Micro-Array-Handling

FAM-Förderpreis für „Mikro-Blister“

„Mikro-Blister“ heißt die Innovation dreier Wissenschaftler des Instituts für Mikrosystemtechnik (IMTEK) der Universität Freiburg. Sie entwickeln neue diagnostische Testverfahren, unter anderem für die schnelle Typisierung infektiöser Erreger. Dazu haben sie eine günstige Technologie entwickelt, die bei der Verpackung von Tabletten in der Pharmaindustrie eingesetzt wird: Aus der bekannten „Blister“-Technologie wurde so die „Mikro-Blister“-Technologie. Sie könnte in Zukunft dazu führen, dass Patienten mit einer bakteriellen Infektion innerhalb von 45 Minuten das für sie am besten wirksame Antibiotikum verabreicht werden kann – direkt beim Arzt, ohne den langen und teuren Umweg über ein zentrales Labor.

Die FAM-Preisträger Maximilian Focke, Felix von Stetten und Claas Müller (v.l.n.r.) mit FAM-Vorstand Wolfgang Bay (ganz links) und Dieter Schaudel (ganz rechts), der am 11.11.2010 die Ehrenmitgliedschaft im FAM verliehen bekam.

Im November letzten Jahres erhielten Dr. Maximilian Focke, PostDoc am IMTEK-Lehrstuhl Anwendungsentwicklung, Dr. Claas Müller, akademischer Direktor des IMTEK-Lehrstuhls Prozesstechnologie, und Dr. Felix von Stetten, Bereichsleiter Lab-on-a-Chip am Institut für Mikrotechnik und Informationstechnik der Hahn-Schickard-Gesellschaft e.V., den FAM-Förderpreis des Vereins Forum Angewandte Mikrosystemtechnik (FAM).

Blister sind dünne, dreidimensional geformte Folien, die ihren Inhalt mit einer Dampfsperre vor Feuchtigkeit schützen. Die verschiedenen Reagenzien sind in den „Mikro-Blistern“ durch Mikrokanäle miteinander verbunden. Dadurch werden die Reagenzien automatisch freigesetzt und miteinander zur Reaktion gebracht. Komplexe Analyseprozeduren können so automatisiert in Folien ablaufen, die von außen wie eine Tablettenverpackung aussehen. Die Technologie der IMTEK-Forscher wurde bereits für unterschiedliche Anwendungen erfolgreich getestet – von der automatischen Extraktion von DNA aus biologischen Proben bis hin zur schnellen Genotypisierung bakterieller Erreger.

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Besonders überzeugt hat die Jury, dass das neue Forschungsfeld über das Machbarkeitsstadium hinausgeführt wurde. „Der Ansatz findet einen schnell wachsenden Markt in der medizinischen In-vitro-Diagnostik, da die Systeme schon jetzt für viele klinisch relevante Szenarien eine Rundum-Lösung bieten“, sagte der FAM-Vorstandsvorsitzende Wolfgang Bay.

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