Das Porträt

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7 Fragen an Rolf Eichelberg

Was reizt Sie (besonders) an Ihrer jetzigen Tätigkeit?
Besonders reizvoll und interessant finde ich es, Chromatographie-Systeme und -Komponenten zu entwickeln, die den Wünschen unserer Kunden im technisch machbaren Bereich voll entsprechen. Damit haben wir die Möglichkeit, uns vom Standard abzuheben und können uns im „High-End-Markt“ bewegen. Es ist immer wieder spannend zu verfolgen, wie uns die Strategie „Geht nicht, gibt’s nicht“ in den letzten 10 Jahren zum Erfolg führte und weiterhin führt.

Welche Ziele haben Sie sich bzw. für Ihr Unternehmen in nächster Zeit und für die weitere Zukunft gesetzt?
Ich möchte zusammen mit meinem Geschäftspartner konsequent unsere bestehenden Produkte weiterentwickeln sowie neue Ideen in marktreife Produkte umsetzen. Zusätzlich haben wir gerade begonnen ein Vertriebspartnernetz im Ausland aufzubauen, das kontinuierlich erweitert werden soll. Wichtig ist auch, dass wir uns weiterhin die Flexibilität erhalten, um auf Kundenwünsche einzugehen und ihnen gerecht zu werden.

Ein weiteres konkretes Ziel für die nächste Zeit ist der Ausbau unserer Produktpalette im LC- und LC/MS-Bereich, um auch die Märkte Pharma, Biomedizin und Biotechnologie im verstärkten Maß bedienen zu können.


Wo liegen die besonderen Herausforderungen für Sie?
Die richtige Strategie zu finden, um sich mit einem kleinen mittelständischen Unternehmen eine feste Stellung im Markt zu erarbeiten und sich dort zu behaupten, so dass eine gewisse Stabilität und Sicherheit für Mitarbeiter und Firma gesichert sind. Es spornt mich auch immer wieder an zu zeigen, dass der Mittelstand in Deutschland im „High-End“-Technikmarkt gut aufgehoben ist und nicht mit einer „Geiz ist geil“-Mentalität sein Geld verdient.

Was halten Sie für Ihre größten Stärken und Schwächen?
Ich verfolge ehrgeizig und konsequent meine Ziele. Da ich mir immer wieder neue Ziele stecke, behaupten andere auch von mir, mein Motto sei „Der Weg ist das Ziel“. Auf diesem Weg bin ich fair und stehe zu meinem Wort.

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Ich arbeite an vielen Sachen gleichzeitig, telefoniere ständig und nehme die Arbeit auch mit in den Urlaub („nie ohne Laptop“). Dadurch ergibt es sich leider immer wieder, dass ich einige Angelegenheiten nicht sofort, sondern im schlimmsten Fall „auf den letzten Drücker“ erledige.


Wie beurteilen Sie die derzeitige wirtschaftliche Lage in Deutschland?
Mit dem Jahr 2006 war ich sehr zufrieden, wir hatten einen Umsatzzuwachs von rund 27 %; in diesem Rahmen erwarte ich auch unser Geschäftsergebnis für dieses Jahr. Wir werden in diesen guten Jahren in Forschung und Entwicklung sowie die Ausbildung der Mitarbeiter investieren, damit wir auch und gerade in schlechteren Zeiten auf technologischen Vorsprung und gute Mitarbeiter zurückgreifen können. Ich denke, dass eine Firma auch in konjunkturell schwächeren Zeiten durch Technologie-Vorsprung, kompetente Beratung und Flexibilität gut überleben kann.

Was sind die größten Risiken/Risikofaktoren?
Risiken gerade in unserem Bereich der Analytik bestehen darin, nicht den Markt und dessen Entwicklungen genau zu beobachten, nicht neue Technologien im Auge zu haben und nicht zeitig darauf zu reagieren. Im Umkehrschluss heißt das, es ist von immenser Wichtigkeit, sich rechtzeitig auf neue Märkte einzustellen und die Produktpalette entsprechend anzupassen.

Für ein Unternehmen unserer Größe liegt auch ein Risiko in einem zu schnellen Wachstum. Wichtig ist hier ein vielleicht etwas langsameres, dafür gesundes Wachstum, bei dem gewährleistet ist, dass alle beteiligten Geschäftsbereiche wie Entwicklung, Produktion, Vertrieb und Marketing gut ineinander greifen und somit einen perfekten Ablauf ermöglichen.

Einen weiteren Risikofaktor sehe ich darin, nicht in Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter zu investieren: Gerade in der chemischen Analysentechnik benötigen wir sehr spezialisierte Mitarbeiter, die ihr Wissen durch kontinuierliche Fortbildung stets auf dem neuesten Stand halten müssen, um selbst Impulse für Neuentwicklungen geben und diese auch umsetzen zu können.


Gibt es sonst noch etwas, was Sie unseren Lesern mitteilen möchten?
Hohe Einsatzbereitschaft und positives Denken sowie Freude an Technologie und Arbeit führen meistens zum Ziel und zum Erfolg. Mit einem guten Team aus motivierten und qualifizierten Mitarbeitern lässt sich auch in Deutschland noch viel bewegen. Es sollte nicht das Ziel sein, die Produktion in Billiglohnländer zu verlagern, sondern sich durch Technologievorsprung am Markt zu behaupten.

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