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Ein dramatischer Rückgang in der Artenvielfalt der Schmetterlinge hat sich bewahrheitet.

Dramatischer Rückgang in der ArtenvielfaltDas Verschwinden der Schmetterlinge

Der Rückgang der Insekten ist in aller Munde. Davon betroffen sind auch die Schmetterlinge, die den Menschen durch ihre Vielfalt und Farbenpracht besonders nah sind. Die Deutsche Wildtier Stiftung hat den renommierten Biologen Prof. Dr. rer. nat. Josef H. Reichholf beauftragt, einen Statusbericht zum „Verschwinden der Schmetterlinge“ zu erstellen, in dem er seine über vier Jahrzehnte an verschiedenen Standorten durchgeführten Arbeiten mit einbezieht. Danach bestätigt sich ein dramatischer Rückgang in der Artenvielfalt. Auch die Zahl der Individuen ist stark rückläufig.

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Dramatischer Rückgang in der Artenvielfalt - auch bei Schmetterlingen

Die fünf wichtigsten Erkenntnisse aus dem Statusbericht:

  • Vorkommen und Häufigkeit der Schmetterlinge haben in den vergangenen Jahrzehnten stark abgenommen.
  • Die Zählungen von Prof. Reichholf und anderen weisen darauf hin, dass seit den frühen 80er-Jahren die Häufigkeit nachtaktiver Schmetterlinge um die Hälfte und die Anzahl der Arten um mehr als die Hälfte zurückgegangen ist.
  • Bei den Tagfaltern ist seit Mitte der 70er-Jahre die Zahl der Wiesenarten um 73 Prozent zurückgegangen.
  • Der dramatische Rückgang betrifft vor allem die Agrarlandschaft. Bei den Waldarten und in den Städten gibt es keinen vergleichbaren Rückgang, doch auch hier sind einige, insbesondere große Arten äußerst selten geworden.
  • Der gesetzliche Artenschutz ist mit den bisherigen Mitteln nicht in der Lage, diese Entwicklung aufzuhalten.
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„Das sollte ein Alarmsignal für ganz Deutschland sein“, sagt Prof. Dr. Reichholf, der am 21.8.2017 auf einer Pressekonferenz der Deutschen Wildtier Stiftung in Hamburg die Ergebnisse im Einzelnen vorgestellt hat. Das Verschwinden der Schmetterlinge hat nicht nur eine emotional-ästhetische Bedeutung: „Die Funktion von Schmetterlingen im gesamten Ökosystem wird häufig unterschätzt“, betont Reichholf. „Sie bestäuben Pflanzen und sind wiederum eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel und Säugetiere.“

Bei den Schmetterlingen ist die Gruppe der Tagfalter besonders gut untersucht. Über 50 Prozent stehen heute auf der Roten Liste Deutschlands. „Unstrittig ist, dass der landwirtschaftlichen Nutzung eine Schlüsselrolle zukommt“, betont der Wissenschaftler. „Dies zeigt sich im Vergleich mit den Schmetterlingsarten, die in unseren Wäldern leben; dort ist der Rückgang verglichen mit der Feldflur weniger dramatisch.“ Da rund 50 Prozent der Fläche Deutschlands aus Äckern und Wiesen besteht, sind sie schon vor dem Hintergrund ihrer quantitativen Bedeutung der zentrale Lebensraum der Schmetterlinge.

„Der Handlungsbedarf zum Schutz und zur Förderung der Schmetterlinge ist hoch. Wir brauchen endlich eine naturverträglichere Landwirtschaft und wir müssen Lebensräume für Schmetterlinge auch in unseren Städten schaffen“, fordert Prof. Dr. Fritz Vahrenholt, Alleinvorstand der Deutschen Wildtier Stiftung. „Insbesondere der zunehmende Maisanbau für die Erzeugung von Biogas gefährdet die Artenvielfalt und damit auch die Schmetterlinge. Die Förderung der Biogaserzeugung aus Mais über das Erneuerbare-Energien-Gesetz muss beendet werden.“

Die Forderungen der Deutschen Wildtier Stiftung:

Naturverträgliche Landwirtschaft: 

  • mehr Kulturpflanzenvielfalt auf dem Acker und den Anteil des Grünlandes erhöhen;
  • die Förderung der Biogaserzeugung aus Mais beenden;
  • den Stickstoffeinsatz senken.
  • den Pestizidverbrauch reduzieren;
  • Ökologisch und wildtierfreundlich wirtschaften und die Agrarpolitik im Sinne der Wildtiere umbauen.

Schmetterlingsfreundliche Städte: 

  • öffentliche Grünanlagen schmetterlingsfreundlich gestalten und pflegen;
  • mehr Augenmaß bei der Nachverdichtung der Stadtzentren;
  • übertriebene Beleuchtung reduzieren und Anreize für „Schmetterlings-Gärten“ schaffen.

Forschung:

  • die Forschung zu den Ursachen des Rückgangs von Schmetterlingen verstärken und das deutschlandweite Monitoring ausbauen;
  • einen Bund-Länder-Aktionsplan zum Insektensterben initiieren.

Statusbericht

Der gesamte Statusbericht erscheint am 10. November 2017. Er wird im Rahmen des Expertenforums „Rettet die Wiesen! Landwirtschaft
und Artenvielfalt“ der Deutschen Wildtier Stiftung in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Deutsche Wildtier Stiftung hat sich aufgrund der Brisanz der Daten entschieden, bereits vorab die wichtigsten Ergebnisse bekanntzugeben. 

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