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Merck: Veränderungskurs beflügelt Leistungsstärke und Profitabilität

"Merck hat 2012 erfolgreich 'Wege ins Morgen' beschritten. Wir haben nicht nur eines der umfangreichsten Veränderungsprogramme der 345-jährigen Unternehmensgeschichte weit vorangetrieben. Es ist uns auch gelungen, unser Geschäft in einem herausfordernden konjunkturellen Umfeld weiter auszubauen", sagte Karl-Ludwig Kley, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Merck.

Die Gesamterlöse der Merck-Gruppe stiegen 2012 um 8,7 % auf 11173 Mio. Euro (2011: 10276 Mio. Euro). Die Umsatzerlöse stiegen um 8,4 % auf 10741 Mio. Euro (2011: 9906 Mio. Euro), wobei sich das organische Wachstum auf 4,5 % belief, Währungseffekte 3,6 % beisteuerten und Akquisitionen 0,3 %. Im vierten Quartal 2012 stiegen die Gesamterlöse um 8,0 % auf 2835 Mrd. Euro, die Umsätze stiegen 7,4 % auf 2712 Mio. Euro. Der Umsatzanstieg beruht auf 5,6 % organischem Wachstum und 1,8 % aus Änderungen der Wechselkurse.

Die für die Merck-Gruppe wesentliche Steuerungskennzahl, das EBITDA vor Sondereinflüssen, stieg um 8,9 % auf 2965 Mio. Euro oder 27,6 % der Umsatzerlöse (2011: 2724 Mio. Euro bzw. 27,5 % der Umsatzerlöse). Alle Sparten trugen zum Anstieg des EBITDA vor Sondereinflüssen bei. Im vierten Quartal 2012 kletterte das EBITDA vor Sondereinflüssen um 16 % auf 790 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahresquartal.

Die Merck-Gruppe erzielte im Jahr 2012 Netto-Einsparungen von rund 115 Mio. Euro als Ergebnis des Effizienzsteigerungsprogramms. Mit rund 100 Mio. Euro stammt der weitaus größte Teil dieser Einsparungen von der Sparte Merck Serono, gefolgt von der Sparte Consumer Health (rund 10 Mio. Euro). In der Sparte Performance Materials trug vor allem das Pigment-Geschäft rund 5 Mio. Euro Einsparungen bei. Das bisher genannte Ziel für die Merck-Gruppe von jährlichen Netto-Einsparungen ab 2018 in Höhe von 365 Mio. Euro wurde nun vor allem durch die begonnene Reorganisation des Pigment-Geschäftes gegen Ende des Jahres 2012 auf 385 Mio. Euro angehoben. Zwei Drittel der 2012 entstandenen Restrukturierungskosten in Höhe von 504 Mio. Euro entfielen auf die Sparte Merck Serono.

Sondereinflüsse in Höhe von -664 Mio. Euro (einschließlich Wertminderung) drückten das ausgewiesene Konzernergebnis, d. h. das den Aktionären von Merck zurechenbare Ergebnis nach Steuern, auf 567 Mio. Euro (2011: 607 Mio. Euro) bzw. auf ein Ergebnis je Aktie von 2,61 Euro (2011: 2,79 Euro). Nach Bereinigung der Einmaleffekte stieg das Ergebnis je Aktie vor Sondereinflüssen jedoch um 12 % auf 7,61 Euro (2011: 6,79 Euro).

Im vierten Quartal 2012 konnte Merck das Konzernergebnis sowie das Ergebnis je Aktie mehr als verdoppeln auf 272 Mio. Euro (Q4 2011: 133 Mio. Euro) bzw. 1,25 Euro (Q4: 2011: 0,61 Euro). Gründe hierfür sind insbesondere Einmaleffekte aus Steuern sowie eine bessere Entwicklung des operativen Geschäfts. Das Ergebnis je Aktie vor Sondereinflüssen stieg im vierten Quartal um 23,5 % auf 2,05 Euro (Q4 2011: 1,66 Euro).

Dank der operativen Leistungsstärke der Merck-Gruppe im Jahr 2012 und der effektiven Steuerung des Nettoumlaufvermögens stieg der Free Cash Flow um 42,0 % auf das Rekordniveau von 2040 Mio. Euro (2011: 1.436 Mio Euro). Im vierten Quartal betrug der Free Cash Flow 180 Mio. Euro (Q4 2011: 56 Mio. Euro). Die Nettofinanzverschuldung (Finanzschulden abzüglich Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, kurzfristige Wertpapiere und finanzielle Vermögenswerte) ging zum 31. Dezember 2012 auf 1926 Mio. Euro zurück (31. Dezember 2011: 3484 Mio. Euro). Zum 31. Dezember 2012 beschäftigte Merck 38.847 Mitarbeiter (Vorjahr: 40.676).

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Die vier Sparten von Merck

Die Gesamterlöse der Sparte Merck Serono stiegen im Jahr 2012 um 8,2 % auf 6405 Mio. ¿ (2011: 5920 Mio. ¿). Die Umsatzerlöse stiegen um 7,8 % auf 5996 Mio. ¿ (2011: 5564 Mio. ¿). Dieser Anstieg beruhte auf einem organischen Umsatzwachstum von 4,9 % und positiven Währungseffekten in Höhe von 2,8 %, bedingt vor allem durch den erstarkten US-Dollar. Im vierten Quartal 2012 stiegen die Gesamterlöse der Sparte um 6,1 % auf 1638 Mio. ¿ (Q4 2011: 1544 Mio. ¿), die Umsatzerlöse legten um 5,0 % auf 1522 Mio. ¿ zu (Q4 2011: 1449 Mio. ¿).

Geografisch betrachtet stieg der Umsatzanteil außerhalb Europas 2012 auf 58 % an (2011: 54 %). Maßgeblich dafür war die starke Entwicklung in Nordamerika, wo ein organisches Umsatzwachstum von 17 % auf 1335 Mio. ¿ verzeichnet wurde, was 22 % des gesamten Spartenumsatzes entspricht. Der Umsatz in der Region "Übrige Welt" wuchs organisch um 12 % auf 422 Mio. ¿, das organische Wachstum in den Emerging Markets betrug 6,8 % und lieferte 1737 Mio. ¿ der Spartenumsatzerlöse. Schwierige Geschäftsbedingungen in Europa, gekennzeichnet durch Preisrückgänge und Budgetkürzungen im Gesundheitssektor, resultierten in einem organischen Umsatzrückgang um 2,1 % auf 2502 Mio. ¿.

Mercks größtes und wichtigstes Einzelprodukt Rebif® zur Behandlung von rezidivierenden Formen der Multiplen Sklerose erzielte beim organischen Wachstum ein Plus von 7,5 % auf 1893 Mio. ¿ (2011: 1691 Mio. ¿). Dies geht vor allem auf Preiserhöhungen in den USA zurück. Das organische Wachstum des zielgerichteten Krebsmedikamentes Erbitux® bezifferte sich auf 1,9 % auf 887 Mio. ¿ (2011: 855 Mio. ¿).

Bereinigt um Sondereinflüsse erhöhte sich in dieser Sparte das EBITDA vor Sondereinflüssen um 13,8 % auf 1785 Mio. ¿ (2011: 1569 Mio. ¿), was einem Anteil von 29,8 % von den Umsatzerlösen entspricht (2011: 28,2 %). Dieser Anstieg beinhaltet bereits Einsparungen von rund 100 Mio. ¿ aus dem Effizienzsteigerungsprogramm.

Die Sparte Consumer Health wies im Jahr 2012 Umsatzerlöse von 473 Mio. ¿ aus, im Vergleich zu 494 Mio. ¿ im Vorjahr. Consumer Health wurde 2012 und wird 2013 Umstrukturierungsmaßnahmen unterzogen, mit dem Ziel, die Rentabilität des Geschäfts erheblich zu verbessern. Unter anderem werden die Investitionen auf jene profitablen Kernmarken neu ausgerichtet, die in einer Reihe wichtiger Märkte führende Positionen einnehmen. Zum Beispiel wird Seven Seas die Herstellung und die Verpackung seiner Lebertranprodukte an Drittfirmen vergeben und die Verwaltung nach London verlagern. Infolge dieser Initiativen ging der Umsatz organisch um 6,2 % zurück, bedingt durch niedrigere Erlöse bei lokalen und Nicht-Kernmarken sowie dem mancherorts vollständigen Rückzug aus nicht gewinnbringenden Märkten. Positive Währungseffekte in Höhe von 1,8 % konnten den organischen Rückgang nur teilweise auffangen. Im vierten Quartal 2012 gingen die Spartenumsätze um 5,0 % auf 121 Mio. ¿ zurück (Q4 2011: 128 Mio. ¿).

Das EBITDA vor Sondereinflüssen stieg von 59 Mio. ¿ im Vorjahr um 8,4 % auf nun 63 Mio. ¿. In diesem Anstieg sind strukturelle Nettoeinsparungen von rund 10 Mio. ¿ aus dem Effizienzsteigerungsprogramm enthalten. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen (in % vom Umsatz) verbesserte sich auf 13,4 % (2011: 11,8 %).

2012 war für die Sparte Performance Materials ein sehr erfolgreiches Jahr. Bei den Umsatzerlösen wurde mit einem außergewöhnlichen Anstieg um 14,3 % auf 1674 Mio. ¿ (2011: 1465 Mio. ¿) ein Rekordniveau erreicht. Begünstigt wurde diese Entwicklung durch den starken US-Dollar, da ein wesentlicher Teil der Umsatzerlöse in dieser Währung erzielt wird. So trugen Veränderungen aus Wechselkursen 7,0 % und das organische Wachstum sogar 7,4 % zur Steigerung der Umsatzerlöse bei. Eine starke Nachfrage nach Flüssigkristallmaterialien, die mehr als 70 % der Umsatzerlöse der Sparte ausmachen, war hierbei getragen von anhaltenden Wachstumstrends in der Flachbildschirmindustrie. Auch die Geschäftseinheit Pigments & Cosmetics hat ihre Umsatzerlöse im Jahr 2012 gesteigert. Die Umsatzerlöse der Sparte stiegen im vierten Quartal 2012 um 21 % auf 416 Mio. ¿ (Q4 2011: 343 Mio. ¿).

Das EBITDA vor Sondereinflüssen erhöhte sich um 7,0 % im Jahr 2012 auf 731 Mio. ¿ (2011: 683 Mio. ¿), was einem Anteil von 43,6 % an den Umsatzerlösen entspricht (2011: 46,6 %). 2012 war erneut ein erfolgreiches Jahr für die Sparte Merck Millipore. Die Umsatzerlöse stiegen um 9,0 % auf 2598 Mio. ¿ (2011: 2383 Mio. ¿), bedingt durch ein solides organisches Wachstum von 3,8 %, positive Währungseffekte, vorwiegend in Verbindung mit dem US-Dollar, in Höhe von 3,9 % sowie einen Beitrag von 1,4 % aus Zukäufen in den Bereichen Zellkulturmedien, Zellbildgebung und mikrobiologische Testlösungen. Die Umsatzerlöse der Sparte stiegen im vierten Quartal 2012 um 8,1 % von 604 Mio. ¿ im Vorjahr auf 653 Mio. ¿.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen der Sparte Merck Millipore stieg 6,2 % auf 596 Mio. ¿ (2011: 561 Mio. ¿), während die Marge, ausgedrückt als Anteil vom Umsatz, 22,9 % betrug (2011: 23,6 %).

Dividende

Merck wird der Hauptversammlung am 26. April 2013 vorschlagen, die Dividende von 1,50 ¿ um 13 % auf 1,70 ¿ je Aktie zu erhöhen.

Prognose 2013

Die Merck-Gruppe dürfte sowohl 2013 als auch 2014 ein moderates organisches Umsatzwachstum erzielen. Merck geht in den nächsten zwei Jahren weder von wesentlichen Technologieneuerungen in seinem Chemiegeschäft noch von großen Produktneueinführungen in seinem Pharmageschäft aus. Ein stärkerer Euro könnte im Vergleich zum Vorjahr negative Währungseffekte nach sich ziehen. Auf Konzernebene sollte das EBITDA vor Sondereinflüssen aufgrund der Einsparungen des konzernweiten Effizienzsteigerungsprogramms stärker steigen als der Umsatz. Da der Großteil der Einmalkosten 2012 anfiel, sollte 2013 und 2014 das Konzernergebnis deutlich steigen.

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