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Bayer-Konzern mit hervorragender Bilanz im Geschäftsjahr 2015

Neuausrichtung auf Life SciencesRekordjahr 2015 für Bayer

Der Bayer-Konzern war im Geschäftsjahr 2015 strategisch und operativ sehr erfolgreich, wie die wirtschaftlichen Kenndaten des Unternehmens zeigen. Konzernchef Dr. Marijn Dekkers mahnte auf der heutigen Bilanzpressekonferenz dennoch ein besseres Umfeld für Innovationen in Europa an.

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Dr. Marijn Dekkers, Vorsitzender des Vorstands der Bayer AG (links im Bild) und Finanzvorstand Johannes Dietsch bei der Vorstellung des Geschäftsberichts des Jahres 2015.

„Operativ war es erneut ein Rekordjahr für Bayer. Der Umsatz lag mit über 46 Mrd. Euro so hoch wie nie zuvor in der Geschichte des Unternehmens. Auch beim bereinigten Ergebnis erreichten wir mit einem deutlichen Plus von rund 18 % ein neues Rekordniveau von über 10 Mrd. Euro“, sagte Vorstandsvorsitzender Dr. Marijn Dekkers auf der Bilanz-Pressekonferenz in Leverkusen. „Strategisch haben wir alle notwendigen Schritte unternommen, um Bayer zu einem reinen Life-Science-Unternehmen zu machen“, sagte Dekkers. So habe Bayer den früheren Teilkonzern MaterialScience unter dem Namen Covestro an die Börse gebracht und mit der Neuorganisation die Weichen für eine erfolgreiche Weiterentwicklung des Unternehmens gestellt. Für das laufende Jahr stellte Dekkers ein weiteres Umsatz- und Ergebniswachstum in Aussicht.

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Der Konzernumsatz erhöhte sich im Jahr 2015 um 12,1 % auf 46,324 (Vorjahr: 41,339) Mrd. Euro. Währungs- und portfoliobereinigt (wpb.) entspricht das einem Zuwachs von 2,7 %. Das EBITDA vor Sondereinflüssen stieg um 18,2 % auf 10,266 (8,685) Mrd. Euro. Die gute Geschäftsentwicklung ging einher mit höheren Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (ca. 740 Mio. Euro Erhöhung gegenüber Vorjahr). Währungseffekte trugen mit etwa 680 Mio. Euro positiv zum Ergebnis bei. Das EBIT stieg um 15,8 % auf 6,250 (5,395) Mrd. Euro. Darin enthalten sind per saldo Sonderaufwendungen von 819 (438) Mio. Euro. Diese resultierten im Wesentlichen aus der Konsolidierung von Produktionsstätten, der Integration erworbener Geschäfte und Aufwendungen im Zusammenhang mit der Verselbstständigung und dem Börsengang von Covestro. Positiv wirkte sich ein Sonderertrag aus einem Rechtsfall in Verbindung mit einer Vertrags- und Patentverletzung aus. Das Konzernergebnis stieg um 20,0 % auf 4,110 (3,426) Mrd. Euro und das bereinigte Ergebnis je Aktie aus dem fortzuführenden Geschäft um 16,0 % auf 6,83 (5,89) Euro.

Der Brutto-Cashflow im fortzuführenden Geschäft erhöhte sich um 4,4 % auf 6,999 (6,707) Mrd. Euro und lag damit deutlich über der sogenannten Brutto-Cashflow-Hurdle von rund 5,7 Mrd. Euro. „Bayer hat im vergangenen Jahr die Mindestanforderung an Verzinsung und Reproduktion weit übertroffen und damit Wert geschaffen. Dazu trugen alle Teilkonzerne bei“, betonte Finanzvorstand Johannes Dietsch. Der Netto-Cashflow (gesamt) stieg um 18,6 % auf 6,890 (5,810) Mrd. Euro. Die Nettofinanzverschuldung am 31. Dezember 2015 verringerte sich im Vergleich zum 31. Dezember 2014 um 2,2 Mrd. auf 17,4 Mrd. Euro.

Umsatz- und Ergebnisschub bei HealthCare

Im Gesundheitsgeschäft (HealthCare) stieg der Umsatz im vergangenen Jahr um 19,9 (wpb. 8,1) % auf 22,874 (19,075) Mrd. Euro. „Zu diesem erfreulichen Wachstum trugen die neueren Pharma-Produkte maßgeblich bei“, erläuterte Dekkers. „Zudem konnten wir im Segment Consumer Health den Umsatz aller Divisionen steigern.“ Der deutliche nominale Umsatzzuwachs war im Wesentlichen auf die von Merck & Co., Inc., USA, erworbenen Produkte sowie auf Währungseffekte zurückzuführen.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen steigerte HealthCare kräftig um 19,8 % auf 6,419 (5,357) Mrd. Euro. Maßgeblich für diesen Ergebniszuwachs waren die sehr gute Geschäftsentwicklung bei Pharma und Consumer Health - bei Consumer Health vor allem aufgrund der Ergebnisbeiträge aus den erworbenen Geschäften. Hinzu kamen positive Wechselkurseffekte von etwa 250 Mio. Euro. Gegenläufig wirkten höhere Investitionen in Forschung und Entwicklung bei Pharma sowie gestiegene Aufwendungen für Marketing und Vertrieb bei Consumer Health.

CropScience mit gutem Geschäftsverlauf

Im Agrargeschäft (CropScience) stieg der Umsatz im Jahr 2015 um 9,2 (wpb. 1,7) % auf 10,367 (9,494) Mrd. Euro. „CropScience konnte trotz des schwächeren Marktumfelds weiter zulegen“, betonte Dekkers. „Damit sind wir stärker gewachsen als unsere wichtigsten Wettbewerber im Durchschnitt.“ Sowohl der Bereich Crop Protection/Seeds als auch Environmental Science verzeichneten ein Wachstum. Regional entwickelte sich das Geschäft in Europa besonders gut. Hier erzielte CropScience ein Plus von wb. 8,2 %. In Asien/Pazifik erhöhte sich der Umsatz um wb. 1,3 %, während er in Nordamerika um wb. 1,6 % zurückging. In Lateinamerika/Afrika/Nahost lag der Umsatz auf Vorjahresniveau (wb. minus 0,5 %).

Das EBITDA vor Sondereinflüssen von CropScience verbesserte sich um 2,4 % auf 2,416 (2,360) Mrd. Euro. Neben positiven Ergebniseffekten aus einer zufriedenstellenden Geschäftsentwicklung mit gesteigerten Absatzmengen und leicht verbesserten Verkaufspreisen verzeichnete der Teilkonzern einen deutlich positiven Währungseffekt von rund 220 Mio. Euro. Dem standen gestiegene Herstellungskosten sowie höhere Aufwendungen für Forschung und Entwicklung gegenüber.

Covestro: deutliche Ergebnisverbesserung

Im Geschäft mit hochwertigen Polymer-Werkstoffen (Covestro, vormals Bayer MaterialScience) stieg der Umsatz um 2,8 % auf 11,982 (11,651) Mrd. Euro. Wpb. entsprach das einem Rückgang um 5,1 %, der auf gesunkene Absatzpreise in allen Business Units zurückzuführen war. Dagegen konnte Covestro die Absatzmengen in allen Business Units ausweiten. Das EBITDA vor Sondereinflüssen verbesserte sich klar um 39,8 % auf 1,659 (1,187) Mrd. Euro. Deutlich gesunkene Rohstoffpreise konnten den Rückgang der Absatzpreise überkompensieren. Des Weiteren wirkten sich positive Währungseffekte mit etwa 240 Mio. Euro auf das Ergebnis aus.

Derzeit ist Bayer noch mit 69 % an Covestro beteiligt. Covestro wird weiterhin als vollkonsolidierte Tochtergesellschaft in den Bayer-Konzernabschluss einbezogen. Jedoch werden im bereinigten Ergebnis je Aktie 31 % des bereinigten Covestro-Ergebnisses den externen Covestro-Aktionären zugeordnet. Dies schmälert somit das bereinigte Ergebnis je Aktie von Bayer.

Dekkers: Europa muss innovativer werden

Innovationen seien die Grundlage für den geschäftlichen Erfolg von Bayer, betonte Dekkers auf der Bilanz-Pressekonferenz. Weltweit beschäftigt der Konzern fast 15000 Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung und steigerte die Ausgaben in diesem Bereich im vergangenen Jahr um 21,0 % auf 4,281 Mrd. Euro. „Damit wir unser Potenzial voll ausschöpfen können, brauchen wir aber auch ein Umfeld, das unsere Innovationsbemühungen unterstützt. Ich bin fest davon überzeugt, dass Europa innovativer werden muss“, sagte Dekkers.

Handlungsbedarf sieht der Vorstandsvorsitzende zum einen im sozio-kulturellen Umfeld: „Prinzipiell sind zwar alle für Innovation. Aber wenn es um konkrete Technologien geht, überwiegen allzu schnell die Bedenken.“ Es sei richtig, offen über neue Technologien zu diskutieren. Die Debatten sollten jedoch auf der Basis wissenschaftlicher Fakten geführt werden. Deshalb seien Wissenschaft, Politik und Unternehmen dazu aufgerufen, sich stärker in öffentlichen Diskussionen zu engagieren.

Zweitens gehe es darum, den technologischen Fortschritt durch geeignete Regulierungen zu begleiten statt zu verhindern. „Deshalb mache ich mich für die Idee stark, auf europäischer Ebene ein Innovationsprinzip einzuführen - eine Art Innovations-TÜV, der Regulierungen auf ihre Folgen für die Innovationsfähigkeit der Wirtschaft überprüft“, so Dekkers. Dies könne das europäische Vorsorgeprinzip sinnvoll ergänzen. Beide Prinzipien zusammen könnten für eine ausgewogenere Betrachtung von Nutzen und Risiko neuer Technologien sorgen. Das würde bessere Regulierungen ermöglichen - und mehr Innovation.

„Um innovativer zu werden, müssen wir auch die externen Finanzierungsbedingungen für Innovation verbessern“, führte Dekkers aus. So brauche Deutschland ein Wagniskapitalgesetz, damit junge Unternehmen leichter an Startkapital herankommen könnten.

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