Saatgutbanken managen

Pflanzenwissenschaftler entwickeln effizienten Keimfähigkeitstest

Osnabrücker Biologen haben einen auf einem Farbumschlag basierenden Keimfähigkeitstest etabliert. Der ist günstiger und zuverlässiger als bisherige Tests und kann im Hochdurchsatz durchgeführt werden.

Ein einfacher und zuverlässiger Keimfähigkeitstest erleichtert das Management von Saatgutbanken: In jeder Vertiefung wird ein Same auf Keimfähigkeit untersucht. © Universität Osnabrück/Klaus Mummenhoff

Die Vielfalt von Wild- und Nutzpflanzen schwindet rasant. Eine der Möglichkeiten, pflanzliche Biodiversität zu bewahren, sind Saatgutbanken. Das Management solcher Sammlungen ist aufwändig: Die eingelagerten Samen müssen regelmäßig auf ihre Keimfähigkeit untersucht werden. Bisherige Tests sind laut Osnabrücker Biologen unzuverlässig. Dr. Said Mohammed, Dr. Samik Bhattacharya und apl. Prof. Dr. Klaus Mummenhoff haben daher einen zuverlässigen Keimfähigkeitstest etabliert.

Bislang verwendete Tests sind teils unzuverlässig, kosten viel Zeit und sind personalaufwändig, oder beschädigen sogar die getesteten Samen. „Für den jetzt in Osnabrück entwickelten, einfach durchzuführenden und zuverlässigen Test wird zu einzelnen Samen eine Testflüssigkeit gegeben und ein Farbumschlag zeigt die Keimfähigkeit an“, so der Pflanzenwissenschaftler Mummenhoff.

Ein Farbumschlag gibt Auskunft: Blaue Testflüssigkeit zeigt voll vitale und keimfähige Samen an, pinkfarbene bereits gealterte Samen, während eine farblose Lösung beschädigte und nur bedingt keimfähige bis abgestorbene Samen anzeigt. „Der Farbumschlag beruht auf einer natürlichen Freisetzung von organischen Substanzen aus alternden Samen. Keimfähige Samen werden durch den Test nicht geschädigt und können später erneut getestet werden“, berichtet der Osnabrücker Biologe weiter.

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Automatisierung möglich

Neben einer Untersuchung von einzelnen Proben kann der Test  mit üblichen Laborgeräten automatisiert werden. Pro Tag können so tausende von Samenproben analysiert werden. "Bei Kosten von weniger als einem Euro pro 1 000 Samenproben ist unser Test besonders interessant für Institutionen in unterentwickelten Ländern" meint Klaus Mummenhoff, einer der Autoren des Artikels.

Im Fachbereich Biologie der Universität Osnabrück werden im Botanischen Garten und der Arbeitsgruppe Botanik umfangreiche Saatgutbanken für Artenschutz- und Forschungsprogramme betreut. Auch Proben aus der Loki-Schmidt-Genbank für Wildpflanzen des Botanischen Gartens wurden für die Entwicklung des neuen Testverfahrens verwendet.

Publikation: https://doi.org/10.1016/j.tplants.2019.05.014

Quelle: Universität Osnabrück

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