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Forschungsetat der deutschen Chemie erreicht 2008 Höchstmarke

Mit den bisher höchsten Investitionen in Forschung und Entwicklung (FuE) rechnet die deutsche chemische Industrie für 2008: Die Branche wird in diesem Jahr etwa 9,68 Milliarden Euro hierfür aufwenden. Damit rückt die 10-Milliarden-Euro-Schwelle in greifbare Nähe. Dies sagte Dr. Alfred Oberholz, Vorsitzender des Ausschusses Forschung, Wissenschaft und Bildung VCI, heute vor der Presse in Frankfurt. Die gute Konjunktur der chemischen Industrie der letzten Jahre macht sich in dauerhaft hohen Forschungsaufwendungen positiv bemerkbar. Der FuE-Etat der deutschen Chemie wächst kräftig. Seit 1995 haben sich die Ausgaben der Chemie für Forschung und Entwicklung um durchschnittlich knapp 5 % jährlich erhöht. Auch im internationalen Vergleich schneidet Deutschlands Chemieindustrie gut ab: In kaum einem anderen Land investiert die Chemie vergleichbar hohe Summen in die unternehmensinterne Forschung. Nach den USA und Japan belegt Deutschland den dritten Platz. "Die positive Entwicklung wirkte sich auch auf die Beschäftigung aus", so Oberholz. Die Zahl der Forscher ist erstmals seit Jahren wieder deutlich gestiegen. Arbeiteten 2005 noch etwa 39800 Beschäftigte in den Laboren, waren es ein Jahr später 41400. Somit befand sich etwa jeder zehnte Chemiearbeitsplatz in einer Forschungs- und Entwicklungsabteilung. Fas jede zweite Stelle, die in FuE in deutschen Unternehmen geschaffen wurde, entstand zuletzt in einem deutschen Chemieunternehmen. Oberholz stellte außerdem das Zehn-Prozent-Modell des VCI zur steuerlichen Forschungsförderung vor. Dies sei notwendig, damit die Branche ihre Innovationsstärke noch weiter ausbauen und so ihre Wettbewerbsfähigkeit erhöhen könne. So sollen die Unternehmen zusätzlich zu den als Betriebsausgaben steuerlich geltend gemachten FuE-Aufwendungen weitere 10 % ihrer Forschungsausgaben von der Steuerschuld abziehen können - unabhängig davon, ob Forschung im eigenen Unternehmen oder im Auftrag bei Dritten ausgeführt wird. Bei Verlusten sollen die Finanzbehörden eine Steuergutschrift auszahlen. Das Modell habe den Vorteil, dass die Steuerschuld sinke und das Unternehmen entlastet werde. "Das macht unsere Unternehmen wettbewerbsfähiger, sichert technischen Fortschritt und Arbeitsplätze am Standort Deutschland", betonte Oberholz. Darüber hinaus forderte Oberholz von der Politik mehr Investitionen in die Bildung, um das Bildungsniveau in Deutschland zu verbessern. Er kritisierte, dass Deutschland bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt 13 Milliarden Euro weniger für Bildung ausgebe als noch 1995. Hier müsse man dringend aufholen. Gleichzeitig verwies er darauf, dass die deutsche chemische Industrie seit 2001 rund 13,6 Millionen Euro über ihre "Schulpartnerschaft Chemie" in den Schulunterricht investiert habe - beispielsweise für Informationsmaterialien, Partnerschaften zwischen Schulen und Universitäten sowie Stipendien für Lehramtsstudenten. "Mit dieser Initiative des Fonds der Chemischen Industrie wollen wir vor allem den experimentellen Chemieunterricht fördern und so Begeisterung bei den Schülern für diese Naturwissenschaft wecken", so Oberholz.

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