Carl Roth Förderpreis 2016

Auszeichnung junger Forschungstalente in der Chemie

Am 17. März diesen Jahres wurde zum dritten Mal der Carl Roth Förderpreis verliehen. Ausgezeichnet wurde der Gewinner David Fabry im Rahmen des JCF-Führjahrssymposiums in Kiel für seine innovative Forschung im Bereich der C-H-Aktivierung und Photoredox-Katalyse mit sichtbarem Licht.

Von links: Prof. Dr. Thisbe K. Lindhorst, David Fabry und Oliver Lautenschläger.

Fabry studierte Chemie an der RWTH Aachen, schloss sein Master Studium mit Auszeichnung ab und kann bereits elf Veröffentlichungen vorweisen. Seine mit dem Förderpreis ausgezeichnete Arbeit widmet sich der Entwicklung einer neuartigen oxidativen C-H-Aktivierung unter Nutzung sichtbaren Lichts.

Bei der Photoredox-Katalyse werden meist farblosen Molekülen Farbstoffe als Photokatalysator zugesetzt, welche sichtbares Licht absorbieren können. Der Energietransfer vom Farbstoff auf die organischen Moleküle kann deren chemische Reaktion auslösen. Diesen Effekt nutzte Fabry für seine Arbeit: Die Photokatalyse nutzt in der Regel hochenergetische Strahlung, meist UV-Licht, um chemische Reaktionen in Gang zu setzen.

Dem 29-Jährigen Preisträger gelang es nun erstmals, die Photokatalyse mit sichtbarem Licht, wie beispielsweise von Haushaltslampen oder Sonnenstrahlung, in Gang zu setzen. Sichtbares Licht ist energieärmer und damit ressourcenschonender als UV-Licht. Dieses neue Katalyse-System verzichtet dabei auf zusätzliche Chemikalien und vermeidet teure Zusatzstoffe und Abfälle. Damit können Prozesse, wie beispielsweise die Herstellung von Medikamenten, effizienter und nachhaltiger gestaltet werden.

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Der Carl Roth Förderpreis für den Nachwuchs der chemischen Wissenschaften wird jährlich durch die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) verliehen, in diesem Jahr von Prof. Dr. Thisbe K. Lindhorst, Präsidentin der Gesellschaft und Herrn Oliver Lautenschläger, Fachbereichsleiter Chemie von Carl Roth. Er wird für innovative Anwendung von Chemikalien und ressourcenschonende Syntheseverfahren vergeben. Auf den Preis bewerben können sich junge Nachwuchswissenschaftler/Innen, deren Studienabschluss (Diplom oder Master) weniger als fünf Jahre zurück liegt. Auch Eigenbewerbungen sind zulässig.

2014 hieß die erste Preisträgerin des Carl Roth Förderpreises Juliette Halli von der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt am Main. Vergangenes Jahr war Daniel Volz vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) der glückliche Gewinner.

Der Carl Roth Förderpreis ist mit 5000 Euro dotiert. Darüber hinaus erhält der Arbeitskreis des Preisträgers einem Einkaufsgutschein für Produkte aus dem Roth Katalog im Wert von weiteren 3000 Euro. Diese Einbindung des Arbeitskreises ist einmalig unter Förderpreisen. Das Unternehmen Carl Roth hat auch für die folgenden Jahre angekündigt, den Förderpreis wieder auszuschreiben und weiterhin die junge Forschung im Bereich Chemie zu unterstützen.

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