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Carl Zeiss wieder auf Erfolgskurs

Das Unternehmen Carl Zeiss hat in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2009/10 die Trendwende geschafft und wieder ein positives Ergebnis erzielt. Im Vorjahr wirkte sich die Weltwirtschaftskrise deutlich auf Umsatz und EbIT aus - in erster Linie war das Industriegeschäft des Konzerns betroffen. Die positive Entwicklung im laufenden Geschäftsjahr ist besonders auf verbesserte Auftragseingänge im Unternehmensbereich Halbleitertechnik zurückzuführen Der Umsatz in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2009/10 (1. Oktober 2009 bis 31. März 2010) erreicht 1379 Millionen Euro. Das entspricht einem Anstieg von 24 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert (erstes Halbjahr 2008/09: 1113 Millionen), währungsbereinigt beträgt der Anstieg 26 Prozent.

Der Auslandsanteil am Geschäft belief sich in den ersten sechs Monaten auf 87 Prozent. Der Umsatz in Asien ist weiter gewachsen: Hier verbuchte das Unternehmen währungsbereinigt im ersten Halbjahr ein Umsatzplus von zehn Prozent. Nach den Verlusten im vergangenen Jahr schreibt Carl Zeiss im laufenden Geschäftsjahr wieder schwarze Zahlen: Das EbIT (Earnings before Interest and Taxes) lag bei 176 Millionen Euro (erstes Halbjahr 2008/09: minus 23 Millionen). Das Ergebnis nach Steuern belief sich auf 81 Millionen Euro (erstes Halbjahr 2008/09: minus 66 Millionen). ¿In der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2009/10 sind Auftragseingang und Umsatz deutlich gestiegen und wir schreiben wieder schwarze Zahlen¿, sagte Dr. Dieter Kurz, Vorstandsvorsitzender der Carl Zeiss AG. ¿Besonders der Bereich Halbleitertechnik läuft auf Hochtouren. Beim Auftragseingang verzeichnen wir im Vergleich zum Vorjahr deutliche Steigerungen in fast allen Bereichen. Jetzt zeigt sich, dass es sich gelohnt hat, durch die Krise hindurch zu investieren. Carl Zeiss hat die Trendwende geschafft und rechnet mit einem deutlich positiven Ergebnis für das gesamte Geschäftsjahr.¿ Die Geschäftsentwicklung ermöglicht es dem Unternehmen, den Mitarbeitern vorfristig die anteilig einbehaltenen tariflichen Sonderzahlungen aus dem Jahr 2009 zurückzuzahlen. Im vergangenen Jahr hatten die Mitarbeiter der Carl Zeiss Unternehmen in Deutschland im Rahmen eines ¿Gesamtpakets zur Bewältigung der wirtschaftlichen Situation¿ auf Teile des Urlaubs- sowie auf das Weihnachtsgeld verzichtet. Im Gegenzug schließt Carl Zeiss bis zum 30. September 2010 betriebsbedingte Kündigungen aus. So konnte das Unternehmen seine Personalkosten schnell und signifikant senken, um auf den rezessionsbedingten Umsatzeinbruch zu reagieren und Arbeitsplätze zu sichern. ¿Die Mitarbeiter haben durch ihren Verzicht dazu beigetragen, dass wir die Kosten im Vorjahr zügig und flexibel an die Umsatzentwicklung anpassen konnten. Dank der guten Geschäftsentwicklung konnten wir jetzt früher als ursprünglich vereinbart mit der Rückzahlung beginnen¿, so Kurz. Die Carl Zeiss Mitarbeiter erhalten auch das Urlaubsgeld 2010 in voller Höhe, das laut ¿Gesamtpaket¿ entfallen sollte. Die Beschäftigungssicherung bleibt bestehen.

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Kennzahlen des Geschäftsjahres 2009/10

Das Eigenkapital betrug zum 31. März 2010 mehr als eine Milliarde Euro, was einer Quote von 31 Prozent entspricht (31. März 2009: 33 Prozent). 187 Millionen Euro erreichte der Cashflow vor Ertragsteuern in der ersten Geschäftsjahreshälfte. Das entspricht 14 Prozent des Umsatzes (erstes Halbjahr 2008/09: 44 Millionen; vier Prozent des Umsatzes).

Die Nettoliquidität zum 31. März 2010 belief sich auf 690 Millionen Euro (31. März 2009: 480 Millionen). ¿Die Entwicklung von Cashflow und Netto-liquidität in der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres unterstreicht den Erfolg der Maßnahmen, die wir im vergangenen Jahr zur Bewältigung der Krise eingeleitet haben und auch weiter verfolgen¿, erläuterte Finanzvorstand Dr. Michael Kaschke. ¿Mit einem konsequenten, wertorientierten Kostenmanagement haben wir eine gute Ausgangsposition geschaffen, um unsere langfristige Wachstumsstrategie weiter zu verfolgen und gleichzeitig auch kurzfristig reagieren zu können.¿

Carl Zeiss investierte in der ersten Geschäftsjahreshälfte 2009/10 17 Millionen Euro in Sachanlagen (erstes Halbjahr 2008/09: 35 Millionen). Den Investitionen standen Abschreibungen in Höhe von 43 Millionen Euro gegenüber (erstes Halbjahr 2008/09: 44 Millionen). In den ersten sechs Monaten hat Carl Zeiss 134 Millionen Euro für Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten aufgewendet. Damit setzt Carl Zeiss zehn Prozent des Umsatzes für die Erforschung und Entwicklung neuer Technologien, Produkte und Lösungen ein. Dass diese Investitionen sich lohnen, zeigt die Innovationsquote: Im ersten Halbjahr 2009/10 erzielte Carl Zeiss rund 55 Prozent des Umsatzes mit Produkten, die nicht älter als drei Jahre sind.

Mitarbeiterzahl nahezu konstant

Zum Stichtag 31. März 2010 beschäftigte Carl Zeiss weltweit 12778 Mitarbeiter, davon 8215 (64 Prozent) an den deutschen Standorten. Zudem absolvieren derzeit 415 junge Menschen eine Ausbildung bei Carl Zeiss in Deutschland (31. März 2009: 387). Die Zahl der Beschäftigten ist im Vergleich zum Vorjahr (31. März 2009: 13173 Mitarbeiter, davon 8511 in Deutschland) um drei Prozent gesunken. Dieser leichte Rückgang ist auf natürliche Fluktuation und geringfügige Stellenanpassungen im Ausland zurückzuführen. Das Geschäft des Unternehmensbereichs Halbleitertechnik hat sich in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres deutlich erholt. Der Bereich erzielte einen Umsatz in Höhe von 527 Millionen Euro. Das entspricht einem Anstieg von 173 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum (193 Millionen). Der Unternehmensbereich Medizintechnik, der zum größten Teil aus der börsennotierten Carl Zeiss Meditec AG besteht, hat sich in den ersten sechs Monaten stabil weiterentwickelt: Der Umsatz lag bei 354 Millionen Euro (erstes Halbjahr 2008/09: 363 Millionen). Der Unternehmensbereich Mikroskopie erreichte im laufenden Geschäftsjahr ein Umsatzwachstum von vier Prozent auf 191 Millionen Euro (erstes Halbjahr 2008/09: 183 Millionen).

Der Unternehmensbereich Industrielle Messtechnik schloss das erste Halbjahr 2009/10 mit einem Umsatzrückgang von 32 Prozent auf 133 Millionen Euro ab (erstes Halbjahr 2008/09: 195 Millionen). Eine Belebung des Marktes ist spürbar, vor allem durch positive Entwicklungen in Wachstumsmärkten wie beispielsweise Indien. Der Bereich Markenoptik/Optronik, der das Geschäft mit Ferngläsern, Planetarien, Foto- und Filmobjektiven sowie optronischen Produkten umfasst, erzielte in den ersten sechs Monaten einen Umsatz in Höhe von 156 Millionen Euro (erstes Halbjahr 2008/09: 163 Millionen). Das weltweit tätige Brillenglasunternehmen Carl Zeiss Vision ¿ ein Gemeinschaftsunternehmen der Private Equity-Gruppe EQT und von Carl Zeiss ¿ hat in der ersten Geschäftsjahreshälfte 2009/10 425 Millionen Euro Umsatz erzielt (Vorjahr: 440 Millionen). Die Carl Zeiss Vision Gruppe wird im Finanzergebnis der Carl Zeiss Gruppe anteilig (at equity) berücksichtigt. Die Carl Zeiss AG ist zu 100 Prozent im Besitz der Carl-Zeiss-Stiftung. Sitz des 1846 in Jena (Thüringen) gegründeten Unternehmens ist Oberkochen (Baden-Württemberg).

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