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Stammzellen für die Industrie:

Zelltechnik-Kongress in Lübeck zeigt Chancen und Potenziale auf

In nur knapp zwei Jahren hat sich die Fraunhofer Einrichtung für Marine Biotechnologie (Fraunhofer EMB) in Lübeck als namhafte Adresse für Forschung und Entwicklung im Bereich der zellulären Biotechnologie mit adulten Stammzellen etabliert. Diese Techniken stehen im Mittelpunkt des Kongresses "Industrielle Zelltechnik" am Donnerstag, 9. und Freitag, 10. September 2010, in Lübeck, auf dem die Experten den Status Quo und die Perspektiven zelltechnologischer Anwendungen beleuchten werden. Mit dieser Fachtagung wollen die Norgenta und die IHK zu Lübeck eine Plattform für den Austausch zwischen der aktuellen Forschung im Bereich zellulärer Biotechnologie und dem industriellen Einsatz in der Medizin und angrenzenden Bereichen schaffen. Die wissenschaftliche Leitung des Kongresses hat Professor Charli Kruse von der Fraunhofer EMB übernommen, Schirmherr ist Schleswig-Holsteins Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Jost de Jager.

"Mit diesem Kongress wollen wir neue Trends bei der Nutzung von Zellen für technologische Prozesse sowie neue Technologien und Produkte für die Arbeit mit Zellen aufzeigen", sagt Charli Kruse. Die Experten tagen am Freitag, 10. September, in der Lübecker Musik- und Kongresshalle (MuK) nach der Begrüßung durch den Schirmherren Jost de Jager sowie durch Mathias Schulz-Kleinfeldt, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Lübeck. Eine Ausstellung von Industrieunternehmen ergänzt die Fachvorträge. Bereits am Vorabend treffen sich die Teilnehmer zu einem Get Together im Hoghehus der IHK.

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Auf dem Kongress präsentiert unter anderem Professor Dr. Ulrich G. Hofmann vom Institut für Signalverarbeitung und Prozessrechentechnik der Universität zu Lübeck, wie sich durch eine Besiedlung mit adulten Stammzellen die Abstoßung von Hirnsonden verringern lässt, die beispielsweise zur Hirnstimulation gegen das Parkinson Syndrom zum Einsatz kommen. Dr. Stephan Tiede von der Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein berichtet über seine Forschungsergebnisse zur hormonellen Regulation humaner Stammzellen des Haarfollikels. Die Ergebnisse werden zu einem besseren Verständnis führen, wie diese Zellen innerhalb der regenerativen Medizin einsetzbar sind.

Unter dem Titel "Die Haut im Reagenzglas" referiert Dr. Julia Weise von der Beiersdorf AG über die Entdeckung und Erforschung von Wirkzusammenhängen zwischen bestimmten Substanzen und der menschlichen Haut. Dabei geht sie auch auf die Entwicklung neuer Produktzusammensetzungen ein. In Deutschlands größtem Hautforschungszentrum setzt die Beiersdorf AG bereits verschiedene Zellkulturmodelle für die dermatologische Grundlagenforschung ein. Mittels dieser Modellsysteme untersuchen die Experten die Hautphysiologie und altersabhängige Veränderungen, um neue zelluläre Ziele für antiaging und pflegende Wirkstoffe zu identifizieren.

Außerdem stehen aktuelle Trends für Geräte, Verbrauchsmittel und Prozesskontrolle für die Zellkultur im Mittelpunkt. Zum Beispiel berichtet Dr. Klaus Wolf von Roche Applied Science über "Neue Erkenntnisse über zelluläre Reaktionen und frühzeitiges Screening pharmakologischer Parameter in der Zellkultur mit Real-Time Zellanalyse", und Dr. Daniel H. Rapoport, Leiter der Arbeitsgruppe Zelltechnologie der Fraunhofer EMB Lübeck, präsentiert ein Verfahren der Qualitätskontrolle in der Zellkultur durch automatisiertes Einzeltracking. Weitere Informationen und Anmeldung im Internet unter www.zelltechnik-kongress.de.

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