Koalitionsvertrag 2025

Melanie Steinbeck,

Ein Schritt zu mehr Innovation und Wettbewerbsfähigkeit für die Forschung?

Am 9. April 2025 präsentierten die Parteivorsitzenden von CDU, CSU und SPD ihren Koalitionsvertrag, der wichtige Weichenstellungen für die Zukunft des deutschen Wissenschafts- und Innovationssystems enthält. Die Fraunhofer-Gesellschaft sieht darin zahlreiche vielversprechende Ansätze, die Deutschlands Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit stärken könnten. Der Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, Professor Holger Hanselka, begrüßt zentrale Punkte des Vertrags, der in den kommenden Wochen noch ratifiziert werden muss.

Prof. Dr.-Ing. Holger Hanselka, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft © Fraunhofer / Stefan Obermeier

Neues Ministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt: Ein starkes Signal

Ein besonders wichtiger Schritt im Koalitionsvertrag sei die Schaffung eines eigenen Ministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR). Hanselka sieht darin ein zukunftsweisendes Signal, das die Bedeutung von Innovationen unterstreicht: „Der Fokus auf Forschung, Technologie und Raumfahrt wird nicht nur die administrativen Prozesse vereinfachen, sondern auch eine durchgängige und kohärente Innovationspolitik ermöglichen“, erklärt er. So könnte die Forschung in Deutschland effizienter gestaltet werden, vom ersten kreativen Impuls bis hin zur industriellen Umsetzung.

Innovationsfreundliche Rahmenbedingungen für eine bessere Zukunft

Ein weiteres erfreuliches Signal seien die geplanten Maßnahmen, die Wissenschaft und Forschung von bürokratischen Hürden befreien sollen. „Das Innovationsfreiheitsgesetz und das Forschungsdatengesetz stimmen mich positiv“, sagt Hanselka. Diese Vorhaben könnten einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass Deutschland wieder an Schwung gewinnt, wenn es um Innovationen geht. Besonders wichtig sei auch der Plan, die Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu erhöhen – ein klarer Schritt in Richtung einer stärkeren Innovationskultur.

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Darüber hinaus wird die Rolle der wissenschaftlichen Akteure klarer definiert, um ihre Kernkompetenzen noch besser zur Geltung zu bringen. Prof. Hanselka betont jedoch, dass der Transfer von Wissen und Technologie breiter gedacht werden sollte, um die Zusammenarbeit zwischen Forschungseinrichtungen und Unternehmen weiter zu fördern. Die bereits bestehenden Leistungszentren der Fraunhofer-Gesellschaft spielen hierbei eine zentrale Rolle.

Künstliche Intelligenz als Schlüsseltechnologie für die Zukunft

„In Zeiten begrenzter finanzieller Mittel müssen wir uns auf zentrale Schlüsseltechnologien fokussieren“, sagt Hanselka und hebt insbesondere die Bedeutung von Künstlicher Intelligenz (KI) hervor. KI könnte eine Schlüsselrolle bei der digitalen Wertschöpfung spielen – und das besonders in kleinen und mittleren Unternehmen. Die Fraunhofer-Gesellschaft begrüßt die Idee, spezielle KI-Ökosysteme zu schaffen und Förderprogramme an den Bedürfnissen der Unternehmen auszurichten. Das könnte dazu beitragen, KI-Technologien schneller und gezielter in die Praxis umzusetzen.

Digitalisierung als Motor für den internationalen Wettbewerb

Das neu geschaffene Ministerium für Digitalisierung und Staatsmodernisierung wird laut Hanselka ebenfalls entscheidende Impulse setzen: „Die konsequente Priorisierung der Digitalisierung ist entscheidend, wenn Deutschland im internationalen Wettbewerb bestehen will“, so Hanselka. Besonders im Bereich der industriellen KI erwartet er, dass in Deutschland entwickelte Technologien schneller in Unternehmen integriert werden – etwa das Sprachmodell Teuken-7B, das unter Fraunhofer-Federführung entwickelt wurde.

Energiepolitik: Auf dem Weg zur grünen Transformation

In der Energiepolitik setze der Koalitionsvertrag ebenfalls wichtige Akzente. Insbesondere Technologien wie CCS/CCU, der Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft und die Nutzung von Gas als Brückentechnologie stehen im Fokus. Diese Ansätze könnten helfen, die Klimaziele zu erreichen und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Hanselka begrüßt die Bündelung von Wirtschaft und Energie in einem Ministerium und betont, dass auch hier eine enge Verzahnung von Forschung und Anwendung erforderlich ist, um die notwendigen Innovationen schnell umzusetzen.

Gemeinsam für eine starke, innovative Zukunft

Abschließend fasst Prof. Hanselka zusammen: „Der Koalitionsvertrag enthält viele Punkte, die die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands stärken können. Es kommt nun darauf an, diese mit Leben zu füllen.“ Die Fraunhofer-Gesellschaft sei bereit, aktiv zur Umsetzung dieser Ziele beizutragen, um den Wissens- und Technologietransfer weiter zu fördern – und damit eine starke und resiliente Gesellschaft zu unterstützen.

Quelle: Fraunhofer Gesellschaft

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