Editorial

„Turnusmäßiger“ Wechsel

Anfang der 80er Jahre – liebe LABO-Leser – erlebte die Biotechnologie einen wahren Boom. Wissenschaftler aus den verschiedensten Fachgebieten übertrafen sich mit Prognosen, welch große Chancen biotechnologische Verfahren böten. Die Begriffe grüne, rote, weiße und blaue Biotechnologie für Anwendungen in der Landwirtschaft, Medizin, „sanften“ Chemie und im Umweltbereich wurden erst später kreiert und zeigen die ganze Bandbreite ihrer Einsatzmöglichkeiten.

Das Interesse war also da, nur eine passende fachgebietsübergreifende Messe fehlte. Und so hatte die Deutsche Messe AG in Hannover den richtigen Riecher zur richtigen Zeit, als sie 1985 die BIOTECHNICA aus der Taufe hob. Mutig entschloss man sich, sie von vornherein gleich jährlich durchzuführen. Anfangs ging es bei den Aussteller- und Besucherzahlen noch stetig bergauf, bis diese stagnierten. Und so entschied die Deutsche Messe AG, ab 1991 auf einen 2-Jahresturnus umzuschwenken, was von den Ausstellern begrüßt und honoriert wurde. Denn es ging wieder bergauf.

2007 überraschte dann die Deutsche Messe AG mit der Ankündigung, auf mehrheitlichen Wunsch der Aussteller, wie sie verlautete, wieder zum alten 1-Jahresturnus zurückzukehren. Die rasante Entwicklung auf allen Anwendungsfeldern (Forschungsergebnisse, Geräteentwicklungen etc.) würde eine höhere Frequenz erfordern, um – wie man nicht nur im Sport so sagt – am Ball zu bleiben.

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Allerdings sprach ich auch in den Folgejahren mit keinem Aussteller dort, der von dieser Entscheidung begeistert war. Etliche Unternehmen beließen es sogar dabei, sich nur alle zwei Jahre zu präsentieren. Und so verwunderte es mich eigentlich auch nicht wirklich, als ich im März die Meldung erhielt, dass man ab 2011 wieder den 2-Jahresrhythmus einführt. Als Grund dafür nannte Stephan Ph. Kühne, Mitglied des Vorstandes der Deutschen Messe AG, unter anderem: „Die Rückkehr in den Zwei-Jahres-Turnus optimiert die Messestruktur in der Biotechnologie- und Life-Sciences-Branche und trägt zur besseren terminlichen Koordinierung der Veranstaltungslandschaft in den kommenden Jahren bei.“

Hoffentlich sind mit den „kommenden Jahren“ nicht nur vier oder fünf gemeint. Denn in den geraden Jahren die ANALYTICA und in den ungeraden die BIOTECHNICA – das reicht, finde ich. Die ACHEMA kann schließlich auch gut mit drei Jahren Abstand leben.

Doch nicht nur am Turnus wurde gedreht, auch am Konzept der BIOTECHNICA wurde gefeilt. Was sich dort ändert und was es Neues gibt, darüber informieren wir Sie natürlich rechtzeitig. Sie findet dieses Jahr übrigens vom 11. bis 13. Oktober statt. Den Ort muss ich Ihnen ja nicht nennen.

Dr. Hans-Jürgen Hundrieser

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