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BioRegionen haben Innovationspreis 2009 verliehen

Am 6. Oktober wurde auf der BIOTECHNICA in Hannover zum dritten Mal der Innovationspreis der BioRegionen in Deutschland vergeben. Ausgezeichnet wurden Wissenschaftler aus München, Heidelberg und Ulm, die herausragende Forschungsergebnisse aus den Life Sciences einer praktischen Anwendung zuführen wollen.

Die Wettbewerbsbeiträge kamen von Forschergruppen und einzelnen Wissenschaftlern aus ganz Deutschland, von Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Bedingung für die Teilnahme war, dass die Ideen bereits patentiert oder zum Patent angemeldet sind und dass die Antragsteller (noch) kein Unternehmen gegründet haben. Die drei Preise sind mit je 2.000 Euro dotiert und gehen in diesem Jahr an:

Dr.-Ing. Héctor Perea Saavedra, TU München, für magnetische Zellbesiedlung: Pereas Idee verbindet das Tissue Engineering, also die Züchtung neuen Körpergewebes, mit der Materialwissenschaft. Der neue Ansatz könnte den Einsatz von Gefäßimplantaten revolutionieren. Ein großes Problem konventioneller Gefäßprothesen ist, dass sie oft keine Dauerlösung bieten und sich das Gefäß wieder verschließt. Saavedra will die tubulären Implantate mit einer Zellschicht versehen, die dem natürlichen, gesunden Gewebe nahe kommt und deshalb die Wiederverschluss-Rate senkt. Aber wie bringt man Zellen dazu, ein röhrchenförmiges Trägermaterial zu besiedeln? Pereas Idee: Die Zellen werden mit magnetischen Nanopartikeln markiert und mithilfe eines gerichteten magnetischen Feldes an den Träger navigiert.

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Prof. Dr. Patrick Most, Prof. Dr. Hugo A. Katus, PD Dr. Andrew Remppis, Dr. Mirko Voelkers, Universitätsklinikum Heidelberg, für die Entwicklung neuartiger Wirkstoffe zur Therapie der Herzmuskelschwäche: Die Herzmuskelschwäche war 2008 die häufigste Todesursache in Deutschland. Das liegt auch am Mangel an Therapien, die die Pumpfunktion des Herzens nachhaltig stärken. Die Heidelberger Gruppe hat im gesunden Herzmuskel ein Eiweißfragment identifiziert, das die Pumpfunktion langfristig verbessern und zugleich vor tödlichen Rhythmusstörungen schützen kann. Es kann biotechnologisch hergestellt und in entsprechender Form sogar oral eingenommen werden. Jetzt gilt es, das Potenzial des neuartigen Wirkstoffes in klinischen Studien zu bestätigen.

Prof. Dr. Lisa Wiesmüller, Universitätsfrauenklinik Ulm, für ein Testsystem zur Bestimmung des Brustkrebsrisikos und zur Früherkennung: Es sind zwei Genmutationen (BRCA1 und BRCA2) in der menschlichen Erbsubstanz bekannt, die das Brustkrebsrisiko deutlich erhöhen, aber diese Mutationen erklären nur 20 bis 30 Prozent der erblichen Risiko-Erhöhung. Wiesmüllers neuer Test basiert auf der Analyse von sämtlichen Genen, die wie BRCA1 und BRCA2 Teil der zellulären Reparaturmaschinerie sind, die Doppelstrangbrüche in der DNA repariert. Mutationen in all diesen Genen erhöhen das Brustkrebsrisiko. Mit dem neuen Testsystem können die Mutationen mithilfe von Fluoreszenz-Markierungen qualitativ und quantitativ erfasst werden. Das ermöglicht eine deutlich verbesserte Risikoabschätzung. Außerdem soll mithilfe des Tests individuell für jede Patientin das Ansprechen auf eine Therapie vorhergesagt werden.

Dr. Kai Uwe Bindseil, der Sprecher des Arbeitskreises der BioRegionen in Deutschland, kommentiert: "Alle drei Projekte sind in diesem Jahr medizinisch orientiert und unterstreichen damit die anwendungsorientierte und zugleich interdisziplinäre Ausrichtung der Biotechnologie. Mit Instrumenten wie dem Innovationspreis wollen wir Unternehmensgründungen forcieren."

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