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Deutsche Biotechnologie: Medikamentenentwickler erweitern ihr Fundament

Die deutsche Biotechnologie hat sich im Jahr 2007 durch moderates Wachstum ausgezeichnet: Der Umsatz kletterte erstmals auf zwei Milliarden Euro (+14 %), die Ausgaben für Forschung und Entwicklung erreichten zum ersten Mal eine Milliarde Euro (+8 %). Das ist das zentrale Ergebnis der neuesten Biotechnologie-Firmenumfrage, die die Informationsplattform http://biotechnologie.de nun schon zum dritten Mal im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) durchgeführt hat. Die Daten wurden im Frühjahr dieses Jahres nach Leitlinien der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) erhoben und bieten einen umfassenden Überblick über die wirtschaftliche Situation der deutschen Biotech-Landschaft. "Die Biotechnologie-Unternehmen wachsen langsam, aber kontinuierlich. Das ist ein gutes Zeichen", kommentiert Boris Mannhardt, Projektleiter von http://biotechnologie.de. Dominiert wird die deutsche Biotech-Landschaft nach wie vor von kleinen und mittleren Unternehmen. Etwa 86 % beschäftigen weniger als 50 Mitarbeiter. Allerdings gibt es einen kleinen Kern an Firmen, die beständig wachsen und einen zunehmenden Reifegrad zeigen. So ist die Zahl der Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern im Vergleich zum Vorjahr um fast ein Drittel gestiegen. Inhaltlich stellt die "rote Biotechnologie unverändert den wichtigsten Sektor innerhalb der deutschen Biotechnologie dar: 216 Unternehmen (43 %) entwickeln neue Medikamente oder diagnostische Tests, wobei 81 von diesen Firmen insgesamt 127 Präparate in klinischen Studien testen. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich dabei die Zahl der fortgeschrittenen Medikamenten-Kandidaten (23) mehr als verdoppelt. Dies wiederum spiegelt sich in erneut gestiegenen Ausgaben für Forschung und Entwicklung wider, die im Jahr 2007 zum ersten Mal eine Milliarde Euro erreicht haben. "Die Zahlen belegen, dass sich das Fundament der Unternehmen kontinuierlich erweitert und auf breiteren Füßen steht", so Mannhardt, "Mit fünf Präparaten im Zulassungsverfahren und 23 in der letzten klinischen Prüfungsphase ruhen die Hoffnungen damit immer weniger auf einzelnen Unternehmen." "Die neuesten Daten zeigen aber auch, dass die Dienstleister und Zulieferer - weitestgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit - zu einem stabilen Rückrat der Branche geworden sind", erläutert Mannhardt. So ist der Umsatz der Unternehmen im Jahr 2007 zum ersten Mal über zwei Milliarden Euro geklettert. Mehr als die Hälfte davon (68 %) wurde von den 196 Biotechnologie-Firmen erwirtschaftet, die ausschließlich oder überwiegend Dienstleistungen erbringen oder als Zulieferer für andere arbeiten. Ein leichtes Plus haben 2007 auch die Beschäftigtenzahlen verzeichnet, obwohl die Gesamtzahl der Biotechnologie-Unternehmen nahezu unverändert bei rund 500 liegt. Rund 14400 waren in diesen Firmen beschäftigt, weitere 15200 Angestellte wurden in den biotechnologisch ausgerichteten Geschäftsbereichen der Pharma-, Chemie- und Saatgutunternehmen gezählt. Damit sind in der kommerziellen Biotechnologie in Deutschland insgesamt 29700 Menschen beschäftigt, 2,1 % mehr als im Vorjahr. Erstmals erfasst wurden in diesem Jahr auch die biotechnologischen Produktkapazitäten zur Herstellung von Biopharmazeutika oder anderer industrieller Produkte. Demnach liegen die Fermenterkapazitäten in Deutschland bei rund 830000 Liter, wobei eine Gruppe von drei Firmen für knapp 90 % der Volumina verantwortlich ist.

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