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Analytischer Methodentransfer von HPLC-Methoden

HPLC-TippAnalytischer Methodentransfer von HPLC-Methoden – Teil 2

Der zweite Teil der Reihe „Analytischer Methodentransfer“ befasst sich mit Fallstricken im HPLC-Methodentransfer im Zusammenhang mit den verwendeten Materialien und dem Equipment. 

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Methodentransfer

Fall 1
Im Methodentransfer erhält das aufnehmende Labor durchweg niedrigere Gehaltswerte als das abgebende Labor (siehe Bild 1). Es handelte sich um ein Produkt mit sehr niedriger Konzentration.

Die Lösung
Nach längerer Ursachenforschung wurde erkannt, dass das aufnehmende Labor einen anderen Vial-Typ verwendet als das abgebende Labor. Das abgebende Labor verwendet schon immer standardmäßig PP-Vials. Das aufnehmende Labor Vials aus Glas. Das Produkt weist in niedrigen Konzentrationen starke Adsorptionseffekte auf. Durch Verwendung von PP-Vials wurde die Adsorption verhindert. Da das Molekül negativ geladen ist, wird es durch die positiven Na+-Ionen im Glas stark adsorbiert, was zu einer signifikanten Verringerung des Gehalts bei den niedrigen Konzentrationen führt. Die Verwendung von PP-Vials war nicht in der Prüfanweisung niedergeschrieben.

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Das Fazit
Entscheidend ist der intensive Austausch zwischen den Laboratorien. Gehen Sie ins Detail! Sprechen Sie auch über die verwendeten Materialen und das Equipment. Setzen Sie nichts voraus. Schreiben Sie alle für die Methode relevanten Aspekte in die Prüfanweisung. So sind diese jederzeit dokumentiert und nachlesbar. 

Schwankungen des Messergebnisse

Fall 2
Nachdem der Transfer erfolgreich zu einem externen Laboratorium durchgeführt wurde, wurden die ersten Probenserien im aufnehmenden Labor gemessen. Dabei zeigt es sich, dass es immer wieder in unregelmäßigen Zeitabständen zu Trends in den Daten kommt – vgl. Bild 2. 

Die Lösung
Es konnte kein Zusammenhang der Trends mit den analysierten Proben ermittelt werden. Für die Analytik wurde ein temperaturabhängiger FLD eingesetzt. Der Grund könnte nicht über Gespräche und Datenabgleich gefunden werden. Eine Temperaturüberwachung der Räumlichkeiten des externen Labors war gegeben und zeigte keinen Zusammenhang mit den Daten. Eine Laborbegehung wurde durchgeführt. Dabei wurde festgestellt, dass das verwendete HPLC-System auf einem Rollwagen positioniert war. Innerhalb des Laboratoriums waren mehrere HPLC-Systeme auf Rollwagen. Die Anlagen standen „Rücken an Rücken“. Dies führte dazu, dass die Abluft einer weiteren HPLC-Anlage bei Betrieb in die Zuluft des FLD der verwendeten HPLC blies. Es konnte gezeigt werden, dass - sobald die gegenüberliegende Anlage gleichzeitig lief - die beschrieben Trends verursacht wurden. Eine Recherche ergab, dass die gegenüberliegende Anlage während des Transfers nicht aktiv war. 

Das Fazit
Die Versuche im Methodentransfer sind nur eine Momentaufnahme. Schauen Sie sich die ersten Analysenserien gemeinsam an. Warten Sie nicht erst auf den Moment, wo Spezifikationen nicht gehalten werden. Sinnvoll kann es auch sein, sogenannte Alert-Limits (Warngrenzen) zu vereinbaren, die enger liegen als Spezifikationen. So können schon frühzeitig unerwartete Werte in Analysenserien alarmieren und eine gemeinsame Überprüfung der Daten veranlassen.

Mike Hillebrand


Zum Autor
Mike Hillebrand, Bachelor of Science, ist spezialisiert auf die Auswertung von analytischen Daten. Er ist Laborleiter in der Methodenentwicklung eines namenhaften pharmazeutischen Unternehmens und Autor einiger Publikationen zum Thema Peakfitting, Deconvolution sowie zeitgemäße Auswertung von Chromatogrammen. Des Weiteren ist Mike Hillebrand Geschäftsführer eines Dienstleistungsunternehmens für den analytischen Bereich sowie Referent und Tutor für den Bereich Chromatographie sowie Spektroskopie und GMP.

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