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Probleme bei der Umsetzung von REACH

Trotz intensiver Vorbereitung der Branche auf die EU-Chemikalien-Verordnung REACH haben viele Chemieunternehmen in Deutschland Probleme, die Vorgaben umzusetzen. Häufige Ausfälle und Überlastung der Informationstechnik auf Seiten der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) in Helsinki haben vor allem in den letzten Wochen die Unternehmen daran gehindert, ihre Stoffe bei der Behörde vorregistrieren zu lassen. Das sechsmonatige Zeitfenster für die Vorregistrierung schließt sich am 1. Dezember 2008 um Mitternacht. "Deshalb haben wir vor zwei Wochen die zuständigen Bundesminister und EU-Kommissar Verheugen über die unhaltbare Situation informiert und um eine schnelle Lösung gebeten", betonte Dr. Gerd Romanowski, Leiter der Abteilung Wissenschaft, Technik und Umwelt im Verband der Chemischen Industrie (VCI) vor der Presse in Frankfurt. Die Intervention des VCI in Brüssel und Berlin hat sich ausgezahlt: Die Chemikalienagentur hat inzwischen ein Update des IT-Systems in Betrieb genommen, das stabiler und schneller laufen soll. Bis Mitte November sind bei der Behörde in Helsinki über 50000 verschiedene Stoffe vorregistriert worden, die in einer Menge von mehr als einer Tonne pro Jahr in der EU produziert oder importiert werden. Insgesamt haben bislang fast 15000 Unternehmen aus allen Mitgliedstaaten der EU über 1 Million Vorregistrierungen eingereicht, gut ein Drittel davon stammt allein aus Deutschland. Bis spätestens zum Jahreswechsel muss die ECHA die vollständige Liste aller vorregistrierten Stoffe auf ihren Internetseiten veröffentlichen. Unternehmen, die die notwendigen Informationen für ihre Substanzen bis zum 1.12.2008 nicht übermittelt haben, riskieren ihre Geschäftsgrundlage. Denn danach gilt unmittelbar das Prinzip: "Ohne Daten kein Markt." Die REACH-Verordnung schreibt vor, dass in einem solchen Fall Herstellung oder Import eines Stoffes erst dann erlaubt sind, wenn die vollständigen Registrierungsunterlagen eingereicht worden sind, die sehr viel mehr Daten und umfangreiche Angaben von den Unternehmen erfordern. Mit der fristgerechten Vorregistrierung eines Stoffes bei der ECHA wird ihnen dagegen der Anspruch auf die gesetzlich garantierten Übergangsfristen von bis zu zehn Jahren für die eigentliche Registrierung gewährt. Aber nicht nur mit den administrativen Schwierigkeiten der Chemikalienagentur haben die Unternehmen zu kämpfen. Die Verordnung an sich stellt mit ihrem komplexen Regelwerk ¿ vor allem für mittelständische Firmen ¿ eine enorme Herausforderung dar. Allein die technischen Anleitungen der ECHA für die Sicherheitsbewertung eines Stoffes umfassen über 2000 Seiten. "Wir unterstützen unsere Mitglieder intensiv dabei, mit der Umsetzung klarzukommen. Denn nur dann erreicht REACH sein Ziel nicht nur auf dem Papier, sondern auch in der betrieblichen Praxis", betont Romanowski. Herzstück der Umsetzungshilfen des Chemieverbandes zu REACH ist ein Online-Portal, das alle Mitglieder exklusiv und ohne zusätzliche Kosten nutzen können. Jüngstes Projekt des VCI in diesem Zusammenhang ist ein Praxisführer, der auch kleine Unternehmen in die Lage versetzen soll, Stoffsicherheitsbewertungen einfach durchzuführen und die Ergebnisse an die Kunden zu kommunizieren. Bis Ende des Jahres will der VCI mit Unterstützung des Öko-Institutes in Freiburg diesen Führer erarbeiten.

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