auf 1,520 Mrd. Euro. Während in Lateinamerika/Afrika/Nahost und Asien/Pazifik deutliche Steigerungen erzielt werden konnten, war das Geschäft in Europa rückläufig. Grund hierfür war im Wesentlichen die gesamtwirtschaftliche Situation in Russland. Die Umsatzentwicklung in den USA war leicht rückläufig.

Die Wundheilungs- und Hautpflegemittel Bepanthen™/Bepanthol™ erzielten wb. deutliche Zuwächse von 10,4 %, das Geschäft mit dem Antimykotikum Canesten™ wurde sogar um wb. 21,1 % ausgeweitet. Das Multivitaminprodukt Berocca™ entwickelte sich ebenfalls sehr positiv (wb. plus 31,6 %). Beim Antihistaminikum Claritin™ sank der Umsatz wb. um 7,4 %. Hier ging vor allem das Geschäft in China im Vergleich zu einem stärkeren Vorjahresquartal sowie durch Verschiebungen im Bestellvolumen zurück. Die erfreuliche Umsatzentwicklung in den USA konnte diesen Effekt nicht kompensieren. Bei der Alka-Seltzer™-Produktfamilie gegen Magenbeschwerden und Erkältungskrankheiten gab der Umsatz wb. um 14,5 % nach, im Wesentlichen aufgrund einer schwächeren Erkältungssaison in den USA.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen der Division Consumer Health verbesserte sich um 3,8 % auf 383 Mio. Euro. Neben den Ergebnisbeiträgen aus der positiven Umsatzentwicklung wirkten sich Kostensynergien positiv aus. Demgegenüber standen negative Währungseffekte in Höhe von etwa 20 Mio. Euro.

Weiterhin schwaches Marktumfeld bei Crop Science
Im Agrargeschäft (Crop Science) stieg der Umsatz im 1. Quartal wpb. um 1,2 % auf 3,023 Mrd. Euro. „Bei Crop Protection/Seeds konnten wir den Umsatz trotz eines weiterhin schwachen Marktumfelds leicht ausweiten", erklärte Dekkers. Regional entwickelte sich das Crop-Science-Geschäft vor allem in Nordamerika positiv (wb. plus 3,8 %). In Lateinamerika/Afrika/Nahost erhöhte sich der Umsatz leicht um wb. 1,0 %, während er in Europa auf Vorjahresniveau lag (wb. plus 0,7 %). In Asien/ Pazifik ging das Geschäft um wb. 2,5 % zurück.

Im Pflanzenschutz (Crop Protection) erzielte der Bereich SeedGrowth (Saatgutbehandlungsmittel) ein Plus von wpb. 5,4 %. Positiv verlief auch das Fungizidgeschäft (wpb. plus 2,9 %), während die Umsätze mit Insektiziden (wpb. minus 12,2 %) und Herbiziden (wpb. minus 3,8 %) nachgaben. Im Saatgutgeschäft (Seeds) nahm der Umsatz mit wpb. 11,9 % deutlich zu. Der Umsatz von Environmental Science erhöhte sich wpb. um 3,0 %.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen der Division Crop Science verbesserte sich um 6,3 % auf 1,106 Mrd. Euro. Ergebnisbeiträgen aus höheren Absatzpreisen und gesunkenen Herstellungskosten standen gestiegene Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sowie ein negativer Währungseffekt von 15 Mio. Euro gegenüber.

Animal Health profitiert von starkem Geschäft in den USA
Das Tiergesundheitsgeschäft (Animal Health) erzielte wpb. einen Umsatzanstieg von 8,8 % auf 408 Mio. Euro. Dieses Wachstum ist im Wesentlichen auf eine erhöhte Nachfrage in den USA zurückzuführen. Während sich der Umsatz der Advantage™-Produktfamilie mit Floh-, Zecken- und Entwurmungsmitteln wb. um 3,5 % erhöhte, konnten die Umsätze mit dem Floh- und Zeckenhalsband Seresto™ nahezu verdoppelt werden. Das EBITDA vor Sondereinflüssen von Animal Health stieg um 19,6 % auf 122 Mio. Euro.

Deutliche Ergebnissteigerung bei Covestro
Im Geschäft mit hochwertigen Polymer-Werkstoffen (Covestro) sank der Umsatz wpb. um 4,7 % auf 2,850 Mrd. Euro. Die Absatzpreise waren im Wesentlichen bedingt durch die Rohstoffpreisentwicklung deutlich rückläufig, insbesondere bei Polyurethanen. Die Absatzmengen lagen insgesamt über denen des Vorjahresquartals. Das EBITDA vor Sondereinflüssen verbesserte sich deutlich um 18,9 % auf 504 Mio. Euro. Höhere Absatzmengen und Entlastungen bei den Rohstoffpreisen überwogen geringere Verkaufspreise und erhöhten per saldo das Ergebnis.

Ausblick für 2016 bestätigt
Für das Gesamtjahr bestätigt Bayer die im Februar veröffentlichten Prognosen. Demnach ist für den Bereich Life Sciences, also den Konzern ohne Covestro, ein Umsatz von ca. 35 Mrd. Euro geplant (2015 pro forma: 34,342 Mrd. Euro). Dies entspricht wpb. einem Anstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich. Das EBITDA vor Sondereinflüssen der Life-Science-Geschäfte plant Bayer ebenfalls im mittleren einstelligen Prozentbereich zu erhöhen (2015 pro forma: 8,607 Mrd. Euro). Auch das bereinigte Ergebnis je Aktie aus dem fortzuführenden Geschäft einschließlich Covestro will Bayer im mittleren einstelligen Prozentbereich steigern (2015: 6,83 Euro). (Die vollständige Prognose ist nachlesbar im Geschäftsbericht 2015, Kapitel 18.2.)

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