Heraeus stellt sich für Wachstum auf

Geschäftsjahr 2014 auf Vorjahresniveau

Der Hanauer Technologiekonzern Heraeus hat das Geschäftsjahr 2014 auf Vorjahresniveau abgeschlossen. So lag der Produktumsatz ohne Edelmetall bei rund 1,8 Mrd. Euro und blieb damit auf der Höhe des Geschäftsjahrs 2013. Gründe waren die verhaltene wirtschaftliche Entwicklung in wichtigen Regionen und Märkten. Weiterhin wurden die vorhandenen Potenziale des Unternehmens nicht im vollen Umfang ausgeschöpft.

Heraeus Jahrespressegespräch 2015 (von links): Rolf Wetzel, CFO und Mitglied der Geschäftsführung der Heraeus Holding GmbH; Jan Rinnert, CEO und Vorsitzender der Geschäftsführung Heraeus Holding GmbH. (Quelle: Heraeus)

Der Produktumsatz inklusive verarbeiteter Edelmetalle lag 2014 bei 3,4 Mrd. Euro und der Edelmetallhandelsumsatz bei 12,2 Mrd. Euro. Die gegenüber dem Vorjahr im Durchschnitt niedrigeren Edelmetallpreise sowie niedrige Zinsen an den Kapitalmärkten beeinflussten die Umsätze im abgelaufenen Geschäftsjahr.

Das operative Ergebnis (EBIT) bereinigt um Währungseffekte liegt mit 245 Mio. Euro ebenfalls auf dem Niveau des Vorjahres. Wechselkurseffekte in Höhe von 57 Mio. Euro führten zu einem EBIT (IFRS) in Höhe von 188 Mio. Euro. Der Jahresüberschuss lag bei 134 Mio. Euro und damit wie erwartet unter dem Vorjahreswert, der 2013 signifikant durch den Verkauf des Dentalgeschäfts geprägt war. Mit dem Stichtag 31. Dezember 2014 beschäftigte Heraeus 12591 Mitarbeiter.

„Mit dem Geschäftsjahr 2014 sind wir insgesamt noch zufrieden“, so Jan Rinnert, Vorsitzender der Heraeus Holding Geschäftsführung. „In den vergangenen Monaten haben wir mit der Reorganisation und Fokussierung unseres Geschäfts wichtige Voraussetzungen für Leistungsfähigkeit und nachhaltiges Wachstum in der Zukunft geschaffen. Wir richten uns stärker auf unsere Märkte und Kunden aus und werden so kurz- und langfristig zusätzliche Absatzpotenziale erschließen und weitere Marktanteile gewinnen können. Für die kommenden Geschäftsjahre erwarten wir daher eine nachhaltige Verbesserung bei Umsatz und Ertrag.“

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Consumer Electronics: Der neuartige Schalter „3D-Touchslider" gewann auf der Messe LOPEC in München im März eine Auszeichnung als „bester Prototyp und neues Produkt". Der Touchslider beruht auf dem Polymer Clevios™ von Heraeus. Das elektrisch leitfähige Polymer ermöglicht kapazitive Touchsensoren in 3D-Form, Schalter und Schieberegler lassen sich mit vielfältigen Designmöglichkeiten gestalten. Das Clevios-Material ist sehr flexibel, lässt sich als flaches Substrat drucken und dann in die gewünschte 3D-Form bringen. (Quelle: Heraeus)

Reorganisation als Schlüssel für zukünftiges Wachstum
Ende 2014 hat Heraeus seine Geschäftseinheiten neu organisiert und führt diese seit Anfang 2015 in elf so genannten Global Business Units (GBUs). Neben der Ausrichtung auf ihre jeweiligen Märkte und Kunden verfügen die GBUs über eine flachere Organisationsstruktur. Darüber hinaus wurde mit der Neuorganisation die Rolle der globalen Funktionen Vertrieb, Produktion sowie Forschung und Entwicklung gestärkt.

Innovationen auf Zukunftsmärkte ausgerichtet
Mit aktuell 5350 Patenten und Patentanmeldungen ist Heraeus weltweit innovativ. 145 neue Basispatente sind im Geschäftsjahr 2014 hinzugekommen und damit rund 30 % mehr als im Vorjahreszeitraum. In die Entwicklung neuer Produkte und Technologien investiert der Konzern jährlich rund 100 Mio. Euro. In den zurückliegenden Monaten hat Heraeus darüber hinaus die Infrastruktur für quervernetztes Denken und interdisziplinäre Forschung und Entwicklung weiter ausgebaut. Ergänzend zu den weiterhin ausgeprägten Innovationsaktivitäten der einzelnen Bereiche sind mit der neuen Geschäftseinheit Heraeus New Businesses und der Cluster-Initiative zusätzliche Plattformen zur Entwicklung neuer Technologien und Produkte hinzugekommen. Am Standort Hanau entsteht außerdem ein modernes Innovationszentrum. Beispiele für die Heraeus Innovationscluster sind Erneuerbare Energien, Display & Consumer Electronics, Sensorik, Additive Manufacturing und Gesundheit.

3D-Druck: Bei Heraeus liegt der Fokus auf der Entwicklung von technisch für den 3D-Druck angepassten, hochschmelzenden Metallpulvern sowie auf der Herstellung von komplexen Komponenten für die Luftfahrtbranche, die Medizintechnik oder die Automobilindustrie. An einer Elektronenstrahlschmelzanlage und einer 3D-Laseranlage im Pulverlabor in Hanau werden Schmelz- und Druckversuche mit verschiedenen Materialien und Pulvern durchgeführt. Bei der Laseranlage fährt der Laserkopf computergesteuert über die Pulverschicht und erzeugt Schicht für Schicht das vorgegebene Muster des Bauteils (hier das Heraeus Logo). (Quelle: Heraeus)

Exzellenz-Initiativen machen Heraeus fit für Industrie 4.0
Ein weiterer Schritt zur Stärkung von Wachstum und Zukunftsorientierung ist das Programm „Heraeus Excellence“: Es bündelt alle Projekte, die sich mit der Optimierung der wesentlichen Arbeitsabläufe und der kommerziellen Aktivitäten befassen. Ein Fokus liegt darüber hinaus auf der Implementierung von Produktionsabläufen, die über dem weltweiten Standard liegen sollen und so die Grundlagen bei Heraeus für den Eintritt in die Industrie 4.0 schaffen.

Ausblick
Insgesamt erwartet der Heraeus Konzern an der prognostizierten konjunkturellen Belebung zu partizipieren. Darüber hinaus lassen die Neuausrichtung des operativen Geschäfts und die gestarteten Initiativen und Projekte ein verbessertes Umsatzwachstum erwarten.

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