Patchwork-Labore und Schnittstellen

Waldner Fachsymposium 2016

Das diesjährige Fachsymposium der Waldner Laboreinrichtungen, das im Oktober stattfand, knüpfte thematisch an das vergangene Jahr an: Patchwork-Labore und die dazugehörigen Schnittstellen. Es gab einfach zu viele Themen, die bei der vergangenen Veranstaltung nicht ausreichend beleuchtet werden konnten. Waldner Laboreinrichtungen legte deshalb nochmal nach.

Das diesjährige Fachsymposium der Waldner Laboreinrichtungen, das im Oktober stattfand, knüpfte thematisch an das vergangene Jahr an: Patchwork-Labore und die dazugehörigen Schnittstellen.

Für viele Teilnehmer ging beim letztjährigen Symposium die Zeit für Vorträge, Diskussionen und Erfahrungsaustausch viel zu früh zu Ende. Themen wie z.B. das Inbetriebnahme-Management vor dem Nutzereinzug oder die Schnittstellen am Bau in der Theorie und ihre praktische Wirkung im Laboralltag der ersten Jahre konnten nicht so ausführlich wie gewünscht erörtert werden. Hier gab es noch viel Klärungs- und Diskussionsbedarf. Man wollte von den Erfahrungen der Anderen profitieren. Es war deutlich spürbar, dass die Teilnehmer des letztjährigen Symposiums umtreibt, was passiert, wenn der Nutzer kommt – oder bleiben muss. Hält die Planung dem Laboralltag stand?

Aufgrund dessen legte Waldner Laboreinrichtungen das letztjährige Thema zwar nicht nochmals auf, sondern wollte daran anknüpfen und die Diskussionen weiter anregen – was eindeutig gelungen ist. Weil für Waldner immer mehr deutlich wurde, dass eben der aktive Erfahrungsaustausch gefragt war, haben die Organisatoren um Dr. Gert Richter und Stefan Holler eine Diskussionsrunde ins Leben gerufen: Das Waldner Fachsymposium bietet weiterhin fachlich fundierte Vorträge, wird jetzt aber durch eine Diskussionsrunde ergänzt. Ein absoluter Mehrwert für alle Beteiligten.

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Viel diskutiert haben die Teilnehmer über die Schnittstellen, die sich nun mal nicht wegrationalisieren lassen. Sie sind in jedem Projekt vorhanden, können im besten Fall minimiert werden, aber immer gilt es, diese zu optimieren, weil hier die größten Reibungsverluste entstehen. Es wurde auch deutlich, wie vielschichtig die Schnittstellen sind. Es gibt z.B. technische Schnittstellen am Bau oder Schnittstellen zwischen den Planungsbeteiligten untereinander, aber auch zu Gutachtern und Sachverständigen. Dazu kommt, dass die öffentlichen Vergaberichtlinien nicht wirklich dazu beitragen, Schnittstellen zu reduzieren.

Ein zweiter Aspekt zur öffentlichen Vergabe ist nachfolgend dargestellt. Der öffentliche Wettbewerb selbst erfolgt über produktneutrale Ausschreibungen. Mit der Auftragsvergabe an einen Bieter werden technische Details konkret, die in der Planung schon sehr hilfreich gewesen wären und weitere Schnittstellen hätten vermeiden können.

Die Schnittstellen müssen beherrschbar bleiben. Dafür, so die Erkenntnis, werden oft neue Schnittstellen geschaffen, wie z.B. der 3D-Koordinator. Neben aller Technik ist der beste Garant für die Beherrschung und Reduzierung von Schnittstellen ein fachkompetentes und eingespieltes Planungsteam mit „passender persönlicher Chemie“.

Ist der Generalplaner also das Allheilmittel? Für den Bauherren „spart“ der Generalplaner die Schnittstellen in jedem Fall. Konkret an der Baustelle mindert er die Anzahl aber nicht zwingend. Auch dieser Punkt wurde auf dem Fachsymposium zwischen öffentlichen Bauherren, privatwirtschaftlichen Bauherren und Planern sehr kontrovers ohne einheitliches Ergebnis diskutiert.

Der Begriff Building Information Modeling (kurz: BIM; deutsch: Gebäudedatenmodellierung) stand dann im Raum. Es bestand für alle Beteiligten in Isny kein Zweifel darüber, dass BIM kommen wird. Jedoch betrachten diese Neuerung viele mit Skepsis. Es besteht vor allem die Befürchtung, dass BIM kleinere Planungsbüros benachteiligt, falls dies in der Zukunft als Maßstab bzw. Voraussetzung bei Ausschreibungen gefordert wird.

Letztendlich zeigt immer die Inbetriebnahme des Gebäudes, wie gut das Schnittstellenmanagement – wie auch immer es betrieben wird – funktioniert hat. Die Inbetriebnahme ist der „gemeinsame Schmelzpunkt“.

Das Waldner Fachsymposium hat wieder mal bestätigt: Jedes Laborgebäude ist anders in seinen Bedürfnissen, in seiner Historie der Entstehung, den späteren Nutzern und seinen finanziellen Voraussetzungen in allen Planungs- und Bauphasen. Jedes hat seine eigene Entstehungsgeschichte, keine ist wie die andere. Deshalb sind Erfahrungsaustausch und Diskussion ständige Begleiter der Labor-Community. Das Waldner Fachsymposium ist deshalb eine wichtige Branchenplattform und für viele eine feste Größe in der jährlichen Fortbildungsplanung. Wir schauen gespannt in das Jahr 2017, in dem Waldner sein 20. Fachsymposium veranstaltet.

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